Ewig frische Leichen im Keller

Ewig frische Leichen im Keller

Die Kellerräume des Bremer St.-Petri-Doms umgibt ein Geheimnis: Leichen verwesen in den Gewölben nicht, sondern bleiben als Mumien für die Ewigkeit erhalten.

Die Leibesfülle des Offiziers ist noch immer zu erkennen. Auch die Härchen auf den Wangen eines jüngeren Mannes sind noch gut erhalten. Acht Tote liegen in ihren Holzsärgen im sogenannten Bleikeller neben dem mächtigen evangelischen Dom. Wahrscheinlich befanden sich die meisten von ihnen zu Lebzeiten lediglich auf der Durchreise, wie focus.de berichtet. Sie starben in Bremen, und ihre Leichen konnten wegen widriger Umstände oder kriegerischer Unruhen nicht in ihren Heimatort transportiert werden.

Extrem trockener Boden

Die mumifizierende Wirkung in den Kellern des Doms ist in der Region einmalig und auf ein kleines Gebiet begrenzt. Über die Ursache des Phänomens ist noch nichts bekannt. Dompfarrer Peter Ulrich: «Radioaktivität konnte nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich liegt es am extrem trockenen Boden auf der Dominsel.»

Um die Toten ranken sich viele Sagen

Einer der Männer soll ein Dachdecker gewesen sein. Er sei vom Domdach in den Tod gestürzt. Erst Jahre später soll seine Leiche gefunden worden sein – fast unversehrt, der Mund immer noch geöffnet von seinem letzten Schrei. «Alles Unsinn», sagt Ulrich, bei einer 1985 durchgeführten Untersuchung habe man keinerlei Knochenbrüche beim angeblichen Handwerker feststellen können, die auf einen Sturz hindeuten würden. Dafür zeigte eine Röntgenaufnahme, dass eine Kugel in seiner Wirbelsäule steckte. Mehr bekannt ist über das Schicksal des Tagelöhners Conrad Ehlers. Die Gemeinde soll ihn bis zu seinem Tod versorgt haben. Dafür gab er sein Einverständnis, dass an seiner Leiche die konservierende Wirkung überprüft werden könnte. Am 31. Dezember 1788 wurde sein Körper zu den älteren sieben Leichen gelegt.

Särge als Garderobe

Früher lagen die Leichen nicht im heutigen Schauraum, sondern in einer kleinen Kapelle im Ostteil des Domes. Dort wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Dom stark zerstört war, die Gottesdienste abgehalten. Die Toten waren ein ganz gewöhnlicher Anblick. Die Gottesdienstbesucher hätten sogar ihre Mäntel auf den Mumien abgelegt. 

Noch weniger respektvoll waren die Schaulustigen. Immer wieder wurde ein Stück ledrige Haut oder sogar ein Finger als Souvenir gestohlen. Deshalb schützen heute Glasplatten die Toten.

(http://www.stpetridom.de/dom/bleikeller/bleikeller.php)

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