Tagesarchiv: Dienstag, 16. Januar 2007

Erdbeben Basel: Stärker und öfter

Erdbeben Basel wegen GeothermieViele Basler wurden heute morgen 16.1.2007 einmal mehr unsanft geweckt: Um 01:09 Lokalzeit gab es erneut ein deutlich spürbares Erdbeben: Diesmal eines mit Magnitude 3,2. Gemäss Erdbebendienst ist des Beben in 5km Tiefe wiederum auf die Geothermie Bohrungen hier in Kleinbasel zurückzuführen. Das Epizentrum war jedenfalls in unmittelbarer Nähe des Bohrlochs.

Auf der obigen Grafik sind auf der X-Achse die registrierten Ereignisse und auf der Y-Achse die Magnituden der registrierten Erdstösse aufgezeichnet. Zur besseren Lesbarkeit sind die Tage abwechselnd in rot und blau eingezeichnet. So kann man die Tage besser auseinanderhalten und sieht auf einen Blick wieviele Ereignisse an einem Tag waren. Die Daten basieren auf den veröffentlichten Messungen des Schweizerischen Erdbebendienstes .

Bis zum 15.12.2006 gab es täglich mehrere Erdbeben. Am 8.12.2006 wurde nach einem Erdbeben der Magnitude 3,4 das Einpressen des Wassers gestoppt; es dauerte dann bis zum 11.12.2006 bis der Ueberdruck im Bohrloch wieder auf das Normalniveau zurückgesunken war. Die Stärke der Erdstösse nahm in der Folge sowohl in der Magnitude wie auch in der Häufigkeit ab, blieb aber auf einem deutlich höheren Niveau als vor dem Start der Geothermie Bohrungen. Zwischen dem 19.12.2006 und dem 4.1.2007 wurden die Ereignisse in grün eingezeichnet. In diesem Zeitfenster wurden nicht mehr täglich Erdbeben registriert. Die Beben vom 6.1. (Magnitude 3,1), und die Serie von Beben am 12.1./15.1./16.1.2007 (letzteres mit einer Magnitude von 3,2) zeigen, dass die Häufigkeit der Erdstösse und auch deren Stärke wieder zunimmt. Obwohl am Bohrloch nicht mehr gearbeitet wird und kein Wasser mehr eingepresst wird. Das Wasser im Untergrund hat bereits irreversiblen Schaden angerichtet und das immer noch vorhandene Wasser in 5km Tiefe destabilisiert die Lage weiterhin. Die Regierung schweigt. Wie lange noch?

Der Expertenbericht mit einer Lagebeurteilung und den Vorschlägen für das mögliche weitere Vorgehen liegt seit dem 5.1.2007 der Regierung vor, und wird von dieser von der Oeffentlichkeit verheimlicht. Ist der Bericht so brisant, dass er der Bevölkerung der Region Basel nicht gezeigt werden darf? Werden die Erdbeben wieder aufhören oder werden die Magnituden der Erdstösse noch zunehmen? Ein Ende der erhöhten Seismizität ist sicher nicht in Sicht. Das Ende des Geothermie Vorhabens hier in Kleinhüningen hingegen schon. Die Regierung versprach bis Ende Januar über das weitere Vorgehen zu informieren. In Anbetracht der unerwartet starken Erdstösse auch ohne Geothermie Arbeiten kann es nur eines geben: STOPP!

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Erdbeben Basel: Schon wieder!

Erneut Erdbeben in Basel wegen Geothermieprojekt

Die Stadt Basel ist am Dienstagmorgen um 1.09 Uhr erneut von einem
Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben des Schweizerischen
Erdbebendienstes (SED) hatte das Beben eine Stärke von 3,2 auf der
Richterskala.

[sda] – Auch diesmal lag das Epizentrum neben dem Bohrloch des
Erdwärme-Projektes „Deep-Heat-Mining“ im Basler Stadtteil
Kleinhüningen. Anfang Dezember war dort Wasser durch eine fünf
Kilometer tiefe Bohrung in das Gestein gepumpt worden, um die
Durchlässigkeit des Gesteins zu erhöhen.

Das Erdwärme-Projekt
wurde nach dem ersten grösseren Beben am 8. Dezember zwar vorläufig
gestoppt. Das Wasser im Untergrund habe aber nach wie vor eine
destabilisierende Wirkung, sagte ein SED-Seismologe in der Nacht auf
Anfrage.

Die Erde hatte seither in Basel noch mehrere Male
gebebt, das letzte Mal vor rund einer Woche. Bis der Druck des noch
vorhandenen Wassers sich abgebaut habe, seien weitere Beben dieser Art
nicht ausgeschlossen, sagte der Seismologe. Gemäss SED sind Beben
dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums zwar deutlich zu spüren, es
sind jedoch keine Schäden zu erwarten.

Seit dem 8. Dezember war das Beben das Dritte mit einer Stärke von
über 3 auf der Richterskala: Am 8. Dezember selbst war eine Stärke von
3,4 und am 6. Januar eine solche von 3,1 verzeichnet worden. Gemäss der
Erdbebenliste des Projekts gab es daneben etliche Beben mit einer
Stärke zwischen 2 und 2,7.

Die Basler Regierung entscheidet voraussichtlich Ende Januar über das weitere Schicksal des Geothermie-Projekts. Der Bericht der Spezialisten der Geopower AG war am 5.1.07 an die Regierung gelangt. Leider wird das Dokument nicht der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Was haben die Geopower AG und die Regierung vor der Bevölkerung zu verbergen? Betrifft das Projekt und die damit verbundenen Gefahren nicht uns alle? Soll durch das Vorenthalten der Information eine Panik bei den Bewohnern der Region Basel verhindern? Welche weiteren möglichen Massnahmen wurden von den Geologen und Seismologen vorgeschlagen?

Die Informationspolitik der Verantwortlichen war während des ganzen Projekts durch Verharmlosungen und offensichtliche Lügen gekennzeichnet. Scheinbar behalten sie ihren Kommunikationsstil bei. Die Bevölkerung der Region hat ein Recht darauf ehrlich informiert zu werden. Tun Sie es jetzt Frau Regierungsrätin Schneider, sonst können Sie nicht nur das Geothermie Projekt sondern auch Ihre Wiederwahl vergessen.