Nasdaq Offerte gescheitert: LSE lehnt Uebernahme erneut ab

Londoner Börse lehnt NASDAQ-Angebot ab

 

London. DPA/baz. Die Londoner Börse lehnt auch das jüngste Übernahmeangebot der US-Technologiebörse NASDAQ ab. Das Angebot spiegele den Wert der Gesellschaft nicht wider, erklärte die London Stock Exchange (LSE) am Montag in London.

Die NASDAQ Stock Market, die Betreibergesellschaft der riesigen elektronischen US-Börse NASDAQ, bietet pro LSE-Aktie 12,43 Pfund. Die LSE-Aktien werden insgesamt mit 2,7 Milliarden Pfund (vier Mrd Euro) bewertet. Die NASDAQ war vor einigen Monaten bereits mit einem ersten Angebot gescheitert. Inzwischen hält sie an der LSE 28,75 Prozent.

20. November 2006, 10:17, NZZ Online


 

Nasdaq legt neue Offerte für Londoner Börse vor

Angebot von rund 12 Milliarden Franken

Unter den Börsen herrscht weiter Fusionsfieber. Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq hat eine neue Kaufofferte für die Londoner Traditionsbörse London Stock Exchange (LSE) im Umfang von 2,7 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 12 Milliarden Franken) vorgelegt.


 

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Die Technologiebörse Nasdaq greift nach Europa aus. (Bild ap)
 
 
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bbu. Die Londoner Börse ist in letzter Zeit immer wieder im Mittelpunkt von Übernahmespekulationen gestanden . Das jetzige Angebot der Nasdaq kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die LSE wegen des überraschend schnell vereinbarten Zusammenschluss der New York Stock Exchange (NYSE) mit Euronext unter Zugzwang gesetzt sieht. Bis dahin galten nämlich NYSE und Euronext als jene beiden Adressen, mit denen sich die LSE am ehesten eine Verbindung vorstellen konnte.

Die Nasdaq besitzt bereits rund 25 Prozent der LSE. Die neue Offerte ist für den verbleibenden Teil des Kapitals bestimmt, wie Nasdaq am Montag mitteilte und belaufe sich auf 12.43 Pfund je Aktie oder eine Kaufsumme von insgesamt 2,7 Milliarden Pfund.

Angebot gegenüber März halbiert

Im vergangenen März war die Nasdaq mit einem ersten Kaufangebot im Höhe von umgerechnet rund 5,3 Mrd. Fr. für die LSE noch gescheitert. Anfang 2005vergangenen Jahres waren bereits Pläne der Deutschen Börse fehltgeschlagen, die LSE zu übernehmen. Vor eineinhalb Wochen hatte es dann Gerüchte über ein erneutes Nasdaq-Angebot für LSE gegeben, wobei von einem Übernahmepreis von etwa 14 Pfund pro LSE-Aktie die Rede war.

Drängen der Banken auf niedrigere Gebühren

Die grossen Börsen in Europa bemühen sich seit Jahren um Zusammenschlüsse der traditionell stark zersplitterten Branche. Die Fusionspläne werden vor allem von den Banken aktiv gefördert, welche auf niedrigere Gebühren für ihre Wertpapiergeschäfte drängen.

Bisher erst zwei grenzüberschreitende Börsen

Gegenwärtig gibt es in Europa erst zwei grenzüberschreitende Börsen: Die Euronext und die skandinavische Gemeinschaftsbörse OMX. Euronext betreibt die Märkte in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie die Derivatebörse Liffe in London. Zurzeit liegt der Euronext ein Übernahmeangebot der amerikanischen Börse NYSE vor. Die Deutsche Börse hatte dagegen jüngst eine Offerte für die Euronext zurück gezogen.

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