Monatsarchiv: April 2008

SCOACH: Tadel für Market Maker

Trotz den herben Rückschlägen an den Aktienbörsen im Jahr 2008 haben strukturierte Produkte kaum an Anziehungskraft verloren. So schmerzhaft die Phase war, viele Investoren haben dabei dazugelernt. Sie wissen nun: Auf den Emittenten kommt es an. Das gilt nicht nur im Hinblick auf die Bonität einer Bank – ein Kriterium, das seit der Beinahepleite der Investmentbank Bear Stearns, die in Deutschland einige Dutzend Produkte im Markt hat, vermehrt ins Blickfeld gerückt ist. Sondern es gilt auch für das Verhalten der Emittenten in kritischen, weil sehr volatilen Marktphasen. Während der Turbulenzen an den Börsen Mitte Januar und Mitte März wurde – wie schon in ähnlichen Phasen im Vorjahr – bei den Banken die Spreu vom Weizen getrennt. Die Schönwetter-Emittenten verabschiedeten sich – teilweise während mehrerer Stunden – aus Produktsegmenten, während die Profis selbst in hoch volatilen Phasen tapfer weiter Kurse stellten und dabei auch die Gefahr von eigenen Verlusten in Kauf nahmen. Letzteres sollte eine Bank nicht allzu sehr betrüben, verdient sie doch mit strukturierten Produkten alles andere als schlecht. In Marktkreisen und den Foren im Internet tauchen sowohl grosse wie kleine, bekannte wie weniger bekannte Emittenten auf, an denen Kritik wegen teilweise mangelnder Kursstellung in den Märkten Deutschland und Schweiz geübt wird, etwa BNP Paribas, Banque Cantonale Vaudoise (BCV), Citigroup, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Merrill Lynch, Sal. Oppenheim und UBS. Allerdings kann sich das Verhalten der Banken schnell ändern, je nachdem, wie viel Personal gerade zur Verfügung steht oder ob vielleicht der Chef gewechselt hat. Während die Emittenten in Deutschland eigentlich zur Kursstellung zumindest für kleine Stückzahlen verpflichtet sind, fehlt derzeit diese Pflicht in der Schweiz völlig. Deswegen will die deutsch-schweizerische Derivatebörse Scoach völlig zu Recht auch in der Schweiz dazu übergehen, Fehlverhalten der Emittenten gemäss der Devise «name it and blame it» anzuprangern. In Deutschland macht sie dies schon erfolgreich seit einem Jahr, weswegen etwa die durchschnittliche Geschwindigkeit der Ausführung von Aufträgen von 10 Sekunden auf nun etwa 2,5 Sekunden gesunken ist. In der Schweiz will Scoach ab dem dritten Quartal sogar noch genauer auf das Verhalten der Emittenten schauen und auf täglicher Basis sowie teilweise pro Produkt die Daten veröffentlichen. Dieses sichtbare Tadeln ist effizienter als eine rechtliche Regulierung, schlägt die öffentliche Kritik doch bis in die höchsten Etagen der Banken durch.

Advertisements

Embryonen: Mix aus Mensch und Tier

Britische Forscher schaffen Embryonen aus Mensch und Tier

Britische Forscher haben
Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Tieren geschaffen.
Die Erzeugung dieser Chimären sei ein wichtiger Erfolg für die
Stammzellenforschung, erklärte die Universität von Newcastle.


Bild: Keystone

Die Experimente sind umstritten

Die Embryonen aus menschlichem Erbgut, das aus Hautzellen gewonnen wurde, und Eizellen von Kühen seien nach drei Tagen zerstört worden.
Gemäss Sondergenehmigung hätten sie spätestens nach 14 Tagen vernichtet werden müssen.

Die Forscher in Newcastle unter Leitung des Stammzellenforschers Lyle Armstrong kündigten einen weiteren Versuch an, mit welchem sie die Hybriden sechs Tage leben lassen wollen.

Sollten auch diese Versuche erfolgreich verlaufen, könnten nach den Vorstellungen der Forscher auch Embryonen aus Mensch und Kaninchen, Ziegen und anderen Tieren entstehen.

Ähnliche Experimente wollen auch Stammzellenforscher am King’s College in London unternehmen. Auch sie haben dafür bereits eine
Sondergenehmigung der britische Embryologie-Behörde HFA erhalten.

Die Wissenschafter wollen feststellen, ob sich Chimären-Stammzellen für die Behandlung schwerer Krankheiten nutzbar machen lassen.

In Grossbritannien ist im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern die Herstellung von Hybrid-Embryonen zu
Forschungszwecken seit 2007 erlaubt.

Tierische Eizellen stünden im Gegensatz zu menschlichen unbegrenzt zur Verfügung, sagte John Burn, der Leiter des Instituts für
Humangenetik der Universität von Newcastle, zur Begründung.

„Menschliche Eizellen sind sehr wertvoll und entsprechend schwer zu bekommen. So kamen wir auf die Idee, den Mangel durch die Verwendung von Kuh-Eizellen zu überwinden“, erläuterte er.

(sda)