Kultur und Volk Basel / Literaturkurve Basel: Wartesaal ins Glück

Salle des Pas Perdus

WARTESAAL INS GLÜCK,

EIN MUSIKALISCH-LITERARISCHES EREIGNIS,
DARGEBOTEN VOM CHOR KULTUR UND VOLK BASEL
IN ZUSAMMENARBEIT MIT CARLO MICHEL,

LITERATURKURVE BASEL.

LEITUNG: PAOLO VIGNOLI

SA 15. SEPTEMBER, 20 UHR, UND SO 16. SEPTEMBER, 19 UHR
SA 22. SEPTEMBER. 20 UHR, UND SO 23. SEPTEMBER, 11 UHR
SÄULENHALLE RIEHEN BASELSTRASSE 57, 4125 RIEHEN
(TRAM 6, RIEHEN DORF, CA 100 M. WEITER RICHTUNG BEYELER,

AUF DER LINKEN SEITE), EINTRITT FREI, KOLLEKTE

Im Wartesaal „SALLE DES PAS PERDUS“ ereignet sich Seltsames:

Wegen eines Stromausfalls finden sich dort Leute ein, die noch nie da waren und leisten dem Poeten und der Putzfrau Gesellschaft. Gefühle werden in Musik und Text sicht- und hörbar. Ein abwechslungsreiches Programm wird in passender Umgebung vom Chor Kultur und Volk Basel in Szene gesetzt, mit Musik von Pop bis Klassik und Texten von Carlo Michel, der auch aktiv auf der Bühne am Geschehen beteiligt ist, Béatrice Meyer, u.a. – Man darf gespannt sein. Warten Sie’s ab und reisen Sie mit!

„Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt” (Joseph Beuys)

SOPRAN: Regula Chiquet, Susanne Fischer, Cornelia Frei, Lara Molinari, Linda Setz, Marcia Tham, Simone Thiele, Karine Tschopp, Franziska Wenk.
ALT:
Gabriele Bär, Maja Frei, Franziska Fricker, Lisa Holinger, Ruth Kammermann, Daniela Neiss, Corinne Payot, Cary Pfenninger, Uli Scheck, Christiane Schweizer, Anja Setz, Andrea Thoma, Karin Zollinger.
TENOR:
Thomas Bächlin, Renato Corzani, Thomas Duarte, Stefan Weber.
BASS: Johan Göttl, Dieter Pfenninger, Peter Pfenninger, Thomas Reiss.

Die Premiere am 15.9.07 war ein gelungener Anlass. Die Säulenhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Mischung aus Chorgesang, szenischen Darstellungen und gelesenen Texten war sympathisch, erfrischend und auf hohem Niveau. Die Set List sah so aus:

  • Killing Me Softly (Norman Gimbel)
  • Die Stimme (Lesung Carlo Michel)
  • Only You (M. Vincent John/V. Clarke)
  • Stets In Truure (Volkslied aus Glarus/Hansruedi Willisegger)
  • Calypso (Lesung Carlo Michel)
  • Du Fragsch Mi Wer I Bi (Volkslied aus Bern/Heidi Stucki)
  • Scharlachrot (Patent Ochsner/Arrangement Barbara Wyss)
  • Mundharmonika (Ernst Jandl, ab Tonband)
  • Der Alte (Lesung Carlo Michel)
  • Arabisch (Mani Matter/Arrangement E.-M. Büchi)
  • Himmel (Lesung, Roger Willemsen)
  • Volare (Domenico Modugno/Arrangement P. Vignoli)
  • Bahnhofsklo (Béatrice Meyer, ab Tonband)
  • Belle et Ressemblante (Francis Poulenc/Paul Eluard)
  • Feuilles Oh (Volkslied aus Haiti)
  • La Mi La Gah (nach Fammi Andar Via von Claudio Baglioni/Arrangement P. Vignoli)
  • Ich Fahr Dahin (J. Brahms)
  • Va Pensiero (Chor der Gefangenen aus Nabucco von G. Verdi)
  • Good Night (John Lennon/Paul McCartney)
  • Locus Iste (Anton Bruckner [als Zugabe])

Die Dauer der Aufführung inklusive einer Zugabe dauerte 80min., eine sehr angenehme Länge, da die Stuhlung in der vollbesetzten Säulenhalle eher eng war. Gerade der Anfang der Darbietung kam erst schleppend in Gang, 15min. szenische Darstellung in einem Bahnhofswartsaal. Naja, dafür gelang der musikalische Einstieg mit Killing Me Softly umso besser. Die gelesenen Texte von Carlo Michel irritierten anfangs. Seine scheue, fast unsichere und raue Stimme war jedoch ein wirklich gelungener Kontrapunkt zum gesanglich imposanten Chor. Die Texte der Literaturkurve (Béatrice Meyer und Carlo Michel) sind alle beeindruckend und einfühlsam, und die Idee der Zusammenarbeit mit dem Chor Kultur und Volk sollte in Zukunft weiterverfolgt werden.

In den erwähnten szenischen Darstellungen kam der Laiencharakter der Darbietenden zum Vorschein. Hier wäre weniger mehr gewesen. Für meinen Geschmack gab es zwischen den Lesungen und dem Chorgesang zuviel Bewegung und Unruhe. Dies erzeugte zuviel Ablenkung, für die anwesenden Gäste, jedoch auch für den Chor selbst.

Absolute Höhepunkte des Abends – neben den ausserordentlich tollen Texten der Literaturkurve – waren Scharlachrot, Volare, Locus Iste und v.a. Ich fahr dahin! Gänsehaut garantiert…

Gesanglich auseinander gefallen sind: Arabisch, Feuilles Oh und Va Pensiero. Tja kann passieren. Insgesamt ein absolut empfehlenswertes, abwechslungsreiches Happening auf literarisch und gesanglich beeindruckend hohem Niveau.

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