SWX Group will VirtX beliebt machen

25. November 2006, Neue Zürcher Zeitung

Schweizer Börse will Virt-x beliebt machen

Werben um die Gunst von Investmentbanken

ra. Wenn man die Worte von Peter Gomez, dem Präsidenten der Schweizer Börse SWX, an einem Medienanlass am Donnerstagabend in Zürich richtig deutet, liebäugelt die SWX damit, ihre in London domizilierte Plattform Virt-x, auf der die Schweizer Blue Chips gehandelt werden, den sieben Investmentbanken schmackhaft zu machen, die jüngst den Aufbau einer eigenen europäischen Handelsplattform bekanntgegeben haben. Die Virt-x sei eine Möglichkeit, um mit den betreffenden Banken, zu denen UBS und Credit Suisse gehören, ins Gespräch zu kommen, sagte Gomez. Die beiden Schweizer Grossbanken, die auch vier Verwaltungsräte der SWX stellen, hätten ihre Unterstützung für das Projekt signalisiert. Für die Investmentbanken könnte das Gesprächsangebot interessant sein, schliesslich ist die Schaffung einer eigenen Plattform aufwendig und teuer. Ob man bei einer möglichen Kooperation mit den Investmentbanken die Virt-x lediglich zur Verfügung stellen oder einen Teil verkaufen würde, bezeichnete Peter Gomez noch als völlig offen.

Klare Absage an eine Fusion

Zudem teilte Gomez mit, dass der Verwaltungsrat der Börse eine neue Strategie verabschiedet habe. Diese umfasse keine grundlegende Kurskorrektur. Die SWX halte an der Selbständigkeit fest. Einer Fusion, mit wem auch immer, werde eine glasklare Absage erteilt. Hohe Priorität geniesse für die SWX die Zusammenarbeit mit den Partnern der Swiss Value Chain. Dies sind die SIS Group und die Telekurs, die dem Wertpapierhandel nachgelagerte Dienstleistungen anbieten, nämlich die Handelsabwicklung und den Zahlungsverkehr. Die Idee einer Art Finanzplatz- Holding, also die rechtliche Zusammenführung der drei ohnehin sehr eng zusammenarbeitenden Firmen, werde weiterhin geprüft. Grosse Eile hat die SWX mit dem Projekt jedoch wohl nicht, wie man aus den Untertönen heraushören konnte. Zwei Prämissen des Handelns der SWX seien ferner die Sicherung des Bankgeheimnisses und der Erhalt der Selbstregulierung.

Suche nach einer Finanzplatz-Strategie

Neu ist, dass sich Gomez, der zugleich Professor für Strategiefragen an der Universität St. Gallen ist, den Kopf über eine Strategie für den gesamten Finanzplatz Schweiz zerbricht. Die Suche nach einer Gesamtstrategie wolle die SWX in Zusammenarbeit mit der Bankiervereinigung vorantreiben. Ferner habe er positive Signale für ein solches Projekt aus der Politik sowie von führenden Banken und Versicherungsgesellschaften erhalten. Die Strategie der Schweizer Börse müsse in einer solchen Gesamtstrategie eingebettet sein.

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