Geothermie Basel: Erdbebendienst kritisiert Vorgehen

Der untentstehende Artikel ist aus der BaZ, meine Kommentare sind in rot.

ERDBEBENDIENST KRITISIERT VORGEHEN BEI GEOTHERMIE

PHILIPP LOSER

Die Beteiligten am Geothermie-Projekt sprechen nicht mehr mit einer Stimme: Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) moniert, zu spät einbezogen worden zu sein. Nun will der Kanton die Rolle des SED überprüfen.

Einen Tag nach dem dritten Beben in Basel kritisiert SED-Mann Nicholas Deichmann das Bewilligungsverfahren des Erdwärme-Projekts. Der SED hätte eine «umfassende Risikoanalyse» verlangt, wäre er im Vorfeld gefragt worden, sagte Deichmann in der NZZ von gestern. Gegenüber der baz bestätigt er: «Mit einer umfassenden Analyse hätte man besser abschätzen können, was für Erschütterungen zu erwarten sind.» Der Erdbebendienst wurde erst nach der erteilten Baubewilligung von der Geopower AG konsultiert. Seither hat Nicholas Deichmann die Bohrungen in Kleinhüningen und die damit ausgelösten Beben begleitet und dokumentiert. Auch aus der Sicht der Geopower AG wäre es durchaus sinnvoll gewesen, den Erdbebendienst vor der erteilten Baubewilligung einzubeziehen. «Aber das wäre Sache der Behörden gewesen», sagt Geopower-Geschäftsführer Daniel Moll, «die Behörden waren für die Baubewilligung zuständig.» Dort will man kein Öl ins Feuer giessen: «Vorwürfe und Schuldzuweisungen bringen nichts», sagt Marc Keller, Sprecher der Baudirektion. Er halte es bei seiner Aussage mit Grossratspräsident Andreas Burckhardt (LDP), der gestern im Parlament zu einer «ruhigen, kooperativen Diskussion» aufgerufen hatte. Trotzdem, so Keller, werde man nun «sorgfältig rekonstruieren» wie der SED im ganzen Prozess einbezogen worden sei, «wahrscheinlich liegt einfach ein Missverständnis vor».

Ok Herr Deichmann, und was wäre dann in der Risikoabschätzung gestanden? Sie waren seit Dez 06 am Projekt beteiligt, und die Kommentare auf der Webseite der SED waren immer in einem eher beruhigenden und beschwichtigenden Ton. Und gemäss den Publikationen des SED sind Erdbeben nicht prognostizierbar. Was steht denn jetzt im Bericht, der von der Regierung unter Verschluss gehalten wird? Welche Erdbebenmagnitude wird maximal erwartet ohne weitere Wassereinpressungen? Können Sie jetzt mit den vorhandenen Messungen des SED verlässliche Aussagen machen über die zu erwartende Seismizität? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten. Positiv ist, dass Sie sich auf Ihre wissenschaftliche Ethik zurückbesinnen, und sich von der Geothermie Lobby zumindest ein paar Schritte wegbewegt haben.

Schneider nervt sich. Eine «Wut im Bauch» hat seit dem dritten spürbaren Beben Basels Baudirektorin Barbara Schneider (SP): «Es nervt mich, dass niemand diese Erschütterungen vorhersagen konnte.» Von den immer wieder erwähnten «leichten Erschütterungen» könne nach dem dritten Beben keine Rede mehr sein, so Schneider weiter. Sie störe sich vor allem am Knall, der die Beben bisher begleitet hatte.

Aha, vor allem der Knall stört… Und hören Sie auf von Erschütterungen zu reden, es waren Erdbeben. Erschütterungen das klingt zu verniedlichend und so harmlos. Aber wenn Sie Frau Schneider noch nicht begriffen haben, dass nicht der Knall das Gefährliche an einem Beben sind, dann ist das nur noch erschütternd. Oder es stellt sich die Frage bei wem der Knall am Grössten ist?

Im Moment wird abgeklärt, ob die im Bohrloch verbliebenen 8000 Kubikmeter Wasser aus dem Boden gepumpt werden sollen. Es sieht allerdings nicht danach aus:Die Beben werden durch Druckdifferenzen ausgelöst; die Geopower AG befürchtet, mit dem Herauspumpen diese Differenzen noch zu verstärken. Rund 660 Schadensmeldungen sind in der Zwischenzeit bei der Firma eingegangen. Die Regierung wird ihr weiteres Vorgehen am 30. Januar verkünden.

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Eine Antwort zu “Geothermie Basel: Erdbebendienst kritisiert Vorgehen

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