Monatsarchiv: Dezember 2006

Frohe Weihnachten


Musste das sein?
Ja das musste jetzt sein.

Und jetzt wird es richtig gemütlich

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Erdbeben Basel: Bohrturm wird abgebaut

Bohrturm in Basel wird demontiert

Nach Erdbeben sollen zuerst Daten analysiert werden

Nach dem künstlichen Erdstoss in Basel wird der Geothermie-Bohrturm demontiert und allenfalls in einem anderen Projekt eingesetzt. Die Geopower AG will damit Zeit gewinnen für Analysen und Standkosten vermeiden. Sollte eine Fortsetzung der Bohrungen beschlossen werden, stünde ein neuer Turm in sechs bis neun Monaten.

(sda) Der Verwaltungsrat der Geopower Basel AG als Trägerin des Energie-Pionierprojektes «Deep Heat Mining» hat eine «zusätzliche Phase» beschlossen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei sollen die bis zum Stopp nach dem Erdstoss vom 8. Dezember gewonnenen Daten «ohne Zeit- und Kostendruck» analysiert werden.

Der stillstehende Bohrturm samt Personal kostet unter dem Strich laut Geopower-Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener eine sechsstellige Summe pro Tag. Darum habe man nun Turm und Team per sofort «frei gegeben». Die Bohrfirma könne damit anderswo nach Öl oder Gas bohren; die Branche boome derzeit, sagte er auf Anfrage.

Unerwartete Stärke des Bebens  

Gründlich analysiert werden sollen die Daten aus der ersten so genannten «Stimulationsphase». Dabei war durch ein erstes Bohrloch Wasser mit Hochdruck 5000 Meter tief ins Gestein gepresst worden, um dieses so aufzubröseln, dass später genügend Wasser mit wenig Druck zu einem zweiten Bohrloch fliessen und sich erhitzen kann. Dieses Stimulieren oder «Klüften» hatte den mit einem Wert von 3,4 unerwartet starken Erdstoss ausgelöst. Zuvor habe es insgesamt rund 12’000 Erschütterungen gegeben, von denen zuvor fast keine bemerkt worden war.

Laut Schwendener ist die entscheidende Frage, ob garantiert werden kann, dass das Projekt keine starken Stösse mehr auslöst. Heikel sei dabei die Definition der Akzeptanzschwelle für die unvermeidlichen Erschütterungen, da die «gefühlte Stärke» nicht immer zum Messwert passe. Für ihn wäre eine Stärke von 2,7 zumutbar: Das entspricht dem zweitgrössten in Basel registrierten künstlichen Erdstoss, und bei dem habe niemand reklamiert.

Keine Garantie für Gelingen

Der Geopower-Verwaltungsrat gibt sich «nach wie vor vom grossen Energieversorgungspotenzial der Geothermie überzeugt». Schwendener räumt indes ein, dass es weiter keine Garantie für das Gelingen des Basler Projekts gebe. Kleinere Projekte seien andernorts gelungen, doch in Basel gehe es um das erste in kommerziellen Dimensionen.

Bis man weiss ob es klappt, muss noch zweimal geklüftet werden: Die Stimulationsphase vom ersten Bohrloch aus ist noch nicht fertig, und vom noch nicht gebohrten zweiten Loch aus muss man ebenfalls Wasser einpressen, um die Klüfte zu verbinden.

Entscheid über Fortsetzung bis Ende Januar

Bis zum 5. Januar muss Geopower nun der Regierung rapportieren. Einen Entscheid über die Fortsetzung und allfällige Auflagen erwartet Schwendener bis Ende Januar 2007. Die Projektkosten sind laut Communiqué bis und mit der neuen Phase gedeckt. Die Mittel für eine nötige Kapitalaufstockung seien bei den Aktionären bewilligt.

Die Geopower hält im Übrigen fest, dass sie eigentlich die vorgesehene zweite Tiefenbohrung starten könnte, da der Stopp nur über das Klüften verhängt worden ist. Es sei jedoch fraglich, ob das Sinn mache, bevor die Rahmenbedingungen für die Fortsetzung geklärt sind.

Loriot: Weihnachtseinkäufe

Opa Hoppenstedt ist auch schon im Weihnachtsstress

Voltaire

il est dangereux d’avoir raison quand les autorités constituées ont tort

Erdbeben in Basel: Grund zur Sorge?

Erdbeben durch Deep Heat Mining Projekt

Auch letzte Nacht wurde ich wieder durch unangenehmes Zittern geweckt. Das Beben mit Magnitude 2,5 war beängstigend lange spürbar, sicher 10sec, wobei es vorher schon einige Sekunden vibriert haben muss, sonst wäre ich nicht wach geworden. Es gab dieses Mal keinen Knall und auch sonstige Geräusche nahm ich keine wahr, kein Gläserzittern, keine knirschenden Holzbalken, nur das Zittern, welches eine kleine Ewigkeit von über 10sec dauerte. Wir haben ein Problem in Basel. Das ist für mich klar. Ich weiss nur nicht wie gross das Problem ist.

Genau heute vor einer Woche, am 8.12.2006 wurde das Deep Heat Mining Projekt in Kleinhüningen/Basel sistiert. Die Stärke der Erdbeben war seit dem Start der Wassereinpressungen vom 2.12.2006 kontinuierlich angestiegen. Seit dem 6.12.2006 waren Probleme selbst für den Laien unübersehbar. Die Stärke und Häufigkeit der Erdstösse erreichte auch für die Experten unerwartete Grössen. Seit dem Stopp des Versuchs hat die Anzahl der Beben deutlich abgenommen. Nur leider sind die Erdstösse immer noch auf einem deutlich höheren Niveau als vor dem Geothermie Versuch. Sowohl in der Häufigkeit als auch in der Stärke. Das gestrige Erdbeben mit Magnitude 2,5 ist beunruhigend: Führt es uns doch spürbar vor Augen, dass die Beben nicht einfach nur langsam abklingen, um dann wieder ganz zu verschwinden, sondern wir uns hier in Basel mit der erhöhten Seismizität vorerst mal abfinden müssen. Es demonstriert uns auch, dass die im Projektbeschrieb und auch jetzt noch in verschiedenen Medien publizierte Aussage, die durch die Stimulation hervorgerufene erhöhte Seismizität sei a) temporär und bloss auf die Zeitdauer der Stimulation beschränkt, und b) an der Oberfläche nicht spürbar, es zeigt uns, dass sowohl a) wie b) falsch sind.

Doch solange die Seismo-Experten ihre Kommentare auf die Webseite/Blog schreiben, können wir erfahrungsgemäss eher beruhigt sein. Wenn die Lage eskaliert (wie in der Zeit vom 6.12.-8.12.06) werden zwar die Erdbeben aufgelistet, aber die meist etwas schönfärberischen Kommentare der ETH Crew bleiben dann ganz weg. Es ist eine unangenehme Situation für die Seismologen: Erdbeben können nicht vorausgesagt, noch verhindert werden.

Ausserdem war schon vor dem Vorfall in Basel bekannt, dass Geothermie Bohrungen und v.a. die Wassereinpressungen Erdbeben auslösen, z.T. schon ohne dass künstlich Druck auf das Bohrloch aufgesetzt wird, sondern alleine durch starke Regenfälle in/auf das Bohrloch. Das erste Mikrobeben in Basel wurde am 10.11.2006 ausgelöst durch das Betonieren des Bohrlochs! Es braucht leider wenig…
Das Wassereinpressen wurde gestoppt und der Druck ist nun wieder auf dem Normalniveau, trotzdem haben wir noch Erdbeben. Die Stimulation in 5 km Tiefe hat offensichtlich irreversible Veränderungen hervorgerufen, die für die Bevölkerung hier alles andere als wünschenswert sind. Wenn es immer wieder leicht bebt, wird es irgendwann einmal auch wieder stark beben. Je öfter es leicht bebt, desto wahrscheinlicher ist ein starkes Beben. Dies scheint allen klar zu sein, bloss den Geothermie Experten nicht.

Jammern hilft nicht, nur der Stopp des Geothermie Projekts in der Erdbebenregion Basel hilft. Und das eine oder andere Gebet, auf das wir verschont bleiben, schadet sicher auch nichts. Bevor es zu spät ist.

Auf der obigen Grafik sind auf der X-Achse die registrierten Ereignisse und auf der Y-Achse die Magnituden der registrierten Erdstösse aufgezeichnet. Zur besseren Lesbarkeit sind die Tage abwechselnd in rot und blau eingezeichnet. So kann man die Tage besser auseinanderhalten und sieht auf einen Blick wieviele Ereignisse an einem Tag waren. Die Daten basieren auf den veröffentlichten Messungen des Schweizerischen Erdbebenzentrums

Siehe auch die älteren Artikel zum Thema Erdbeben in Basel.

Erdbeben um das Bohrloch

IV-Revision: Böse Therapie

Therapie mit bösen Folgen

Von Susan Boos

Die fünfte IV-Revision ist ein fieses Paket: Man
kürzt Leistungen und will die Behinderten zur Arbeit nötigen. Doch die
Arbeitsplätze gibt’s nicht.

Auch eine gute Idee wird schlecht, wenn sie nur Mittel
zum bösen Zweck ist. Die fünfte Revision der Invalidenversicherung (IV)
tritt an mit einer guten Idee: «Eingliederung statt Rente» lautet ihr
Slogan. Das Böse daran: Die Eingliederung wird benutzt, um Behinderte
unter Druck zu setzen, um ihnen die Renten zu kürzen oder zu verweigern
– und um den Sozialabbau vernünftig und tragbar erscheinen zu lassen.

Gegenwärtig werden Unterschriften gegen diese IV-Revision gesammelt. Hier einige Gründe dafür, das Referendum zu unterzeichnen:
• Fehlende Verpflichtung für Unternehmen und Behörden:
Eingliedern statt Rente wäre sinnvoll, wenn die notwendigen
Arbeitsplätze zur Verfügung stünden. Die Unternehmen sind jedoch nicht
verpflichtet, Menschen einzustellen, die nicht voll leistungsfähig
sind. Die Bürgerlichen sperren sich selbst gegen eine bescheidene Quote, die zum Beispiel grössere Firmen zwingen würde, ein Prozent
ihrer Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderungen zu besetzen. Nicht
einmal der Bund würde heute diese Quote erfüllen. (In Deutschland
hingegen verpflichtet das Sozialgesetzbuch die Grossbetriebe und
öffentliche Einrichtungen, mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze
für Schwerbehinderte zu reservieren.)

• Zusatzrenten werden gestrichen: Angehörige von
IV-BezügerInnen bekamen bislang eine Zusatzrente. Diese soll nun
ersatzlos gestrichen werden. Die Zusatzrenten kommen vor allem Frauen
über fünfzig zugute, die ihre invaliden Männer pflegen.

• Jüngere erhalten weniger: Wer vor dem 45. Lebensjahr
invalid wird, erhält künftig weniger Rente – der sogenannte
Karrierezuschlag, der künftige Lohnerhöhungen berücksichtigen sollte,
wird gestrichen.

• Neuer Mitwirkungszwang: Die Betroffenen sind in
Zukunft verpflichtet, «aus eigenem Antrieb alle zumutbaren Massnahmen
zu ergreifen», damit sie nicht zu einem IV-Fall werden. Wer dieser
«Selbsteingliederungspflicht» – wie der Bund es nennt – nicht
nachkommt, riskiert, keine oder geringere IV-Leistungen zu erhalten.

Unbestritten ist: Die IV steckt in finanziellen
Schwierigkeiten und hat einen Schuldenberg von über acht Milliarden
Franken angehäuft. Die vorliegende Revision hilft jedoch weder diese
Schulden abzubauen, noch löst sie die Finanzierungsprobleme
langfristig. Zudem werden die geplanten Massnahmen wenig bringen, aber
viel nehmen: Es sind vor allem Menschen ab Mitte fünfzig – insbesondere
Männer – , die auf eine IV-Rente angewiesen sind. «Einer von fünf Männern kurz vor der Pensionierung ist IV-Rentner», hält die jüngste
IV-Statistik fest. Überdurchschnittlich oft leiden sie an psychischen
Erkrankungen. Ihre Chance, der «Selbsteingliederungspflicht»
nachzukommen, dürfte gering sein. Die Wirtschaft will sie nicht mehr,
weil sie nicht mehr belastbar oder zu unproduktiv sind. Das hat ja erst
dazu geführt, dass die IV mit immer mehr Fällen und rapide steigenden
Kosten konfrontiert ist: Wer nicht mehr leistungsfähig war, wurde in die IV abgeschoben.

Der Slogan «Eingliederung statt Rente» hilft deshalb
wenig. Werden die Unternehmen nicht in die Pflicht genommen, kann weder
die IV noch der oder die Einzelne ihre Eingliederungsaufgabe erfüllen.
Ohne Spareffekt ist aber die nächste Abbaurunde bereits programmiert.

Derzeit sind etwa 20000 Unterschriften für das
Referendum gesammelt. Die regionalen Referendumskomitees versuchen
verzweifelt, bis Ende Januar die nötigen 50000 Unterschriften
zusammenzutragen. Es dürfte knapp werden: Vor allem in der
Deutschschweiz wird nur wenig auf der Strasse gesammelt, und bald kommen die Weihnachtsferien. Dabei geht es um mehr als Invalidenrenten:
Diese IV-Revision ist eines der ersten entscheidungsreifen Gesetze, die
einen massiven Sozialabbau festschreiben. Eine Annahme führt lediglich
dazu, dass Fürsorge und Ergänzungsleistungen stärker beansprucht und
die Kosten auf die Gemeinden und Kantone verlagert werden, die heute
schon über leere Kassen klagen.

www.ai-referendum.ch/SPIP/?lang=de
Artikel aus der WOZ

Hier kommt ALEX

SWX Group und Deutsche Börse gründen Börse «Alex»

SWX Group und Deutsche Börse AG führen ihren Handel mit strukturierten Produkten per 1. Januar 2007 in der gemeinsamen Tochtergesellschaft Alex zusammen. Alex hat sich zum Ziel gesetzt, Europas führende Börse in diesem Marktsegment zu werden. Den Vertrag zur Gründung und für den Betrieb einer gemeinsamen Börsenorganisation haben die Partner am 23. Oktober 2006 unterzeichnet. Mit dieser Kooperation weiten die SWX Group und Deutsche Börse AG ihre bereits bei Eurex und STOXX bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit aus: Eurex ist die weltgrösste Terminbörse und STOXX der führende europäische Indexanbieter. Mit Alex bündeln SWX Group und Deutsche Börse AG ihre Kräfte in einem Marktsegment mit grossem Wachstumspotenzial und schaffen einen neuen Marktstandard. Alex wird sich auf strukturierte Produkte konzentrieren und kann als spezialisierte Börse direkt auf die spezifischen Kundenbedürfnisse in diesem Segment eingehen. Die Vorteile von Alex liegen zudem in der Bündelung von Liquidität über ganz Europa auf einer Handelsplattform mit einem der grössten Teilnehmernetzwerke. Ausserdem verwendet Alex verschiedene Preisfeststellungsverfahren. Die Emittenten können das am besten geeignete Marktmodell für den Handel mit dem jeweiligen strukturierten Produkt wählen. Die neue europäische Börse für strukturierte Produkte plant zudem, in absehbarer Zeit Abwicklungsstrukturen zu implementieren, die Crossborder-Geschäfte zu nationalen Tarifen ermöglichen. Nationale Regulierung und bewährte Technologie Alex wird je eine Börse in der Schweiz und in Deutschland unter der jeweiligen nationalen Regulierung betreiben. In einem ersten Schritt wird Alex am 1. Januar 2007 Trägergesellschaft einer neuen Börse in der Schweiz, in welche die SWX ihr Geschäft mit Warrants und strukturierten Produkten ausgliedert. Gleichzeitig wird Alex Teilträger des Optionsschein- und Zertifikatehandels an der Börse Frankfurt, über welche die Anbindung europäischer Teilnehmer und Emittenten erfolgen soll. Der Handel an der Börse in der Schweiz wird zunächst auf der vor rund einem Jahr erfolgreich an der SWX eingeführten Quotematch-Plattform fortgeführt, auf welcher die Emittenten ihre strukturierten Produkte über das Internet Based Listing (IBL) schnell und günstig listen können. Im deutschen Markt kommt Anfang 2008 die Handelsplattform Xetra zum Einsatz, um den Zugang für europäische Teilnehmer zu vereinfachen. Alex wird darauf zwei Marktmodelle mit und ohne Beteiligung eines Intermediärs (Skontroführers) bei der Preisfeststellung anbieten, die beide auf Xetra abgebildet werden. Das Market Making, das zusätzlich Liquidität zur Verfügung stellt, können Emittenten entweder selbst wahrnehmen, oder diese Funktion an einen Intermediär übertragen. Mittelfristig soll der Handel beider Börsen über eine gemeinsame Technologie-Plattform laufen: Auf Ende 2009 ist die vollständige Migration auf die Xetra-Plattform geplant.
Marc Zahn, CEO,
Alex

Frühere Artikel zum neuen Börsenplatz: