Monatsarchiv: Januar 2007

Kindersexmafia in Kambodscha

Das Böse lebt. Der folgende Artikel stammt von Samira Neuhaus, veröffentlicht im Spiegel.

KINDERSEXMAFIA IN KAMBODSCHA

Verkauft von den eigenen Eltern

In Kambodscha blüht das Sex-Geschäft – vor allem mit Kindern. Sie werden verkauft, verschleppt und vergewaltigt. Auch die sechsjährige Srey wurde ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen. Nun ist sie der Sexmafia entkommen.

Hamburg – Monatelang durchlebte Srey die Hölle auf Erden: Das Mädchen wurde gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten und von Zuhältern und Sextouristen missbraucht. Oft wurde sie auch mit Drogen gefügig gemacht. Srey hatte keine Freunde, keine Familie. Sie war einfach nur ein winziger Teil des riesigen Sex-Geschäftes in Kambodscha. Nun wurde die Sechsjährige gerettet. Gerettet aus einem Leben als Sexsklavin.

Das Leben von Srey steht stellvertretend für unzählige Schicksale junger Kinder und Frauen, die in Kambodscha zur Prostitution gezwungen werden. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, wurde Srey mit fünf Jahren von ihren Eltern an ein Bordell verkauft. Wie viel Geld die Eltern für ihre Tochter bekommen haben, ist unbekannt: Die Preise, die die Menschenhändler für Kinder zahlen, reichen von umgerechnet 8 bis 80 Euro.

Schätzungsweise 30 Prozent der Kinder, die ihren Körper in Kambodscha verkaufen müssen, sind zwischen 14 und 17 Jahren alt, einige sogar so jung wie Srey. Meistens sind es Mädchen, die zur Prostitution gezwungen werden. Sie bekommen für Geschlechtsverkehr oft nur einen Euro. Manche Männer zahlen auch 500 Euro – für eine Woche.

Es gibt kaum lukrative Jobs für Frauen

Obwohl Prostitution in Kambodscha verboten ist, haben sich die großen Städte wie Phnom Penh zu einem Mekka für Sextouristen und Pädophile entwickelt. Das Geschäft mit dem Körper boomt, vor allem seit in Thailand die Kontrollen gegen Kinderprostitution verschärft wurden. Viele Einheimische müssen mit umgerechnet 50 Cent am Tag überleben, für unzählige Frauen scheint der Weg in die Prostitution deshalb ein lukratives Geschäft zu sein. Einmal darin gefangen, gibt es kaum ein Entrinnen.

Srey hatte Glück: Nach fast einem Jahr hatte ihr Leben als Sexsklavin ein Ende. Wie CNN berichtet, wurde das Mädchen nun von Somaly Mam gerettet. Die 37-Jährige kämpft gegen Kinderprostitution und bietet Opfern aus dem Sex-Gewerbe Schutz und Obdach. Bei ihr bekommen die Kinder und Frauen eine Schulbildung, lernen Nähen und Weben.

Mam kennt das Schicksal ihrer Schützlinge gut: Im Alter von zehn Jahren wurde sie einem Mann anvertraut, dem sie als Haussklavin diente. Zwei Jahre später wurde sie von ihm zu einem chinesischen Kaufmann geschickt, der das Mädchen vergewaltigte. Mit 14 oder 15 Jahren wurde sie dann mit einem zwölf Jahre älteren Mann verheiratet. Der misshandelte und vergewaltigte sie. Als er plötzlich untertauchte, wurde das Mädchen an ein Bordell verkauft.

Mit Hilfe eines Franzosen, der sich in sie verliebte und den sie später heiratete, gelang es ihr 1992, sich aus dem Bordell zu befreien. 1996 gründete sie die internationale Organisation AFESIP (Agir pur les femmes en situation précaire), die gegen Menschenhandel und Kinderprostitution in Asien kämpft.

130.000 Menschen in Kambodscha sind HIV-positiv

Die meisten der Kinder sind nach ihrer Befreiung schwer traumatisiert: „Viele haben bei ihrer Ankunft psychologische Probleme, sehr große Probleme. Und sie wurden nie von Menschen und von ihren Eltern geliebt“, wird Mam von CNN zitiert. Ein junges Mädchen in ihrem Heim sei besonders krank: Sie war zwei Jahre lang in einer Kiste eingesperrt und wurde regelmäßig vergewaltigt. Für professionelle Hilfe fehlt das Geld.

Auch an Schutz vor Krankheiten denkt in dem schmutzigen Geschäft kaum jemand. Nur wenige Männer würden Kondome benutzen, erzählt Mam. Manche bevorzugen Kinder, weil sie die Ansteckungsgefahr mit HIV geringer einschätzen. Die Seuche greift rasant um sich, nirgendwo in Südostasien ist die Rate der HIV-Infizierten höher als in Kambodscha. Informationen von Unicef zufolge leben mehr als 130.000 Menschen in dem Zwölf-Millionen-Volk mit dem Virus, 59.000 davon sind Frauen ab 15 Jahren.

Srey konnte der Sexmafia entkommen. Aber die Sechsjährige trägt nicht nur schwere seelische Schäden davon: Auch sie ist HIV-positiv.

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Expertenbericht zu Geothermie Erdbeben Basel

Medienmitteilung des Regierungsrats Basel Stadt vom 25. Januar 2007

Expertenberichte zur Geothermie publiziert

Alle für die Behörden, respektive von den Behörden verfassten Expertisen und Stellungnahmen zur Geothermie werden heute der Öffentlichkeit über Internet zugänglich gemacht. An einer Medienorientierung begründete Regierungsrätin Barbara Schneider den Entscheid des Regierungsrates, das Projekt auf unbestimmte Zeit zu sistieren.

An der heutigen Medienorientierung zum Stand des Geothermie-Projekts führte Regierungsrätin Barbara Schneider aus, dass unter den Experten in vielen Punkten Einigkeit herrsche: „Einigkeit darüber, dass wir noch zuwenig verstehen, warum die drei Erdstösse so stark spürbar waren; Einigkeit darüber, dass die Betreiber-Firma, die Geopower Basel AG, nach dem aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft vorgegangen ist. Einig sind sich alle auch, dass zu viele Fragen offen sind, um heute einen fundierten definitiven Entscheid für oder gegen das Geothermie-Projekt fällen zu können“.

Der Regierungsrat hält, wie bereits am Dienstag mitgeteilt, an der Option Geothermie fest. Angesichts der sich abzeichnenden Verknappung der fossilen Brennstoffe, der CO2-Thematik, des nach wie vor stetig steigenden Energieverbrauchs und angesichts der bekannten Risiken, die mit anderen Energieträgern verbunden sind, drängt sich die vertiefte Prüfung der Option Geothermie auf. Ein Abbruch wäre angesichts der mit dieser Technologie verbundenen Chancen verfrüht. Ebenso verfrüht wäre auch die sofortige Wiederaufnahme der Arbeiten in Kleinhüningen. Mit der Sistierung des Projekts auf unbestimmte Zeit hat der Regierungsrat den von der Firma Geopower bereits nach dem ersten Erdstoss vorgenommenen Unterbruch des Projekts bestätigt. Die entscheidende Voraussetzung für eine allfällige Weiterführung des Projekts ist eine umfassende Risikoanalyse. Es ist Ziel des Regierungsrates, der Bevölkerung noch in diesem Jahr sagen zu können, welcher Art und wie hoch die Risiken sind, die mit einer Weiterführung des Projekts verbunden wären.

Die an der Medienorientierung anwesenden Experten, Nicholas Deichmann vom Schweizerischen Erdbebendienst, Zürich, und Stefan Schmid vom Geologischen Institut der Universität Basel, fassten den Stand des Wissens betreffend die Erdstösse vom Dezember 2006 und Januar 2007 zusammen. Zum Risiko eines durch das Geothermie-Projekt ausgelösten Schadenbebens führten sie aus, dass die seit 2. Dezember aufgetretenen Beben praktisch nichts zum regionalen Spannungsabbau beigetragen und somit auch nicht die Auftretenswahrscheinlichkeit eines möglichen Starkbebens verringert hätten. Die Wahrscheinlichkeit, ein grösseres Schadenbeben auszulösen, werde nach wie vor als sehr gering betrachtet. Man könne diese Wahrscheinlichkeit aber noch nicht quantifizieren, um das entsprechende Risiko mit anderen technologischen Risiken vergleichbar zu machen. Sie unterstrichen, dass die bisherigen Arbeiten am Geothermie-Projekt in Basel einzigartige Erkenntnisse erbracht hätten, um die für die Entwicklung der Geothermie entscheidenden Fragen zu beantworten.

Hinweise

Die Dokumente zum Geothermie-Projekt sind einsehbar unter http://www.wsu.bs.ch/geothermie.

Die Risikoanalyse gehört normalerweise an den Anfang eines Projekts, scheinbar hat die Regierung hier fahrlässig geschlampt. Dass sich die Regierung jetzt schon für einen Abbruch des Deep Heat Mining Projekts entscheidet, war nicht zu erwarten. Die Regierung ist einerseits Auftraggeber, andrerseits Kontrollbehörde, Fehler werden nur zögerlich zugegeben. Welche Entscheidung die Regierung auch fällt, immer macht sie sich unbeliebt und steht schlecht da: Bei Weiterführung der Bohrungen wird es Kritik hageln, weil die Region Basel einem immensen Risiko ausgesetzt wird. Bei Abbruch des Projekts kann kritisiert werden, dass 55Mio in den Sand gesetzt wurden. Die Entscheidung möglichst lange rauszuzögern löst dieses Dilemma aber nur momentan, im Idealfall vielleicht bis nach der nächsten Wahl. Aber dies ist scheinbar das Hauptanliegen, und gelingt ja recht gut…

Geothermie Basel: Erdbebendienst kritisiert Vorgehen

Der untentstehende Artikel ist aus der BaZ, meine Kommentare sind in rot.

ERDBEBENDIENST KRITISIERT VORGEHEN BEI GEOTHERMIE

PHILIPP LOSER

Die Beteiligten am Geothermie-Projekt sprechen nicht mehr mit einer Stimme: Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) moniert, zu spät einbezogen worden zu sein. Nun will der Kanton die Rolle des SED überprüfen.

Einen Tag nach dem dritten Beben in Basel kritisiert SED-Mann Nicholas Deichmann das Bewilligungsverfahren des Erdwärme-Projekts. Der SED hätte eine «umfassende Risikoanalyse» verlangt, wäre er im Vorfeld gefragt worden, sagte Deichmann in der NZZ von gestern. Gegenüber der baz bestätigt er: «Mit einer umfassenden Analyse hätte man besser abschätzen können, was für Erschütterungen zu erwarten sind.» Der Erdbebendienst wurde erst nach der erteilten Baubewilligung von der Geopower AG konsultiert. Seither hat Nicholas Deichmann die Bohrungen in Kleinhüningen und die damit ausgelösten Beben begleitet und dokumentiert. Auch aus der Sicht der Geopower AG wäre es durchaus sinnvoll gewesen, den Erdbebendienst vor der erteilten Baubewilligung einzubeziehen. «Aber das wäre Sache der Behörden gewesen», sagt Geopower-Geschäftsführer Daniel Moll, «die Behörden waren für die Baubewilligung zuständig.» Dort will man kein Öl ins Feuer giessen: «Vorwürfe und Schuldzuweisungen bringen nichts», sagt Marc Keller, Sprecher der Baudirektion. Er halte es bei seiner Aussage mit Grossratspräsident Andreas Burckhardt (LDP), der gestern im Parlament zu einer «ruhigen, kooperativen Diskussion» aufgerufen hatte. Trotzdem, so Keller, werde man nun «sorgfältig rekonstruieren» wie der SED im ganzen Prozess einbezogen worden sei, «wahrscheinlich liegt einfach ein Missverständnis vor».

Ok Herr Deichmann, und was wäre dann in der Risikoabschätzung gestanden? Sie waren seit Dez 06 am Projekt beteiligt, und die Kommentare auf der Webseite der SED waren immer in einem eher beruhigenden und beschwichtigenden Ton. Und gemäss den Publikationen des SED sind Erdbeben nicht prognostizierbar. Was steht denn jetzt im Bericht, der von der Regierung unter Verschluss gehalten wird? Welche Erdbebenmagnitude wird maximal erwartet ohne weitere Wassereinpressungen? Können Sie jetzt mit den vorhandenen Messungen des SED verlässliche Aussagen machen über die zu erwartende Seismizität? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten. Positiv ist, dass Sie sich auf Ihre wissenschaftliche Ethik zurückbesinnen, und sich von der Geothermie Lobby zumindest ein paar Schritte wegbewegt haben.

Schneider nervt sich. Eine «Wut im Bauch» hat seit dem dritten spürbaren Beben Basels Baudirektorin Barbara Schneider (SP): «Es nervt mich, dass niemand diese Erschütterungen vorhersagen konnte.» Von den immer wieder erwähnten «leichten Erschütterungen» könne nach dem dritten Beben keine Rede mehr sein, so Schneider weiter. Sie störe sich vor allem am Knall, der die Beben bisher begleitet hatte.

Aha, vor allem der Knall stört… Und hören Sie auf von Erschütterungen zu reden, es waren Erdbeben. Erschütterungen das klingt zu verniedlichend und so harmlos. Aber wenn Sie Frau Schneider noch nicht begriffen haben, dass nicht der Knall das Gefährliche an einem Beben sind, dann ist das nur noch erschütternd. Oder es stellt sich die Frage bei wem der Knall am Grössten ist?

Im Moment wird abgeklärt, ob die im Bohrloch verbliebenen 8000 Kubikmeter Wasser aus dem Boden gepumpt werden sollen. Es sieht allerdings nicht danach aus:Die Beben werden durch Druckdifferenzen ausgelöst; die Geopower AG befürchtet, mit dem Herauspumpen diese Differenzen noch zu verstärken. Rund 660 Schadensmeldungen sind in der Zwischenzeit bei der Firma eingegangen. Die Regierung wird ihr weiteres Vorgehen am 30. Januar verkünden.

Erdbeben Basel: Stärker und öfter

Erdbeben Basel wegen GeothermieViele Basler wurden heute morgen 16.1.2007 einmal mehr unsanft geweckt: Um 01:09 Lokalzeit gab es erneut ein deutlich spürbares Erdbeben: Diesmal eines mit Magnitude 3,2. Gemäss Erdbebendienst ist des Beben in 5km Tiefe wiederum auf die Geothermie Bohrungen hier in Kleinbasel zurückzuführen. Das Epizentrum war jedenfalls in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs.

Auf der obigen Grafik sind auf der X-Achse die registrierten Ereignisse und auf der Y-Achse die Magnituden der registrierten Erdstösse aufgezeichnet. Zur besseren Lesbarkeit sind die Tage abwechselnd in rot und blau eingezeichnet. So kann man die Tage besser auseinanderhalten und sieht auf einen Blick wieviele Ereignisse an einem Tag waren. Die Daten basieren auf den veröffentlichten Messungen des Schweizerischen Erdbebendienstes .

Bis zum 15.12.2006 gab es täglich mehrere Erdbeben. Am 8.12.2006 wurde nach einem Erdbeben der Magnitude 3,4 das Einpressen des Wassers gestoppt; es dauerte dann bis zum 11.12.2006 bis der Ueberdruck im Bohrloch wieder auf das Normalniveau zurückgesunken war. Die Stärke der Erdstösse nahm in der Folge sowohl in der Magnitude wie auch in der Häufigkeit ab, blieb aber auf einem deutlich höheren Niveau als vor dem Start der Geothermie Bohrungen. Zwischen dem 19.12.2006 und dem 4.1.2007 wurden die Ereignisse in grün eingezeichnet. In diesem Zeitfenster wurden nicht mehr täglich Erdbeben registriert. Die Beben vom 6.1. (Magnitude 3,1), und die Serie von Beben am 12.1./15.1./16.1.2007 (letzteres mit einer Magnitude von 3,2) zeigen, dass die Häufigkeit der Erdstösse und auch deren Stärke wieder zunimmt. Obwohl am Bohrloch nicht mehr gearbeitet wird und kein Wasser mehr eingepresst wird. Das Wasser im Untergrund hat bereits irreversiblen Schaden angerichtet und das immer noch vorhandene Wasser in 5km Tiefe destabilisiert die Lage weiterhin. Die Regierung schweigt. Wie lange noch?

Der Expertenbericht mit einer Lagebeurteilung und den Vorschlägen für das mögliche weitere Vorgehen liegt seit dem 5.1.2007 der Regierung vor, und wird von dieser von der Oeffentlichkeit verheimlicht. Ist der Bericht so brisant, dass er der Bevölkerung der Region Basel nicht gezeigt werden darf? Werden die Erdbeben wieder aufhören oder werden die Magnituden der Erdstösse noch zunehmen? Ein Ende der erhöhten Seismizität ist sicher nicht in Sicht. Das Ende des Geothermie Vorhabens hier in Kleinhüningen hingegen schon. Die Regierung versprach bis Ende Januar über das weitere Vorgehen zu informieren. In Anbetracht der unerwartet starken Erdstösse auch ohne Geothermie Arbeiten kann es nur eines geben: STOPP!

Erdbeben Basel: Schon wieder!

Erneut Erdbeben in Basel wegen Geothermieprojekt

Die Stadt Basel ist am Dienstagmorgen um 1.09 Uhr erneut von einem
Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben des Schweizerischen
Erdbebendienstes (SED) hatte das Beben eine Stärke von 3,2 auf der
Richterskala.

[sda] – Auch diesmal lag das Epizentrum neben dem Bohrloch des
Erdwärme-Projektes „Deep-Heat-Mining“ im Basler Stadtteil
Kleinhüningen. Anfang Dezember war dort Wasser durch eine fünf
Kilometer tiefe Bohrung in das Gestein gepumpt worden, um die
Durchlässigkeit des Gesteins zu erhöhen.

Das Erdwärme-Projekt
wurde nach dem ersten grösseren Beben am 8. Dezember zwar vorläufig
gestoppt. Das Wasser im Untergrund habe aber nach wie vor eine
destabilisierende Wirkung, sagte ein SED-Seismologe in der Nacht auf
Anfrage.

Die Erde hatte seither in Basel noch mehrere Male
gebebt, das letzte Mal vor rund einer Woche. Bis der Druck des noch
vorhandenen Wassers sich abgebaut habe, seien weitere Beben dieser Art
nicht ausgeschlossen, sagte der Seismologe. Gemäss SED sind Beben
dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums zwar deutlich zu spüren, es
sind jedoch keine Schäden zu erwarten.

Seit dem 8. Dezember war das Beben das Dritte mit einer Stärke von
über 3 auf der Richterskala: Am 8. Dezember selbst war eine Stärke von
3,4 und am 6. Januar eine solche von 3,1 verzeichnet worden. Gemäss der
Erdbebenliste des Projekts gab es daneben etliche Beben mit einer
Stärke zwischen 2 und 2,7.

Die Basler Regierung entscheidet voraussichtlich Ende Januar über das weitere Schicksal des Geothermie-Projekts. Der Bericht der Spezialisten der Geopower AG war am 5.1.07 an die Regierung gelangt. Leider wird das Dokument nicht der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Was haben die Geopower AG und die Regierung vor der Bevölkerung zu verbergen? Betrifft das Projekt und die damit verbundenen Gefahren nicht uns alle? Soll durch das Vorenthalten der Information eine Panik bei den Bewohnern der Region Basel verhindern? Welche weiteren möglichen Massnahmen wurden von den Geologen und Seismologen vorgeschlagen?

Die Informationspolitik der Verantwortlichen war während des ganzen Projekts durch Verharmlosungen und offensichtliche Lügen gekennzeichnet. Scheinbar behalten sie ihren Kommunikationsstil bei. Die Bevölkerung der Region hat ein Recht darauf ehrlich informiert zu werden. Tun Sie es jetzt Frau Regierungsrätin Schneider, sonst können Sie nicht nur das Geothermie Projekt sondern auch Ihre Wiederwahl vergessen.

Erdbeben Basel: Regierung unternimmt nichts

BASEL. – Nach dem weiteren Erdbeben von heute Samstagmorgen trafen sich am Mittag die Basler Regierungspräsidentin und Baudirektorin Barbara Schneider und Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass zu einer Lagebeurteilung. Laut einem Communiqué wurden „keine weiteren Massnahmen“ beschlossen, da die Arbeiten am „Deep Heat Mining“-Projekt „derzeit eingestellt sind und der Wasserdruck im Bohrloch sich bereits drei Tage nach dem Stopp der Einpressungen am 8. Dezember normalisiert hatte“.

Laut einer Medienmitteilung der Geopower AG wurden nach dem Stopp des Einpressens von Wasser am 8. Dezember 2006 und dem Druckabbau im Bohrloch weiterhin Erschütterungen mit abnehmender Häufigkeit und Stärken bis Magnitude 2,5 registriert. Dies entspreche der Aussage der Fachleute im Dezember, wonach das Auftreten von weiteren spürbaren Erschütterungen nicht ausgeschlossen werden kann. Um diese Erschütterungen zu überwachen, werde die Seismizität im Bohrlochbereich und der gesamten Region detailliert aufgezeichnet. Die Stärke mit Magnitude 3,1 des heutigen Bebens liege damit „über den bisher registrierten Werten seit dem 8. Dezember“. 

Allfällige Schadensmeldungen sind an die Geopower Basel AG, Margarethenstrasse 40, 4002 Basel oder info@geopower-basel.ch zu richten.

Erdbeben Basel: Erdbebenserie geht weiter

Erdbeben Basel ausgelöst durch GeothermieViele Basler wurden heute morgen 6.1.2007 einmal mehr unsanft geweckt: Um 8:19 Lokalzeit gab es erneut ein deutlich spürbares Erdbeben: Diesmal eines mit Magnitude 3,1. Gemäss Erdbebendienst ist des Beben in 5km Tiefe wiederum auf die Geothermie Bohrungen hier in Kleinbasel zurückzuführen. Das Epizentrum war jedenfalls in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs.

Auf der obigen Grafik sind auf der X-Achse die registrierten Ereignisse und auf der Y-Achse die Magnituden der registrierten Erdstösse aufgezeichnet. Zur besseren Lesbarkeit sind die Tage abwechselnd in rot und blau eingezeichnet. So kann man die Tage besser auseinanderhalten und sieht auf einen Blick wieviele Ereignisse an einem Tag waren. Die Daten basieren auf den veröffentlichten Messungen des Schweizerischen Erdbebenzentrums . Seit dem 15.12.2006 wurden die Ereignisse in grün eingezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt wurden nicht mehr täglich Erdbeben registriert.

Dieser Artikel ist ein Update: siehe auch hier.