Monatsarchiv: Mai 2007

Börsenstrategie von CS und UBS: Interessenkonflikt

Interessenkonflikt bei der Börsenstrategie von CS und UBS

Grossbanken nähern sich Wegscheide zwischen Unterstützung von SWX Group und Projekt «Turquoise»

Die Credit Suisse und die UBS verfolgen bei der Unterstützung von Börsenbetreibern keine schlüssige Strategie. Sie sind Miteigentümer der SWX, treiben aber auch eine Konkurrenz-Plattform voran.

Die beiden Grossbanken Credit Suisse (CS) und UBS steuern mit ihrer «Strategie» in Bezug auf die Unterstützung von Aktienhandels-Plattformen auf eine Weggabelung zu. In der Schweiz spielen beide Institute bei der SWX Group sowie bei den zwei anderen Infrastruktur-Dienstleistern SIS Group (Handelsabwicklung) und Telekurs Group (Zahlungsverkehr) eine führende Rolle. An der geplanten «Finanzplatz-Holding AG», die sich aus SWX, SIS und Telekurs zusammensetzen soll und die noch keinen Namen hat, werden die beiden Grossbanken zusammen voraussichtlich einen Drittel besitzen. Vertreter von CS und UBS werden hierzulande nicht müde, die Bedeutung der SWX für den Finanzplatz zu unterstreichen und auch ihre künftige Unterstützung zu signalisieren.

Frontalangriff auf die Börsenbetreiber

Zugleich treiben die beiden Institute auf europäischer Ebene zusammen mit Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Merrill Lynch und Morgan Stanley das Projekt «Turquoise» (zu Deutsch: Türkis) voran. Unter diesem Namen will der Klub dieser sieben Investmentbanken eine europäische Blue-Chip-Börse schaffen. Die Investmentbanken sind nämlich mit den Preisen der tendenziell regional orientierten europäischen Börsen sowie dem meist unzureichenden oder gar fehlenden Wettbewerb bei der nachgelagerten Handelsabwicklung unzufrieden. Für die herkömmlichen Börsen stellt das Projekt «Turquoise» ein rotes Tuch dar. Zwar wird aus Börsenkreisen stets kolportiert, die Initiative richte sich primär gegen die London Stock Exchange (LSE). Doch sollte «Turquoise» Erfolg haben, wäre dies ein Frontalangriff auf alle Börsen in Europa.

In den offensichtlichen Interessenkonflikt zwischen Unterstützung der SWX und Lancierung von «Turquoise» haben sich Credit Suisse und UBS selbst manövriert, denn sie hätten bei der Multilateral Trading Facility durchaus erst abseitsstehen und abwarten können. Diese Taktik verfolgen BNP Paribas, HSBC, Lehman Brothers und JP Morgan, vier andere Big Player unter den Investmentbanken. Einige von ihnen sind dem Vernehmen nach als Berater für die Londoner Börse tätig und üben u. a. deshalb Zurückhaltung. Auch CS und UBS haben bei einigen europäischen Börsen verschiedenste Hüte auf, was ihr Agieren kompliziert: Die Banken zählen zu den Grosskunden der Börsen, sind teilweise als deren Berater tätig, sitzen in wichtigen Gremien oder gehören sogar zu den Eignern der Börsen.

Der Erfolg der Aktienhandels-Plattform «Turquoise» wird von ihrer Liquidität abhängen, denn nur eine hohe Liquidität führt zu einer geringen Spanne zwischen An- und Verkaufspreisen. Dies ist für die Banken wichtig, weil sie ihren Kunden versprechen, für deren Aufträge den besten Preis für das jeweilige Wertpapier auszuwählen, was im Fachjargon als «best execution» bezeichnet wird. Dass die sieben Investmentbanken genügend Liquidität generieren können, ist realistisch. Experten schätzen, dass der Klub der betreffenden Investmentbanken für rund die Hälfte des europäischen Ordervolumens in Blue Chips verantwortlich ist. An der zur SWX gehörenden Virt-x, einer in London domizilierten Handelsplattform für Aktien des Swiss-Market-Indexes (SMI), generierten die sieben Banken in einem jüngst zufällig ausgewählten Monat knapp die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens in SMI-Titeln. Dies belegt die Marktmacht der Banken und das Bedrohungspotenzial für die Börsen.

Konkrete Aussagen zu ihrem künftigen Verhalten sind aus den Reihen von CS und UBS derzeit nicht zu erhalten. Wenn sich Vertreter der Banken überhaupt äussern, verstecken sie sich hinter Floskeln: Man begrüsse den Wettbewerb unter den Börsen, oder man sei selbstverständlich zur «best execution» der Aufträge verpflichtet. «Best execution» ist aber – wie beschrieben – nur bei höchster Liquidität möglich. Daher lautet die Gretchenfrage: Was machen die sieben Banken beim Start von «Turquoise»? Um die höchstmögliche Liquidität zu erreichen, müssten die Investmentbanken quasi einen «D-Day der Börseninvasion» abmachen, an dem sie losschlagen und in einer koordinierten Aktion abrupt den gesamten Orderfluss in Blue Chips auf die neue Plattform lenken. Dies wäre für die herkömmlichen Börsenbetreiber im Allgemeinen sowie für die SWX wegen ihrer Abhängigkeit von wenigen sehr umsatzstarken Titeln (CS, Nestlé, Novartis, Roche, UBS) im Besonderen ein Tiefschlag.

Kommt der «Big Bang»?

Ob es tatsächlich zu einem solchen «Big Bang» kommt, ist aber fraglich. Schon früher scheiterten Versuche, eine europäische Blue-Chip-Plattform einzuführen, wie unter anderen «Tradepoint», «Jiway» und «Virt-x» gezeigt haben. Durch den inzwischen herrschenden Druck der EU (Finanzmarktrichtlinie Mifid) und neu entwickelte Technologien (Smart Order Routing) räumen Experten dem jüngsten Projekt aber grössere Chancen ein. Jedoch gibt es sicher auch innerhalb der Banken verschiedene Auffassungen zum Vorgehen: Soll der komplette «Order-flow» umgeleitet werden, ein grosser Teil oder nur ein kleiner Teil? Die Aufteilung der Aufträge auf verschiedene Plattformen wäre aber kontraproduktiv, da nur höchste Liquidität zu besten Preisen führt.

Letztlich dürften den Londoner Händlern von CS und UBS die Interessen der SWX und des Finanzplatzes Schweiz vergleichsweise weniger am Herzen liegen, so dass sie wohl schneller bereit sind, das Volumen umzulenken. Dagegen muss das Top-Management der Banken, die beide in der Schweiz ihre Heimatbasis haben und deren Angestellte zum Grossteil hier arbeiten, die Breitenwirkung einkalkulieren. Trotz möglicherweise überzeugender ökonomischer Logik und den aus Aktionärsinteressen resultierenden Zwängen zu effizientesten Prozessen stehen die Institute in der Öffentlichkeit vielleicht als Vaterlandsverräter da und müssen einen Imageschaden befürchten, wenn sie die Interessen der SWX und des Finanzplatzes nicht berücksichtigen.

Wie auch immer, lange können CS und UBS die duale Strategie nicht mehr friktionslos fortführen. Die Handelsplattform «Turquoise» soll im November ihre Arbeit aufnehmen. Wenn nicht gerade nur mit einem Testversuch – beispielsweise alleiniger Handel von Blue Chips aus Grossbritannien oder dem Euro-Raum – gestartet wird, wird spätestens dann der Tag kommen, an dem die Grossbanken die Weggabelung erreichen und sich für einen Pfad entscheiden müssen.

Artikel aus der NZZ.

IV Revision: Arbeit macht frei

Aus der WOZ:

Unzumutbar

Von Bettina Dyttrich

Angeschlagene Menschen sollen noch mehr ­unter Druck gesetzt werden – ein Blick in die Botschaft zur 5. IV-Revision weckt das kalte Grauen.

Arbeit macht krank. Dass der Druck am Arbeitsplatz immer grösser wird, ist nicht nur ein subjektiver Eindruck vieler Erwerbstätiger. Auch Menschen, die die Arbeitswelt wissenschaftlich erforschen, kommen zum gleichen Schluss. Martin Hafen, Dozent für Prävention und Gesundheit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern, erwähnt in einem Interview mit der Initiative Grundeinkommen das grosse Problem: Es gibt während der Arbeit – die einen grossen Teil der Lebenszeit ausmacht – kaum mehr Zeit für informelle Kontakte. Keine Zeit mehr für einen Schwatz mit KollegInnen, richtige Pausen, für Gespräche, die nicht Arbeitsgespräche sind. Das mache krank, sagt Hafen: «Die Leute fallen aus dem Arbeitsprozess raus, weil sie mit dem Druck nicht mehr zurande kommen und keine Dämpfungsmöglichkeiten in Form von informellen sozialen Kontakten mehr haben.» Viele Erwerbstätige landen deshalb früher oder später bei der IV. Das ist traurig und absurd, denn sie könnten durchaus arbeiten – wenn die Arbeitswelt nicht «anti­humanistisch» wäre, wie es Martin Hafen nennt. Jetzt kommt die 5. IV-Revision. Sie hat das erklärte Ziel, die Zahl der Neurenten drastisch zu senken. Wie sollen diese Menschen, die den Druck nicht mehr aushalten, wieder arbeitstüchtig werden? Die IV verspricht ein interessantes Mittel: mehr Druck.

Das Angebot ist schuld

Dabei machen sich die IV-ReformerInnen zunutze, dass Erwerbsarbeit trotz allen Leidens für die meisten Menschen immer noch das ist, was dem Leben einen Sinn gibt. Noch mehr Angst als vor dem Arbeitsdruck haben wir davor, keine Arbeit zu haben. «Arbeit statt Fürsorge», das tönt doch gut. Wäre es wohl auch, wenn es noch Arbeit gäbe, die nicht nur flexible, junge, kinderlose, kerngesunde SelbstoptimiererInnen ­leis­ten können. Und wenn die IV-Revision die Firmen verpflichten würde, auch Alte, Angeschlagene und Amputierte anzustellen. Das tut sie aber nicht.

Die Botschaft zur 5. IV-Revision erwähnt zwar kurz, dass die starke Zunahme von psychischen Erkrankungen etwas mit «Veränderungen in der Arbeitswelt, unter anderem Beschleunigung und Verdichtung der Arbeit», zu tun haben könnte. Doch dazu gebe es «wenig erhärtete Daten» (es wäre nicht schwierig, solche zu bekommen), und anschliessend relativiert der Text das Problem gleich wieder: ÄrztInnen und Versicherte «reagieren auf psychische und soziale Faktoren ihres Umfeldes mit grösserer Sensibilität als früher». Psychische Erkrankungen seien «kein Tabuthema mehr. Folgerichtig wirkt heute eine Invalidität aus psychischen Gründen weniger stigmatisierend als früher» (fragen Sie einmal eine Frau mit Psychiatrievergangenheit, die eine Stelle sucht …). Ausserdem habe die Zahl der PsychiaterInnen mit eigener Praxis stark zugenommen – «die Nachfrage wird deshalb durch das Angebot (mit-)bestimmt». Psychische Probleme haben also gar nicht zugenommen, sie werden nur häufiger behandelt als früher – oder sogar durch das bessere Behandlungsangebot künstlich hervorgerufen, ist das Fazit. So wird das Problem elegant aus der Welt geschafft.

Möglichst viele Menschen sollen wieder arbeitsfähig gemacht werden. Darum verschärft die 5. IV-Revision den Zumutbarkeitsbegriff. Das tönt dann so: «Artikel 21 Absatz 4 ATSG bestimmt sodann, dass Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, welche eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, unzumutbar sind. Innerhalb dieses Rahmens soll nun aber neu festgehalten werden, dass prinzipiell jede Massnahme, welche der Eingliederung der versicherten Person ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient, zumutbar ist.» Alles ist zumutbar, wenn es nicht gerade tödlich ist.

Der folgende Satz löst kaltes Grauen aus: «Anderseits ist das Zumutbarkeitsprinzip auch anzuwenden bei der Beurteilung der Frage, wie die Restarbeitsfähigkeit einer versicherten Person auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch verwertet werden kann.» Diese grausame Sprache weist weit über das konkrete Geschäft der IV-Revision hinaus. Sie zeigt, wo wir uns heute befinden: Die Zeit des sozialstaatlich abgefederten Kapitalismus ist endgültig vorbei. Wir sind auf dem Weg zurück in den rohen Kapitalismus der Frühindustrialisierung. Wer sich nicht verwerten lässt, ist nichts wert (auf Lateinisch heisst das invalid).

Objektiv tuts nicht weh

Eine IV-Rente soll künftig nur noch bekommen, wer wegen eines Gesundheitsschadens nicht mehr arbeiten kann. Sogenannte invaliditätsferne Gründe wie Suchtprobleme, soziale Situation, Alter oder schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt werden nicht mehr berücksichtigt. Leute, die aus solchen Gründen aus der IV rausfallen, werden aber keine Jobs finden. Sucht, Armut, Ausgrenzung machen krank, es gibt genug Studien darüber. Diese Leute werden sich wohl einfach so lange durch irgendwelche Beschäftigungsprogramme quälen, bis sie auch «objektiv» körperlich krank sind.

«Subjektiv» und «objektiv» sind zentrale Begriffe in der Botschaft zur IV-Revision: «Neu wird ausdrücklich festgehalten, dass das subjektive Empfinden der versicherten Person bei der Beurteilung der Zumutbarkeit, eine Arbeitsleistung zu erbringen und damit ein Erwerbseinkommen zu erzielen, in Zukunft nicht mehr massgebend ist. Entscheidend ist, ob dieser Person aus objektiver Sicht zugemutet werden kann, trotz der subjektiv erlebten gesundheitlichen Probleme (z.B. Schmerzen) einer Arbeit nachzugehen.» Eine Schmerzpatientin, der «objektiv» nichts fehlt, soll, wenn nötig schreiend vor Schmerzen, zu einer Arbeit geprügelt werden. Oder ein Depressiver: Was ist denn sein Problem, «objektiv» gesehen? Er hat doch alles, was er zum Leben braucht!

Glaubt irgendjemand wirklich, so würden Menschen geheilt? Werden Menschen, die so behandelt werden, langfristig eingegliedert? Nein, unter diesen Bedingungen sinkt ihre «Restarbeitsfähigkeit» wohl ziemlich schnell gegen null. Wenn aber die Eingliederung nicht funktioniert, geht auch das mit dem Sparen schief. Kurzfristig ist zwar das IV-Budget geschönt, aber die Kosten werden verlagert zur Sozialhilfe und zu den Ergänzungsleistungen. Mittelfristig werden viele, die aus der IV fallen, so krank werden, dass sie dann doch wieder bei ihr landen. In den Niederlanden hat diese Entwicklung bereits stattgefunden (siehe untenstehenden Text von Kurt Wyss).

Der Scheininvalidenverdacht ist die Basis der 5. IV-Revision. Die jahrelange Entsolidarisierungsarbeit der Rechten ist endgültig auf der Gesetzesebene angekommen. Wer genau das, was die Leute krank macht, als Heilmittel propagiert, sagt nichts anderes als: Die sind gar nicht krank. Die tun nur so. Mit etwas Härte kommen sie schon wieder zur Vernunft. Darauf gibt es nur eine vernünftige Antwort: Ein Nein zur 5. IV-Revision am 17. Juni!

siehe auch diesen Artikel.

aus WOZ Nr. 13/06:

Eingegliedert und ramponiert

Von Kurt Wyss

Vor zehn Jahren reformierten die Niederlande ihre Invalidenversicherung. Die Folgen waren katastrophal. Heute geht die Schweiz in die gleiche Richtung.

In den Niederlanden wurde der Sozialdemokrat Wim Kok im Jahr 1994 zum neuen Premierminister gewählt. Kok stellte seine Regierungsarbeit unter den Slogan «Arbeit, Arbeit, Arbeit» und intensivierte damit eine Politik, die schon von der christlich-demokratischen Vorgängerregierung unter Ruud Lubbers ab den späten achtziger Jahren vorangetrieben worden war. Die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Personen sollten mittels Workfare-Massnahmen – «Arbeit statt Fürsorge» – wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Von dieser Politik waren auch die BezügerInnen von Geldern aus der Invalidenversicherung betroffen. Konkret wurde bei der Zusprechung von IV-Renten eine härtere Linie gefahren (mehr Ablehnungen), und auch die bestehenden Renten wurden mittels Neuüberprüfungen einem härteren Regime unterworfen. In den neunziger Jahren ergriffen die Niederlande damit genau diejenigen repressiven Massnahmen, die gegenwärtig in der Schweiz im Zusammenhang mit der 5. IV-Revision geplant und teilweise schon im Vorgriff (grössere Ablehnungsraten) umgesetzt worden sind. Es lohnt entsprechend, sich den niederländischen Fall näher anzusehen.

Die niederländische Workfare-Politik in der IV hatte zunächst zur Folge, dass weit weniger Personen eine IV-Rente zugesprochen erhielten als im internationalen Vergleich und dass gleichzeitig sehr viel mehr Personen als üblich ihre Rente wieder verloren. Im Jahr 1995 betrug die Austrittsrate aus der Invalidenversicherung in den Niederlanden etwa sieben Prozent, in den meisten anderen europäischen Ländern dagegen lediglich etwa ein Prozent. Die Massnahmen führten bis Mitte der neunziger Jahre zu einem Allzeittief bei den Eintrittsraten und zu einem Allzeithoch bei den Aus trittsraten und den Ablehnungsraten (verweigerte Renten). «Es schien, dass diese Entwicklungen eine Erfolgsgeschichte würden», hält eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fest.

Die Erfolgsgeschichte verkehrte sich aber relativ rasch in einen Albtraum. Nach 1995 kehrten sich die Trends bei Eintritts- und Austrittsraten nämlich wieder um, und die Rate der BezügerInnen von Leistungen der Invalidenversicherung begann – ausserordentlich stark – wieder anzusteigen. Gemäss den Ausführungen der OECD war die Zahl der Rentengesuche im Jahr 1999 höher als jemals zuvor. Was war geschehen?

Es ist davon auszugehen, dass im Zuge der repressiven Massnahmen vielen Menschen das Anrecht auf eine IV-Rente verwehrt wurde, die infolge einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung auf eine solche angewiesen gewesen wären. Infolge der Rückweisung waren diese Menschen gezwungen, die Workfare-Mühlen der Arbeitslosenversicherung oder der Sozialhilfe zu durchlaufen – infolge ihrer Krankheit oder ihrer Behinderung ohne realistische Chance, wieder eine Stelle zu finden. In dieser Zeit dürfte die Lage dieser Menschen sich sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht verschlechtert haben – derart, dass man ihnen schliesslich doch noch eine IV-Rente zusprechen musste. Entsprechend drastisch nahmen die Eintrittsraten zu.

Auch niederländische WissenschaftlerInnen stellen den Workfare-Massnahmen ein schlechtes Zeugnis aus: «Was (teilweise) behinderte ArbeitnehmerInnen betrifft, kann man klar sagen, dass die Massnahmen ineffektiv und sogar kontraproduktiv sind», schreibt der Sozialwissenschaftler Wim van Oorschot von der Universität Tilburg. In der erwähnten OECD-Studie wird im Weiteren darauf hingewiesen, dass die USA unter Ronald Reagan schon in den achtziger Jahren denselben Weg gegangen sind und seit den neunziger Jahren auch Norwegen die gleiche Politik betreibt.

Das Grundproblem, das jetzt auch mit der in der Schweiz geplanten und teilweise im Vorgriff umgesetzten 5. IV-Revision geschaffen wird, ist dasselbe wie in den Niederlanden: Die Abweisung von Antragstellenden und die Aufhebung bestehender Renten führt zwar zu einer «Verschönerung» der Statistik respektive zu finanziellen Einsparungen bei der IV. Die betroffenen Menschen verschwinden aber nicht etwa, sondern durchleben im Versteckten eine Leidenszeit und werden sich früher oder später wieder bei der IV melden müssen – dann aber in einem sehr viel ramponierteren Zustand.

Kurt Wyss ist in Zürich als freiberuflicher Soziologe tätig.

OECD: «Transforming Disability into Ability. Policies to Promote Work and Income Security for Disabled People». Paris 2003. 220 Seiten. Fr. 56.50.

SWX: Abschied vom Börsenverein?

Abschied vom Verein?

Nun also doch. Nachdem Management und Verwaltungsrat der SWX in den vergangenen Jahren dem drängenden Verlangen von SIS und Telekurs nach einer Hochzeit stets die kalte Schulter gezeigt hatten, sagt der Börsenbetreiber plötzlich doch «Ja». Möglich wurde dies durch zwei Entwicklungen: Zum einen wechselten an den Spitzen der Verwaltungsräte von SWX und SIS die geradezu verfeindeten Protagonisten. Zum anderen sieht der neue SWX-Präsident Gomez in Form von derzeit neu entstehenden (alternativen) Börsen dunkle Wolken am Horizont.

Dass eine aus den drei bisher selbständigen, aber bereits technisch und teilweise operativ eng zusammenarbeitenden Firmen gebildete Holding wirklich viel besser auf die Umfeldveränderungen (stärkerer Wettbewerb, steigende technische und regulatorische Anforderungen, neue Kundenbedürfnisse) reagieren kann, ist aber fraglich. Viel vom Wohl und Wehe der SWX wird – ob allein oder in eine Holding integriert – ohnehin vom Verhalten der beiden Grossbanken abhängen. Wenn diese das alternative Börsenprojekt «Turquoise», das die beiden zusammen mit fünf anderen Investmentbanken aufziehen, tatsächlich voll unterstützen, wird die Luft für die Schweizer Börse dünn. Dann könnte sie über weitere Vernetzungen mit anderen Handelsplätzen (Fusionen schliesst sie aus) noch froh sein. Ob diese durch die neue Struktur leichter und vorteilhafter werden, hängt dann wohl vom jeweiligen Einzelfall ab.

Die Integration in eine Holding und die damit verbundene Umwandlung in eine Aktiengesellschaft ermöglichen der SWX aber einen eleganten Abschied von der schwerfälligen und konfliktbeladenen Vereinsstruktur. Es wird spannend sein zu sehen, ob die dafür nötige Dreiviertelmehrheit unter den Vereinsmitgliedern zustande kommt. Noch interessanter wird jedoch das anstehende Feilschen um die Höhe der Anteile für die verschiedenen Mitglieder und Interessengruppen an der Holding werden.

SWX, SIS und Telekurs wollen Fusion

Gemeinsame Medienmitteilung von
SWX Group, SIS Group und Telekurs Group

15.5.2007

SWX Group, SIS Group und Telekurs Group beabsichtigen Zusammenschluss

Die Verwaltungsräte der SWX Group, SIS Group und der Telekurs Group haben einer Absichtserklärung zum Zusammenschluss der drei Unternehmen zugestimmt. Im Rahmen der vorgesehenen Fusion sollen die Geschäftsaktivitäten der drei Unternehmen unter einem Dach gebündelt werden. Unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Eigentümer und die zuständigen Behörden wird die Transaktion Anfang 2008 wirksam.
An ihren jeweiligen Sitzungen haben die drei Verwaltungsräte der SWX Group, der SIS Group und der Telekurs Group beschlossen, ihre Aktivitäten unter einem Dach zusammenzufassen. Durch diese Bündelung der Kräfte wollen die drei Organisationen optimale Dienstleistungen für den Finanzplatz Schweiz nachhaltig sicherstellen.

Die Neuausrichtung hat folgende Vorteile:
• Die Zusammenfassung der Aktivitäten von SWX, SIS und Telekurs stärkt die Finanzplatzinfrastruktur und steigert die Effizienz und Innovationskraft über die gesamte Wertschöpfungskette.
• Eine integrierte Finanzmarktinfrastruktur mit vereinfachter Governance-Struktur, gebündelter Kapitalstärke und gesteigerter Innovationskraft ist positiv für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz.
• Die vereinigte Unternehmensgruppe pflegt eine enge Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und verfügt weiterhin über eine offene Architektur mit freiem Zugang zu Handel, Clearing und Settlement.
• Die Eigentümerstruktur ist deshalb auf langfristige Stabilität ausgerichtet und umfasst die bisherigen in- und ausländischen Finanzmarktteilnehmer, die auch Nutzer der Unternehmen sind.

Der intensivierte internationale Wettbewerb der Finanzplätze, steigende Anforderungen an die technische Infrastruktur, schnell ändernde Kundenbedürfnisse sowie die zunehmende Komplexität der regulatorischen Anforderungen haben die Verwaltungsräte der drei Unternehmen zu einer Neubewertung der kritischen Erfolgsfaktoren für eine zukunftsgerichtete Finanzplatz-Infrastruktur veranlasst. Die Verwaltungsräte gehen davon aus, dass die Bündelung der Aktivitäten der drei bereits heute schon eng zusammenarbeitenden Unternehmen und die Organisation unter einem Dach diesen Anforderungen bestmöglich entspricht.
Innerhalb des neuen Unternehmens werden die jeweiligen Geschäftsbereiche ihre eigenständige unternehmerische Verantwortung behalten. Es ist geplant, dass sich der neue Verwaltungsrat unter der Leitung des designierten Verwaltungsratspräsidenten Prof. Dr. Peter Gomez, dem heutigen Präsidenten des Verwaltungsrats der SWX Group, konstituiert.

In den folgenden Monaten wird die Struktur der neuen Unternehmensgruppe entwickelt und ein Massnahmenplan zur Umsetzung erarbeitet. Da sich die drei Unternehmen komplementär ergänzen,
wird es im Rahmen des Integrationsprozesses keinen nennenswerten Abbau von Arbeitsplätzen geben. Mit den bisherigen Eigentümern der SWX, SIS und Telekurs werden intensive Konsultationsgespräche geführt. Sobald das Projekt zur Entscheidungsreife gelangt ist, wird in ausserordentlichen Generalversammlungen der SWX Group, der SIS Group und der Telekurs Group über die Vorlage entschieden. Bis zur Umsetzung bleiben die bisherigen Organe und Führungsstrukturen erhalten.

Prof. Dr. Peter Gomez, Präsident des Verwaltungsrats, SWX Group, kommentierte die Pläne der drei Organisationen wie folgt: «Mit dem geplanten Zusammenschluss stärken wir den Finanzplatz Schweiz durch ein integriertes Infrastruktur-Angebot über die gesamte Wertschöpfungskette. Die offene Architektur gibt uns weiterhin freien Zugang zu allen Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit.»

Romeo Lacher, Präsident des Verwaltungsrats, SIS Group, ergänzte dazu: «Die SIS Group stellt sich bereits seit längerer Zeit erfolgreich den rasanten Veränderungen im internationalen Wertschriftengeschäft. Der Zusammenschluss mit den beiden Partnern hilft uns, auf dem eingeschlagenen Weg noch besser und effizienter zu werden und gemeinsame Projekte rasch zu realisieren.»

Stephan Zimmermann, Verwaltungsratspräsident der Telekurs Group, sagte: «Die Telekurs Group arbeitet bereits seit Jahren sehr eng mit der SWX und der SIS zusammen. Durch die geplante Bündelung der Kräfte wird das neue Unternehmen noch internationaler aufgestellt sein und sich dadurch im Wettbewerb der Finanzplätze auch zukünftig an der Weltspitze positionieren können.»

Für weitere Auskünfte:
Werner Vogt, Mediensprecher SWX Group Telefon: +41(0)58 854 26 75 Fax: +41(0)58 854 27 10 E-Mail: pressoffice@swx.com

Ursula Seeberger, SIS Swiss Financial Services Group AG, PR & Communication
Telefon: +41(0)44 288 45 61
Fax: +41(0)44 288 47 43
E-Mail: ursula.seeberger@sisclear.com

Bernhard Wenger, Mediensprecher Telekurs Group
Telefon: +41(0)44 279 22 20
Fax: +41(0)44 279 23 36
E-Mail: bernhard.wenger@telekurs.com

SWX Group
Die SWX Group zählt zu den führenden europäischen Börsendienstleistern und bietet ihren Kunden ein umfassendes Portfolio von Lösungen rund um den nationalen und grenzüberschreitenden Handel von Effekten. www.swxgroup.com

SIS Swiss Financial Services Group AG (SIS Group)
Die in der Wertschriftendienstleistung tätige Holdinggesellschaft SIS Swiss Financial Services Group AG bildet das Dach der vier Unternehmen SIS SegaInterSettle AG, SIS x-clear AG, SAG SIS Aktienregister AG und SIS Systems AG. www.group.sisclear.com

Telekurs Group
Die Telekurs Group ist ein international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit den Schwerpunkten kartenbasierte Zahlungstransaktionen, elektronische Zahlungssysteme und internationale Finanzinformationen. www.telekurs.com

Noch im November hatte sich Gomez gegen die nun geplante Dreierfusion ausgesprochen: Die Schaffung einer Schweizer Finanzmarktholding von SWX, SIS und Telekurs könnte zwar die Produktivität steigern. „Man muss sich aber fragen, ob man sich dadurch nicht strategische Freiheiten verbaut, mit jemandem anderen zusammenzugehen“, sagte Gomez damals.

Vertrauen in ZKB Bankrat intakt

Vertrauen in ZKB-Bankrat auch nach dem «Fall Sulzer» intakt

Aufsichtskommission sieht Fehler nicht beim Bankrat – ZKB-Bonussystem soll überprüft werden

Der Bankrat hat im «Fall Sulzer» keine Fehler begangen. Zu diesem Schluss kommt die kantonsrätliche Aufsichtskommission nach einem Gespräch mit dem Bankratspräsidenten. Um solche Vorfälle zu verhindern, sollen die Boni der ZKB-Händler überprüft werden.

Zürich war gestern nicht nur Schauplatz der Ankündigung des vorzeitigen Rücktritts von Hans Vögeli, dem Chef der Zürcher Kantonalbank (ZKB), sondern auch Bühne des politischen Nachspiels im «Fall Sulzer». Im Kantonsrat stritten die Parteien am Morgen über die künftige Ausrichtung und Kontrolle der Staatsbank. Am Nachmittag musste ZKB-Bankratspräsident Urs Oberholzer der siebenköpfigen parlamentarischen Aufsichtskommission Red und Antwort stehen.

Boni stehen zur Debatte

Wie konnte es dazu kommen, dass die ZKB als langjährige Hausbank von Sulzer ausländischen Financiers dazu verhalf, trotz einem internen Verbot namhafte Beteiligungen des Traditionsunternehmens aufzubauen? Lag es zuletzt vielleicht auch an der mangelhaften Aufsicht durch den Bankrat? Nein, erklärte Gerhard Fischer (evp.), Präsident der ZKB-Aufsichtskommission, nach der Sitzung. Das Gespräch mit Oberholzer habe bestätigt, dass innerhalb der ZKB Informationen gegenüber dem Bankrat unterschlagen worden seien. Der Bankrat habe Untersuchungen eingeleitet, sei jedoch nicht korrekt informiert worden. «Bei der ZKB wurde gelogen», sagte Fischer. Das Aufsichtssystem durch den 13-köpfigen Bankrat habe sich bewährt. Das Vertrauen in das Gremium sei intakt. «Der Bankrat hat keine Fehler begangen», sagte Fischer. Enttäuschend sei einzig, dass im «Tages- Anzeiger» – offenbar durch ein Mitglied des Bankrates – der Rücktritt des ZKB-Chefs vorzeitig publik gemacht wurde.

Nun, so Fischer weiter, gehe es vor allem darum, bei der ZKB die internen Kontrollmechanismen zu verbessern. Das Handelsgeschäft müsse transparenter werden, forderte der EVP-Kantonsrat. Ausserdem müsse das Reglement über die Bonuszahlungen in dieser Sparte überprüft werden. «Die Verlockungen der Boni im Handelsgeschäft sind ein Problem», sagte Fischer. Bankratspräsident Oberholzer bestätigte auf Anfrage, dass bei der ZKB das Bonusmodell zur Diskussion stehe. Klar sei aber, dass die ZKB auch weiterhin konkurrenzfähig bleiben müsse.

Schwierige Aufsicht

Für die in der heutigen Form etwas zahnlose parlamentarische Aufsichtskommission sieht Fischer hingegen keinen Handlungsbedarf. Die Hauptaufgabe des Gremiums besteht gegenwärtig in der Prüfung von Rechnung und Geschäftsbericht der ZKB. Bereits bei der letzten Revision des Kantonalbankengesetzes seien die Kompetenzen des Gremiums erweitert worden, sagte Fischer. Mehr Kompetenzen stünden nicht zur Debatte. «Wir dürfen uns keine Illusionen machen. Wir können immer erst im Nachhinein überprüfen, was vorgefallen ist», sagte Fischer. – Bankratspräsident Oberholzer betonte im Gespräch, dass bei der ZKB nicht die Kontrollmechanismen versagt hätten, sondern der Mensch. Klare Vorgaben seien nicht eingehalten worden. Dass der Bankrat überhaupt unkorrekt informiert werden konnte, führt Oberholzer auf die Komplexität der Materie zurück. Das Handelsgeschäft sei schwierig. Auch eine Untersuchung habe die wahren Vorgänge nicht ans Licht bringen können.

Der «Fall Sulzer» bringt erneut Fragen über die Rechtsform und die Staatsgarantie der ZKB aufs Tapet. Ginge es nach den Wünschen von Oberholzer, wäre die ZKB in fünf Jahren eine Aktiengesellschaft mit einer eingeschränkten Staatsgarantie, wie er in einer Sendung des «Regionaljournals» von Radio DRS sagte. Der heutige Leistungsauftrag solle jedoch beibehalten werden. Dies unterscheide die ZKB von anderen Banken.

ZKB Chef tritt zurück


Hans Vögeli muss nach dem Sulzer-Deal seiner Handelsabteilung mit ausländischen Investoren seinen Sessel räumen.
(Bild: Keystone)

Wegen Sulzer-Deal: ZKB-Chef tritt zurück

Hans Vögeli, Chef der Zürcher Kantonalbank (ZKB) stolpert doch über das Sulzer-Debakel seiner Handelsabteilung. Sein Rücktritt wird heute um 8.15 Uhr bekanntgegeben.

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, sei der Druck auf Vögeli am Wochenende zu gross geworden. Der «Tages-Anzeiger» beruft sich auf eine Quelle aus dem Bankrat, dem Aufsichtsgremium der ZKB.

Um 8.15 Uhr morgens soll der Kantonsrat über den Rücktritt Vögelis informiert werden. Um 10.00 sollen die restlichen Medien an einer Medienkonferenz ins Bild gesetzt werden.

Die ZKB-Spitze hatte wohl nicht die Wahrheit gesagt, was die Transaktionen von Sulzer-Aktien an ausländische Investoren betrifft. Vögeli soll bereits früher gewusst haben, dass seine Handelsabteilung Sulzer-Aktienpakete für den russischen Investor Viktor Vekselberg schnürte.

In einem ersten Schritt hat Vögeli Handelschef Hans Fischer entlassen. Dieser soll seine Vorgesetzten zu spät informiert haben.

Der Konzernchef der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Hans Vögeli, übernimmt
die Verantwortung für Fehler bei den Handelsgeschäften mit
Sulzer-Aktien und tritt Ende Mai zurück. Sein designierter Nachfolger
Martin Scholl übernimmt die Leitung der Geschäfte damit bereits am 1.
Juni statt wie ursprünglich geplant Anfang 2008, wie die drittgrösste
Schweizer Bank am Montag mitteilte.

Der «Fall Sulzer» hat bei der Zürcher Kantonalbank nun auch Auswirkungen auf das oberste Kader. ZKB-Chef Hans Vögeli übernimmt die formelle Verantwortung und tritt vorzeitig per Ende Mai zurück. Damit tritt der designierte CEO Martin Scholl sein Amt früher als geplant an.   Tritt kein leichtes Amt anMartin Scholl: Tritt kein leichtes Amt an (Bild key)

So hat sich ZKB-Chef Hans Vögeli seinen Abgang nicht vorgestellt. Statt in Ehren sein Amt im kommenden Jahr an den designierten Nachfolger Martin Scholl abzugeben, wirft Vögeli bereits per Ende Mai das Handtuch.

Gestolpert ist der ehrgeizige Banker, dem die Zürcher Staatsbank Rekordgewinne in Folge zu verdanken hat, einem Handelsgeschäft mit Sulzer-Aktien. «Dank» der eigenen Hausbank sieht sich der Winterthurer Sulzer-Konzern nun einer feindlichen Übernahme ausgesetzt.

Das Bankpräsidium der ZKB beschloss weiter, sich mit sofortiger Wirkung von Markus Hofmann, Leiter Handel und Kapitalmarkt, zu trennen. Die Handelsaktivitäten im Fall Sulzer hätten gegen interne Vorgaben der ZKB verstossen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Führungsverantwortung sei auf verschiedenen Ebenen nicht wahrgenommen worden. Für diese Fehler übernehme Vögeli die formelle Verantwortung. Mit seinem Rücktritt wolle Vögeli einen Beitrag leisten, damit möglichst rasch wieder Ruhe in der Bank einkehre.