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Erdbeben Basel: Geopower will Arbeiten am Geothermie Bohrloch fortsetzen

Montag, 8. Juni 2009 · Kommentar schreiben

Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, Amt für Umwelt und Energie
Medienmitteilung vom 08. Juni 2009

Geopower Basel AG stellt Baugesuch für weitere Messungen

Am Standort der Geothermiebohrung in Kleinhüningen will die Geopower Basel AG Messungen vornehmen, welche weitere Aufschlüsse über die Wasserdurchlässigkeit des Gesteins in 5000 Metern Tiefe bringen sollen. Um diese Messungen durchzuführen, muss zunächst ein Hindernis in 4700 Metern Tiefe ausgeräumt werden. Die Geopower Basel AG hat für diese Arbeiten ein Baugesuch eingereicht.

Nach der Sistierung aller Arbeiten am Bohrloch im Dezember 2006 möchte die Geopower nun untersuchen, wie weit das Felsgestein durch das Einpressen von Wasser bereits durchlässig geworden ist bzw. ob sich in 5000 Meter Tiefe ein Reservoir für Wasserzirkulation gebildet hat. Diese Untersuchung ist sowohl für das Projekt Basel als auch für die Weiterentwicklung der Tiefengeothermie im Allgemeinen von grosser Bedeutung. Das Bundesamt für Energie (BfE) ist deshalb sehr an den Resultaten der geplanten Nachmessungen interessiert. Erst mit solchen Nachmessungen, die einen Vergleich Vorher-Nachher erlauben, wird es möglich sein, schlüssige Lehren aus dem Projekt Basel zu ziehen.

Zu diesem Zweck hat die Geopower Basel AG ein Baubegehren eingereicht. Bevor die Messungen mittels akustischer Kamera durchgeführt werden können, muss ein Hindernis im Bohrloch auf rund 4700 Metern Tiefe ausgefräst werden. Die Messung liefert ein visuelles Abbild der Bohrlochwand und der Geometrie des Bohrlochs. Sie lässt Rückschlüsse zu über die Auswirkungen der Wassereinpressung, insbesondere über neu gebildete Risse im Gestein. Anschliessend ist ein Fördertest vorgesehen. Dabei wird Wasser in einer konstanten Menge aus der Bohrung entnommen, was ein Nachfliessen von Wasser aus dem Reservoirbereich zur Bohrung bewirkt. Insgesamt sollen rund 200 Kubikmeter Wasser aus dem Bohrloch entnommen werden.

Für die gesamten Arbeiten wird mit einem Aufwand von insgesamt zehn bis zwölf Tagen gerechnet. Die Arbeiten können im normalen Tagbetrieb durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit dem Auffräsen werden während fünf Tagen Dieselgeneratoren für den Antrieb der Stahlschlauchspule eingesetzt. Die Generatoren werden mit Schalldämpfern ausgerüstet. Im Weiteren ist insbesondere beim Auf- und Abbau der Anlage mit Baustellenverkehr zu rechnen.

Die vorgesehenen Arbeiten verursachen nur geringe Druckänderungen im Bohrloch, weshalb nach Ansicht der Geopower Basel AG spürbare Erschütterungen ausgeschlossen werden können. Die seismische Aktivität im Reservoir bewegt sich seit Monaten auf einem sehr tiefen Niveau; das letzte vom Schweizerischen Erdbebendienst SED erfasste Ereignis datiert vom 30. November 2007 und wies eine Stärke von Magnitude 1,6 auf, was vom Menschen nicht wahrnehmbar ist. Trotzdem ist auch für die geplanten Arbeiten ein Sicherheitsdispositiv vorgesehen, das klare Kriterien für einen Abbruch der Aktivitäten enthält. Beim Erreichen bestimmter Fixpunkte würde die jeweils laufende Operation unverzüglich abgebrochen und die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit sowie der Schweizerische Erdbebendienst informiert. Ein solcher Fixpunkt wäre ein Ereignis mit einer Stärke von mehr als Magnitude 1 auf der Richterskala oder das Auftreten von fünf Ereignissen zeitnah mit der laufenden Operation.

Das Baugesuch unterliegt dem üblichen Baubewilligungsverfahren unter Federführung des Bauinspektorats. Die Beurteilung der seismischen Risiken wird die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit im Gesundheitsdepartement vornehmen. Dafür wird sie unabhängige Experten beiziehen. Die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit wird dem Gesuch zustimmen, sofern es die gesetzlichen Vorschriften des Umweltschutzrechts bezüglich Störfallvorsorge erfüllt.

Soweit die offizielle Medienmitteilung.

Schön, dass für die Arbeiten schallgedämpfte Generatoren verwendet werden sollen. Doch wir erinnern uns: Bei den letzten Geothermie Bohrungen war nicht der Lärm das eigentliche Problem, sondern die durch die Geothermie Bohrungen resp. durch das Wassereinpressen verursachten Erdbeben. Damals wie heute ist die Geopower Basel AG der Meinung, dass es zu keinen spürbaren Erschütterungen kommen werde. Es ist zu hoffen, dass bei der Beurteilung des Baugesuchs nicht die Fehler wiederholt werden und dieses Mal nicht nur die Lärmbelästigung und die Vibrationen der Bauarbeiten, sondern auch die Erdbebengefahr durch wirklich unabhängige Spezialisten ehrlich beurteilt werden. Genauso müssen die Messungen der Seismizität am Bohrloch nicht von der Firma Geopower selbst, sondern von unabhängigen Spezialisten durchgeführt werden. Interessant wird das Sicherheitsdispositiv: Bitte beachten Sie v.a. den Punkt wie schnell die einzelnen Aktivitäten dann tatsächlich abgebrochen werden können. Es wird wieder Tage gehen bis die Druck-Verhältnisse im Bohrloch wieder auf dem heutigen Stand sind. Wenn es also bei den erneuten Arbeiten Erdbeben geben wird, dann werden die Beben nicht einfach so wieder verschwinden, sondern solange weitergehen, bis die Druck Verhältnisse im Bohrloch sich wieder normalisiert haben.

Hört also nicht auf die Einschätzung der Geopower AG: Sie haben handfeste wirtschaftliche Gründe, um die Gefahr der Arbeiten am Bohrloch runterzuspielen.

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Erdbeben bei Basel: Erneutes Nachbeben

Dienstag, 12. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Am 10.5.2009 18:34 kam es zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.6 in 8km Tiefe. Erdbeben dieser Stärke werden normalerweise von Menschen nicht wahrgenommen.

Am 7.5.2009 17:49h war es bereits zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.2 in 8km Tiefe gekommen.

In der Nacht vom 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen wurden erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen (16km nordöstlich von Basel). Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8km Tiefe.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

Dies ist ein Update von http://radiob.wordpress.com/2009/05/09/erdbeben-bei-basel-nachbeben/

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Erdbeben bei Basel: Nachbeben

Samstag, 9. Mai 2009 · 1 Kommentar

Gestern nacht 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen wurden erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen (16km nordöstlich von Basel). Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8km Tiefe. Am 7.5.2009 17:49h kam es zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.2 in 8km Tiefe. Nachbeben dieser Stärke werden normalerweise von Menschen nicht wahrgenommen.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

Dies ist ein Update von http://radiob.wordpress.com/2009/05/05/erdbeben-bei-basel/

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Erdbeben bei Basel

Dienstag, 5. Mai 2009 · 1 Kommentar

Gestern nacht 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen, also 16km nordöstlich von Basel. Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8 km Tiefe.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

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Geothermie-Projekt Basel: Zukunft nach Erdbeben ?

Dienstag, 4. Dezember 2007 · 3 Kommentare

Ein Jahr nach den Erdbeben ist weiterhin unklar, ob das Basler
Geothermieprojekt eine Zukunft hat. Die verantwortliche Geopower AG
stellte am Dienstag erste Untersuchungserkenntnisse vor. In 3000 Metern
Tiefe wird nutzbar heisses Wasser vermutet.

Das Geothermie-Pionierprojekt will mittels Einpressen von Wasser in
5000 Metern Tiefe heisse Gesteinsschichten durchgängig machen, so dass
man diese quasi als Durchlauferhitzer zur Strom- und Wärmeproduktion
verwenden kann. Nach dem Einpressen kam es jedoch zu mehreren spürbaren
kleineren Erdbeben, die Ängste auslösten.

Darauf wurde das Projekt Ende 2006 sofort gestoppt, und seither
werden Messergebnisse ausgewertet. Dabei ist eine Gesteinszone in 3000
Metern Tiefe aufgefallen, in der man ein vorhandenes
Heisswasserreservoir vermutet. Möglicherweise könnte dieses zu
Heizzwecken oder sogar Stromgewinnung genutzt werden.

Plan B

Dort eingedrungenes Wasser war mindestens 138 Grad warm, wie Markus
Häring ausführte; er ist Chef der am Projekt beteiligten Geothermal
Explorers Ltd. Auch sei das Gestein dort vergleichsweise durchlässig.
Allerdings weiss man nichts über die Dimensionen; das bräuchte
zusätzliche Messungen – passive ohne Erdbebenrisiko.

Auch wenn jene Schicht nutzbar ist, wäre dies nur Plan B, denn in
5000 Metern Tiefe hofft man auf weit rentablere 200 Grad. Auch dafür
fehlt indes noch der Nachweis; nach dem gekühlten Bohren wurden unter
dem Bohrkopf rund 70 Grad gemessen. Laut Häring ist das theoretisch auf
etwa 200 Grad hochzurechnen.

Wegen dem Abbruch der Einpressungen ist die durchlässige Zone im
Tiefengestein jedoch nicht ausreichend gross. Dreidimensionale Modelle
der vom «Klüften» ausgelösten Mini-Beben belegen immerhin die erwartete
Ausbreitungsrichtung. Dank umfassender Überwachung liege zum Basler
Projekt einzigartiges Datenmaterial vor.

Entscheid 2009

Eine unabhängige Risikoanalyse, anhand der die Basler Regierung über
eine Fortsetzung des Geothermie-Projektes entscheiden will, wird Anfang
Jahr vergeben. Resultate sollen Ende 2008 vorliegen. Häring mochte
keine Prognose abgeben. Derzeit ruht das Projekt: Die Anlagen werden
nur überwacht; der teure Bohrturm steht nicht mehr in Basel.

Die von Hausbesitzern gemeldeten Erdbeben-Schäden sind derweil noch
nicht bereinigt: Vier Fünftel der 2565 Schadenfälle seien bearbeitet,
ein Drittel sei mit einer Versicherungszahlung abgeschlossen worden,
hiess es. Die Geopower verspricht, auf die nach einem Jahr übliche
Verjährung der Forderungen zu verzichten.

Unter dem Strich erwartet die Geopower AG inzwischen laut
Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener Schadenkosten von gegen
9 Mio. Franken – weit mehr als anfangs geschätzt. Im Durchschnitt liegt
ein Schadenfall so bei rund 3000 Franken. Allerdings meldeten sich auch
Trittbrettfahrer mit alten Schäden.

Die Gesamtkosten des Geothermie-Projektes liegen aktuell bei 62 Mio.
Franken. Ursprünglich waren sie auf 80 Mio. Fr. veranschlagt worden,
wovon auf die Explorationsphase 62 Mio. Fr. entfielen. Am
Pionierprojekt sind der Kanton Basel-Stadt sowie mehrere
Energieversorger beteiligt.

Versicherungsfragen offen

Ein knappes Jahr nach den Erdbeben wegen des Geothermie-Projektes in
Basel ist die Schadenabwicklung noch nicht abgeschlossen. Offen ist der
Kostenschlüssel zwischen Geopower AG und Versicherung sowie die Frage,
ob diese künftig teurer wird.

2200 der insgesamt 2565 bisher gemeldeten Schäden – zumeist an
Gebäuden – sind bis Ende November bearbeitet worden, wie
Geopower AG-Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener am Dienstag
vor den Medien ausführte. 883 Fälle seien mit einer Auszahlung
abgeschlossen worden.

Bei den über tausend Schäden im angrenzenden Ausland – 577 im
Badischen und 456 in Elsass – gehe es etwas langsamer voran: Mit 749
Fällen (398 D, 351 F) seien gut zwei Drittel erledigt. Laut
Geopower-Anwalt Daniel Gebhardt unterscheide sich das Landesrecht; so
müsse etwa in Frankreich primär die Gebäudeversicherung zahlen.

Entgegenkommen

Normalerweise müsse in der Schweiz ein Geschädigter dem Verursacher
erst Verschulden nachweisen; bei den Erdbebenschäden übernehme aber
Geopower auch die Kosten der Abklärungen durch ein Ingenieurbüro. Dort
und bei der Versicherung arbeiten laut Schwendener insgesamt gegen 35
Personen an der Erdbeben-Abwicklung.

Die Schaden-Gesamtkosten schätzt Schwendener auf 7 bis 9 Mio.
Franken. Dabei ist noch unklar, wer am Ende wieviel davon tragen muss:
Das Verhältnis sei noch nicht geklärt, sagte Gebhardt. Im Vordergrund
stehe zuerst Klarheit für die Betroffenen. Der Schaden überschreite die
Versicherungssumme jedenfalls mit Abstand nicht.

Bei einer Fortsetzung des Geothermie-Projektes werde jedenfalls eine
neue Versicherungs-Police auszuhandeln sein. Ob diese angesichts der
Vorgeschichte teurer wird, wusste Gebhardt nicht.

Individuelle Frist

Geopower weist auch Vorwürfe von Hauseigentümerseite von sich, sich
mit der Verjährung nach einem Jahr um Abgeltungen drücken zu wollen.
Wer seinen Schaden schriftlich angemeldet hat, aber noch keinen
Bescheid erhalten hat, soll auch nach dem Jahrestag des ersten
stärkeren Erdstosses vom 8. Dezember entschädigt werden.

Laut Schwendener endet der Verjährungs-Verzicht einen Monat nach
Erhalt eines endgültigen Erledigungsbescheids der Versicherung.
Massgeblich ist gemäss Gebhardt zudem nicht das Datum des ersten
Bebens; die Jahresfrist beginne vielmehr im Moment der Feststellung des
Schadens und der möglichen Ursache, also teils Monate später.

Im Übrigen haben sich neben den vielen echten Betroffenen auch
einige Schlaumeier gemeldet: In manchen Mauer-Rissen fanden die
Experten alten Staub oder Moos – jene Schäden dürften klar älter sein.
Den Anteil solcher Versuche mochte Gebhardt nicht beziffern.

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Schäden bis 5 Mio durch Geothermie in Basel

Montag, 25. Juni 2007 · Kommentar schreiben

Schäden bis 5 Millionen durch Geothermieprojekt in Basel

2300 Meldungen eingegangen

Die Schäden, die durch das Basler Erdwärme- Pilotprojekt verursacht worden sind, belaufen sich auf 3 bis 5 Millionen Franken. Bei der Projektbetreiberin gingen 2300 Schadensmeldungen aus der ganzen Region ein.

30 bis 40 Personen sind seit Monaten mit der Aufnahme und Bearbeitung der Gebäudeschäden beschäftigt. (sda) Sechs Monate nach dem ersten Beben seien rund 1100 Schadensmeldungen bearbeitet, sagte René Kindhauser, Sprecher der Projektbetreiberin Geopower AG, zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag». 500 Dossiers seien der Versicherung weitergeleitet worden. Diese habe in den vergangenen Wochen rund 20 Geschädigten einen Betrag ausbezahlt.

Einfacheres Verfahren für kleinere Schäden

Die durchschnittliche Schadenssumme der bisher bearbeiteten Fällen liegt bei rund 1000 Franken. Für die Aufnahme der Gebäudeschäden engagierte die Geopower AG ein spezialisiertes Ingenieurbüro. Kleinere Schäden sollen künftig durch ein vereinfachtes Verfahren erledigt werden.

Das erste Erdbeben erschütterte die Region am 8. Dezember 2006. Die Beben wurden ausgelöst, weil Wasser in eine Tiefe von 5000 Metern gepresst wurde. Damit sollte das Gestein zerklüftet werden. Die Erdbeben erreichten eine Stärke bis zur Magnitude 3,4 auf der Richterskala.

Artikel stammt aus der NZZ.

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Erneut Erdbeben in Basel

Mittwoch, 21. März 2007 · Kommentar schreiben

Erdbeben Basel 21.3.2007 ML 2.7Um 17:45h hat hier in Basel die Erde wieder gut spürbar gebebt. Die Seismogramme des SED wurden (automatisch ausgewertet) mit einer Magnitude von 2.7 versehen. Leider wird die offizielle Seite des SED zum DHM Projekt nicht mehr sehr aktuell nachgeführt.

Erst rund eine Stunde nach dem Beben, wurde vom Erdbebendienst eine manuell überprüfte Magnitude von 2.8-2.9 angegeben mit einem Epizentrum in der Nähe des Bohrlochs des Deep Heat Mining Projekts.  Epizentrum Karte

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Pilotprojekt Erdwärme in Luzern

Freitag, 16. März 2007 · Kommentar schreiben

Bebt die Erde bald im Kanton Luzern?

Die Zuger Firma Geohil Engineering AG plant im luzernischen Perlen ein Pilotprojekt für die Gewinnung von Erdwärme.

Wie
der Luzerner FDP-Nationalrat und Geohil-Berater Georges Theiler in
einem Interview der «Neuen Luzerner Zeitung» (Freitagausgabe) sagte,
wird bis Ende dieses Jahres eine Baubewilligung angestrebt. Mit dem
Projekt soll vorerst Dampf für die Papierfabrik Perlen gewonnen werden.
Eine Erdbebengefahr bestehe bei dem Projekt nicht, sagte Theiler. Denn
es sei ein ganz anderes System als bei dem in Basel abgebrochenen
Vorhaben vorgesehen. In Perlen werde nur gebohrt, während in Basel der
Fels mit hohem Wasserdruck aufgebrochen worden sei. Bei der Bohrung auf
eine Tiefe von 7000 bis 7500 Meter werde kein zusätzlicher Druck
erzeugt. Die Kosten des Vorhabens werden laut Theiler auf 40 bis 50
Millionen Franken geschätzt. Perlen gilt wegen des grossen Strombedarfs
der Papierfabrik bereits als Standort für ein mögliches
Gaskombikraftwerk. Beide Vorhaben schliessen sich gemäss Theiler nicht
aus. Das Basler Geothermieprojekt wurde im Januar dieses Jahres auf
unbestimmte Zeit sistiert, nachdem eine Serie von Erdbeben die
Bevölkerung aufgeschreckt und Schäden angerichtet hatte.

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Geothermie Basel: Erdbebenserie setzt sich fort

Freitag, 2. Februar 2007 · 2 Kommentare

Erdbebenkarte Geothermie BaselHeute morgen 04:54h erschütterte ein Erdbeben der Stärke 3.3 die Region Basel. Das Epizentrum liegt wieder in unmittelbarer Nähe des Geothermie Bohrlochs. Wir haben das Beben hier wiederum sehr unangenehm wahrgenommen.

Der Regierungsrat hatte das Geothermie Projekt aufgrund der auch für die Experten unerwartet starken Beben auf unbestimmte Zeit gestoppt. Die Stimmung in der Bevölkerung aufgrund der erhöhten Seismizität durch die Wassereinpressungen des Geothermieprojekts ist auf einem Tiefpunkt. Wegen der schönfärberischen Informationspolitik der Geothermie Betreiber und der Regierung während der Erdbebenserie seit anfang Dezember 2006 ist kein Vertrauen mehr da in dieses Projekt. Ob die angekündigten Untersuchungen der Erdbebenspezialisten das verlorene Vertrauen wieder herstellen können, wage ich zu bezweifeln. Ich bin froh, dass das Projekt sistiert wurde, und hoffe die Serie von Stärke 3 Erdbeben hört wieder mal auf. Die Spezialisten können darüber momentan noch keine Aussagen machen. Und das ist erst recht beunruhigend!

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Expertenbericht zu Geothermie Erdbeben Basel

Donnerstag, 25. Januar 2007 · 1 Kommentar

Medienmitteilung des Regierungsrats Basel Stadt vom 25. Januar 2007

Expertenberichte zur Geothermie publiziert

Alle für die Behörden, respektive von den Behörden verfassten Expertisen und Stellungnahmen zur Geothermie werden heute der Öffentlichkeit über Internet zugänglich gemacht. An einer Medienorientierung begründete Regierungsrätin Barbara Schneider den Entscheid des Regierungsrates, das Projekt auf unbestimmte Zeit zu sistieren.

An der heutigen Medienorientierung zum Stand des Geothermie-Projekts führte Regierungsrätin Barbara Schneider aus, dass unter den Experten in vielen Punkten Einigkeit herrsche: „Einigkeit darüber, dass wir noch zuwenig verstehen, warum die drei Erdstösse so stark spürbar waren; Einigkeit darüber, dass die Betreiber-Firma, die Geopower Basel AG, nach dem aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft vorgegangen ist. Einig sind sich alle auch, dass zu viele Fragen offen sind, um heute einen fundierten definitiven Entscheid für oder gegen das Geothermie-Projekt fällen zu können“.

Der Regierungsrat hält, wie bereits am Dienstag mitgeteilt, an der Option Geothermie fest. Angesichts der sich abzeichnenden Verknappung der fossilen Brennstoffe, der CO2-Thematik, des nach wie vor stetig steigenden Energieverbrauchs und angesichts der bekannten Risiken, die mit anderen Energieträgern verbunden sind, drängt sich die vertiefte Prüfung der Option Geothermie auf. Ein Abbruch wäre angesichts der mit dieser Technologie verbundenen Chancen verfrüht. Ebenso verfrüht wäre auch die sofortige Wiederaufnahme der Arbeiten in Kleinhüningen. Mit der Sistierung des Projekts auf unbestimmte Zeit hat der Regierungsrat den von der Firma Geopower bereits nach dem ersten Erdstoss vorgenommenen Unterbruch des Projekts bestätigt. Die entscheidende Voraussetzung für eine allfällige Weiterführung des Projekts ist eine umfassende Risikoanalyse. Es ist Ziel des Regierungsrates, der Bevölkerung noch in diesem Jahr sagen zu können, welcher Art und wie hoch die Risiken sind, die mit einer Weiterführung des Projekts verbunden wären.

Die an der Medienorientierung anwesenden Experten, Nicholas Deichmann vom Schweizerischen Erdbebendienst, Zürich, und Stefan Schmid vom Geologischen Institut der Universität Basel, fassten den Stand des Wissens betreffend die Erdstösse vom Dezember 2006 und Januar 2007 zusammen. Zum Risiko eines durch das Geothermie-Projekt ausgelösten Schadenbebens führten sie aus, dass die seit 2. Dezember aufgetretenen Beben praktisch nichts zum regionalen Spannungsabbau beigetragen und somit auch nicht die Auftretenswahrscheinlichkeit eines möglichen Starkbebens verringert hätten. Die Wahrscheinlichkeit, ein grösseres Schadenbeben auszulösen, werde nach wie vor als sehr gering betrachtet. Man könne diese Wahrscheinlichkeit aber noch nicht quantifizieren, um das entsprechende Risiko mit anderen technologischen Risiken vergleichbar zu machen. Sie unterstrichen, dass die bisherigen Arbeiten am Geothermie-Projekt in Basel einzigartige Erkenntnisse erbracht hätten, um die für die Entwicklung der Geothermie entscheidenden Fragen zu beantworten.

Hinweise

Die Dokumente zum Geothermie-Projekt sind einsehbar unter http://www.wsu.bs.ch/geothermie.

Die Risikoanalyse gehört normalerweise an den Anfang eines Projekts, scheinbar hat die Regierung hier fahrlässig geschlampt. Dass sich die Regierung jetzt schon für einen Abbruch des Deep Heat Mining Projekts entscheidet, war nicht zu erwarten. Die Regierung ist einerseits Auftraggeber, andrerseits Kontrollbehörde, Fehler werden nur zögerlich zugegeben. Welche Entscheidung die Regierung auch fällt, immer macht sie sich unbeliebt und steht schlecht da: Bei Weiterführung der Bohrungen wird es Kritik hageln, weil die Region Basel einem immensen Risiko ausgesetzt wird. Bei Abbruch des Projekts kann kritisiert werden, dass 55Mio in den Sand gesetzt wurden. Die Entscheidung möglichst lange rauszuzögern löst dieses Dilemma aber nur momentan, im Idealfall vielleicht bis nach der nächsten Wahl. Aber dies ist scheinbar das Hauptanliegen, und gelingt ja recht gut…

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