Börsenschock: Banken unter Druck

Rund um den Globus: Banken unter Druck

Der Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers hat am Montag die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. In der Schweiz war die UBS der grosse Verlierer, an der Wallstreet ist der Versicherer AIG unter Druck.

In Europa lag die UBS mit einem Kursverlust von zeitweise über 21 Prozent an der Spitze der am stärksten gebeutelten Finanztitel. Die Notenbanken pumpten Liquidität in den Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) sackte am Nachmittag auf 6827,52 Punkte ab. Das waren 5,38 Prozent weniger als Ende letzter Woche. Einen dramatischen Kurszerfall erlebte die UBS. Die Aktie fiel bis auf 18,44 Franken und damit 21,6 Prozent unter den Schlussstand vom vergangenen Freitag. Massiv unter Verkaufsdruck gerieten auch die Aktien des weltgrössten Rückversicherers Swiss Re, die bis 14,9 Prozent auf 57,55 Franken abstürzten. Credit Suisse sanken bis 10,6 Prozent auf 47,04 Franken. Waren es bei den Grossbanken die sich überstürzenden Nachrichten aus den USA über die Zuspitzung der Finanzkrise, die den Rückschlag auslösten, kamen bei Swiss Re die Folgen des Wirbelsturms «Ike» in den USA hinzu.

Beruhigende Stimmen von der Nationalbank und der Eidgenössischen Bankenkommission konnten den Ausverkauf an der Börse zunächst nicht stoppen. Zu dramatisch waren die Nachrichten von der Wall Street.

Zentralbanken in Europa pumpten insgesamt gut 36 Milliarden Euro frisches Kapital in die verunsicherten Finanzmärkte. 30 Milliarden Euro stellte die Europäische Zentralbank zur Verfügung, umgerechnet 6,4 Milliarden Euro (5 Milliarden Pfund) die Bank of England in London. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellte den Märkten frische Liquidität bereit. Es wurde so genanntes Overnight-Geld zum Satz von 1,9 Prozent angeboten.

Mit dem Niedergang der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America hatte sich die Lage an der Finanzmärkten erneut zugespitzt. Die fieberhaften Rettungsbemühungen für die viertgrösste US-Investmentbank Lehman Brothers scheiterten am Wochenende. Die Bank beantragte am Montag vor einem Gericht in New York Gläubigerschutz. Derweil kauft die Bank of America das ebenfalls schwer angeschlagene Traditionshaus Merrill Lynch für 50 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Das Beben zwingt auch den weltgrössten Versicherer, die American International Group, zu einer umfassenden Umstrukturierung.

Auch auf den anderen europäischen Handelsplätzen lagen die wichtigsten Börsenindizes am Nachmittag vier bis fünf Prozent im Minus. In Frankfurt brachen Commerzbank um fast zwölf Prozent ein, Deutsche Bank verloren 8,5 Prozent und Allianz 7,9 Prozent. In Asien waren die wichtigsten Börsenplätze in Japan, Hongkong und Südkorea wegen eines Feiertags geschlossen. Doch alle Märkte, die geöffnet waren, rutschten tief in die roten Zahlen. In Indien sanken die Kurse um 5,6 Prozent, in Taiwan um 4,1. Australiens Leitindex sank um zwei Prozent, in Singapur waren es 2,9 Prozent.

Der New Yorker Aktienmarkt reagierte am Montag ebenfalls mit einem deutlichen Rückgang auf den Konkurs von Lehman Brothers. Binnen weniger Minuten nach Handelsbeginn sackte der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte am Montag um über 300 Punkte oder 2,6 Prozent auf 11 121,88 Zähler ab. Nach einer halben Stunde stand der Dow-Jones-Index bei 11 085,48 Punkten und um 3,0 Prozent im Minus.

Die Börsen in Asien und Europa brachen nach den zahlreichen Hiobsbotschaften aus dem US-Finanzsystem um drei bis fünf Prozent ein. Die Schweizer Börse SWX schloss mit einem Minus von 3,8 Prozent bei 6939 Punkten.

Nach vergeblichen Rettungsversuchen ist die über 150 Jahre alte Bank Lehman Brothers, die viertgrösste Investmentbank der USA, zahlungsunfähig. Die Nummer drei der Branche, Merrill Lynch, wird von der Bank of America aufgekauft.

Das Gesicht der US-Finanzbranche hat sich damit schlagartig verändert: An der Wall Street gibt es mit Goldman Sachs und Morgan Stanley nur noch zwei unabhängige Investmentbanken statt fünf wie noch vor einem halben Jahr.

UBS massiv eingebrochen

UBS Aktie verlor bis Handelsschluss 14,5 Prozent, zeitweise war das Papier 21 Prozent im Minus. Auch andere Finanztitel verloren kräftig: CS – 5,9 Prozent, Swiss Re – 8 Prozent.

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