Radio B: Die Stimme der Vernunft

Einträge werden als ‘Energie’ kategorisiert

Nebenwirkung von Erdwärmebohrung in Wiesbaden

Samstag, 7. November 2009 · Kommentar schreiben

Wasseraustritt nach Geothermiebohrung in Wiesbaden gestoppt

Verstopfen des Bohrlochs mit Beton im dritten Versuch gelungen

Es sprudelt nicht mehr. Eine Bohrpanne hatte in Wiesbaden zu einem gewaltigen Wasseraustritt geführt. Mehr als 24 Stunden nach der Panne beim hessischen Finanzministerium konnte der Schaden nun behoben werden.

Der Wasseraustritt am hessischen Finanzministerium in Wiesbaden ist am Samstag gestoppt worden. Laut Behörden wurde das Bohrloch verschlossen, indem man Beton mit hohem Druck tief in die Erde einbrachte. Seit dem Freitag waren zwei Versuche fehlgeschlagen.

Bei einer Erdwärmebohrung war in der Nacht zum Freitag versehentlich eine unter Druck stehende Wasserblase in 130 Metern Tiefe angezapft worden. Daraufhin schoss eine bis zu sieben Meter hohe Fontäne aus der Erde; das Gelände in der Wiesbadener Innenstadt wurde überflutet. Zeitweise traten bis zum 6000 Liter Wasser pro Minute aus.

Bereits den ganzen Freitag über hatte die Feuerwehr fieberhaft versucht, das Bohrloch zu verschliessen: Zwar wurde das Loch mit mehr als 40 Kubikmeter Beton verfüllt. Anschliessend kam das Wasser jedoch an drei neuen Stellen wieder an die Oberfläche. Die Erdwärmebohrung stand in Zusammenhang mit einem geplanten Anbau für das Finanzministerium, der mit einer geothermischen Anlage versehen werden soll.

Für das Wasser im Untergrund ist Wiesbaden berühmt: Die Stadt verfügt über insgesamt 27 heisse und ungezählte kalte Quellen. Der Quellenreichtum wird durch die Lage am Rande des Taunus begünstigt. Einige Quellen sprudeln bereits seit der Steinzeit am gleichen Ort.

Kategorien: Arbeit · Basel · Deep Heat Mining · Energie · Politik · Wasser · Wiesbaden · geothermie

Erdbeben Basel: Geopower will Arbeiten am Geothermie Bohrloch fortsetzen

Montag, 8. Juni 2009 · Kommentar schreiben

Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, Amt für Umwelt und Energie
Medienmitteilung vom 08. Juni 2009

Geopower Basel AG stellt Baugesuch für weitere Messungen

Am Standort der Geothermiebohrung in Kleinhüningen will die Geopower Basel AG Messungen vornehmen, welche weitere Aufschlüsse über die Wasserdurchlässigkeit des Gesteins in 5000 Metern Tiefe bringen sollen. Um diese Messungen durchzuführen, muss zunächst ein Hindernis in 4700 Metern Tiefe ausgeräumt werden. Die Geopower Basel AG hat für diese Arbeiten ein Baugesuch eingereicht.

Nach der Sistierung aller Arbeiten am Bohrloch im Dezember 2006 möchte die Geopower nun untersuchen, wie weit das Felsgestein durch das Einpressen von Wasser bereits durchlässig geworden ist bzw. ob sich in 5000 Meter Tiefe ein Reservoir für Wasserzirkulation gebildet hat. Diese Untersuchung ist sowohl für das Projekt Basel als auch für die Weiterentwicklung der Tiefengeothermie im Allgemeinen von grosser Bedeutung. Das Bundesamt für Energie (BfE) ist deshalb sehr an den Resultaten der geplanten Nachmessungen interessiert. Erst mit solchen Nachmessungen, die einen Vergleich Vorher-Nachher erlauben, wird es möglich sein, schlüssige Lehren aus dem Projekt Basel zu ziehen.

Zu diesem Zweck hat die Geopower Basel AG ein Baubegehren eingereicht. Bevor die Messungen mittels akustischer Kamera durchgeführt werden können, muss ein Hindernis im Bohrloch auf rund 4700 Metern Tiefe ausgefräst werden. Die Messung liefert ein visuelles Abbild der Bohrlochwand und der Geometrie des Bohrlochs. Sie lässt Rückschlüsse zu über die Auswirkungen der Wassereinpressung, insbesondere über neu gebildete Risse im Gestein. Anschliessend ist ein Fördertest vorgesehen. Dabei wird Wasser in einer konstanten Menge aus der Bohrung entnommen, was ein Nachfliessen von Wasser aus dem Reservoirbereich zur Bohrung bewirkt. Insgesamt sollen rund 200 Kubikmeter Wasser aus dem Bohrloch entnommen werden.

Für die gesamten Arbeiten wird mit einem Aufwand von insgesamt zehn bis zwölf Tagen gerechnet. Die Arbeiten können im normalen Tagbetrieb durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit dem Auffräsen werden während fünf Tagen Dieselgeneratoren für den Antrieb der Stahlschlauchspule eingesetzt. Die Generatoren werden mit Schalldämpfern ausgerüstet. Im Weiteren ist insbesondere beim Auf- und Abbau der Anlage mit Baustellenverkehr zu rechnen.

Die vorgesehenen Arbeiten verursachen nur geringe Druckänderungen im Bohrloch, weshalb nach Ansicht der Geopower Basel AG spürbare Erschütterungen ausgeschlossen werden können. Die seismische Aktivität im Reservoir bewegt sich seit Monaten auf einem sehr tiefen Niveau; das letzte vom Schweizerischen Erdbebendienst SED erfasste Ereignis datiert vom 30. November 2007 und wies eine Stärke von Magnitude 1,6 auf, was vom Menschen nicht wahrnehmbar ist. Trotzdem ist auch für die geplanten Arbeiten ein Sicherheitsdispositiv vorgesehen, das klare Kriterien für einen Abbruch der Aktivitäten enthält. Beim Erreichen bestimmter Fixpunkte würde die jeweils laufende Operation unverzüglich abgebrochen und die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit sowie der Schweizerische Erdbebendienst informiert. Ein solcher Fixpunkt wäre ein Ereignis mit einer Stärke von mehr als Magnitude 1 auf der Richterskala oder das Auftreten von fünf Ereignissen zeitnah mit der laufenden Operation.

Das Baugesuch unterliegt dem üblichen Baubewilligungsverfahren unter Federführung des Bauinspektorats. Die Beurteilung der seismischen Risiken wird die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit im Gesundheitsdepartement vornehmen. Dafür wird sie unabhängige Experten beiziehen. Die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit wird dem Gesuch zustimmen, sofern es die gesetzlichen Vorschriften des Umweltschutzrechts bezüglich Störfallvorsorge erfüllt.

Soweit die offizielle Medienmitteilung.

Schön, dass für die Arbeiten schallgedämpfte Generatoren verwendet werden sollen. Doch wir erinnern uns: Bei den letzten Geothermie Bohrungen war nicht der Lärm das eigentliche Problem, sondern die durch die Geothermie Bohrungen resp. durch das Wassereinpressen verursachten Erdbeben. Damals wie heute ist die Geopower Basel AG der Meinung, dass es zu keinen spürbaren Erschütterungen kommen werde. Es ist zu hoffen, dass bei der Beurteilung des Baugesuchs nicht die Fehler wiederholt werden und dieses Mal nicht nur die Lärmbelästigung und die Vibrationen der Bauarbeiten, sondern auch die Erdbebengefahr durch wirklich unabhängige Spezialisten ehrlich beurteilt werden. Genauso müssen die Messungen der Seismizität am Bohrloch nicht von der Firma Geopower selbst, sondern von unabhängigen Spezialisten durchgeführt werden. Interessant wird das Sicherheitsdispositiv: Bitte beachten Sie v.a. den Punkt wie schnell die einzelnen Aktivitäten dann tatsächlich abgebrochen werden können. Es wird wieder Tage gehen bis die Druck-Verhältnisse im Bohrloch wieder auf dem heutigen Stand sind. Wenn es also bei den erneuten Arbeiten Erdbeben geben wird, dann werden die Beben nicht einfach so wieder verschwinden, sondern solange weitergehen, bis die Druck Verhältnisse im Bohrloch sich wieder normalisiert haben.

Hört also nicht auf die Einschätzung der Geopower AG: Sie haben handfeste wirtschaftliche Gründe, um die Gefahr der Arbeiten am Bohrloch runterzuspielen.

Kategorien: Arbeit · Basel · Deep Heat Mining · Erdbeben · Forschung · earthquake · geothermie

Erdbeben bei Basel: Erneutes Nachbeben

Dienstag, 12. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Am 10.5.2009 18:34 kam es zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.6 in 8km Tiefe. Erdbeben dieser Stärke werden normalerweise von Menschen nicht wahrgenommen.

Am 7.5.2009 17:49h war es bereits zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.2 in 8km Tiefe gekommen.

In der Nacht vom 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen wurden erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen (16km nordöstlich von Basel). Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8km Tiefe.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

Dies ist ein Update von http://radiob.wordpress.com/2009/05/09/erdbeben-bei-basel-nachbeben/

Kategorien: Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · Forschung · earthquake · geothermie

Erdbeben bei Basel: Nachbeben

Samstag, 9. Mai 2009 · 1 Kommentar

Gestern nacht 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen wurden erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen (16km nordöstlich von Basel). Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8km Tiefe. Am 7.5.2009 17:49h kam es zu einem erneuten Nachbeben der Stärke 1.2 in 8km Tiefe. Nachbeben dieser Stärke werden normalerweise von Menschen nicht wahrgenommen.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

Dies ist ein Update von http://radiob.wordpress.com/2009/05/05/erdbeben-bei-basel/

Kategorien: Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · Forschung · earthquake · geothermie

Erdbeben bei Basel

Dienstag, 5. Mai 2009 · 1 Kommentar

Gestern nacht 5.Mai 2009 um 03:39 Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4.5 die Regio Basel während rund 30 Sekunden. Das Beben war in weiten Teilen der Schweiz gut spürbar. Viele Menschen erschreckt und aus dem Schlaf gerissen. Das Epizentrum lag in lediglich 11km Tiefe bei Kandern/Steinen, also 16km nordöstlich von Basel. Um 04:45 kam es zu einem Nachbeben der Stärke 1.1 in 8 km Tiefe.

Ein Zusammenhang mit den sistierten Geothermie Bohrungen in Basel/Kleinhüningen können bisher ausgeschlossen werden.

Wegen dem Beben fiel im Industriegebiet Schweizerhalle – auf Boden der
Gemeinden Pratteln und Muttenz – für fünf Minuten der Strom aus.
Betroffen waren 916 Kunden, wie die Elektra Birseck Münchenstein (EBM)
mitteilte. Das Beben habe eine Sicherheitsabschaltung in einem
Unterwerk ausgelöst. In einzelnen Häusern direkt über dem Epizentrum kam es zu Rissen in den Hauswänden.

Für einen Menschen war das nächtliche Erdbeben in Steinen im Übrigen ein Glücksfall: Just am Montagabend reiste ein Journalist der «New York Times» nach Basel, um für seine Zeitung über die Geothermie-Beben von vor zwei Jahren zu berichten. Einen besseren Einstieg ins Thema hätte sich der Journalist nicht wünschen können.

Kategorien: Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · Forschung · earthquake · geothermie

Geothermie-Projekt Basel: Zukunft nach Erdbeben ?

Dienstag, 4. Dezember 2007 · 3 Kommentare

Ein Jahr nach den Erdbeben ist weiterhin unklar, ob das Basler
Geothermieprojekt eine Zukunft hat. Die verantwortliche Geopower AG
stellte am Dienstag erste Untersuchungserkenntnisse vor. In 3000 Metern
Tiefe wird nutzbar heisses Wasser vermutet.

Das Geothermie-Pionierprojekt will mittels Einpressen von Wasser in
5000 Metern Tiefe heisse Gesteinsschichten durchgängig machen, so dass
man diese quasi als Durchlauferhitzer zur Strom- und Wärmeproduktion
verwenden kann. Nach dem Einpressen kam es jedoch zu mehreren spürbaren
kleineren Erdbeben, die Ängste auslösten.

Darauf wurde das Projekt Ende 2006 sofort gestoppt, und seither
werden Messergebnisse ausgewertet. Dabei ist eine Gesteinszone in 3000
Metern Tiefe aufgefallen, in der man ein vorhandenes
Heisswasserreservoir vermutet. Möglicherweise könnte dieses zu
Heizzwecken oder sogar Stromgewinnung genutzt werden.

Plan B

Dort eingedrungenes Wasser war mindestens 138 Grad warm, wie Markus
Häring ausführte; er ist Chef der am Projekt beteiligten Geothermal
Explorers Ltd. Auch sei das Gestein dort vergleichsweise durchlässig.
Allerdings weiss man nichts über die Dimensionen; das bräuchte
zusätzliche Messungen – passive ohne Erdbebenrisiko.

Auch wenn jene Schicht nutzbar ist, wäre dies nur Plan B, denn in
5000 Metern Tiefe hofft man auf weit rentablere 200 Grad. Auch dafür
fehlt indes noch der Nachweis; nach dem gekühlten Bohren wurden unter
dem Bohrkopf rund 70 Grad gemessen. Laut Häring ist das theoretisch auf
etwa 200 Grad hochzurechnen.

Wegen dem Abbruch der Einpressungen ist die durchlässige Zone im
Tiefengestein jedoch nicht ausreichend gross. Dreidimensionale Modelle
der vom «Klüften» ausgelösten Mini-Beben belegen immerhin die erwartete
Ausbreitungsrichtung. Dank umfassender Überwachung liege zum Basler
Projekt einzigartiges Datenmaterial vor.

Entscheid 2009

Eine unabhängige Risikoanalyse, anhand der die Basler Regierung über
eine Fortsetzung des Geothermie-Projektes entscheiden will, wird Anfang
Jahr vergeben. Resultate sollen Ende 2008 vorliegen. Häring mochte
keine Prognose abgeben. Derzeit ruht das Projekt: Die Anlagen werden
nur überwacht; der teure Bohrturm steht nicht mehr in Basel.

Die von Hausbesitzern gemeldeten Erdbeben-Schäden sind derweil noch
nicht bereinigt: Vier Fünftel der 2565 Schadenfälle seien bearbeitet,
ein Drittel sei mit einer Versicherungszahlung abgeschlossen worden,
hiess es. Die Geopower verspricht, auf die nach einem Jahr übliche
Verjährung der Forderungen zu verzichten.

Unter dem Strich erwartet die Geopower AG inzwischen laut
Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener Schadenkosten von gegen
9 Mio. Franken – weit mehr als anfangs geschätzt. Im Durchschnitt liegt
ein Schadenfall so bei rund 3000 Franken. Allerdings meldeten sich auch
Trittbrettfahrer mit alten Schäden.

Die Gesamtkosten des Geothermie-Projektes liegen aktuell bei 62 Mio.
Franken. Ursprünglich waren sie auf 80 Mio. Fr. veranschlagt worden,
wovon auf die Explorationsphase 62 Mio. Fr. entfielen. Am
Pionierprojekt sind der Kanton Basel-Stadt sowie mehrere
Energieversorger beteiligt.

Versicherungsfragen offen

Ein knappes Jahr nach den Erdbeben wegen des Geothermie-Projektes in
Basel ist die Schadenabwicklung noch nicht abgeschlossen. Offen ist der
Kostenschlüssel zwischen Geopower AG und Versicherung sowie die Frage,
ob diese künftig teurer wird.

2200 der insgesamt 2565 bisher gemeldeten Schäden – zumeist an
Gebäuden – sind bis Ende November bearbeitet worden, wie
Geopower AG-Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener am Dienstag
vor den Medien ausführte. 883 Fälle seien mit einer Auszahlung
abgeschlossen worden.

Bei den über tausend Schäden im angrenzenden Ausland – 577 im
Badischen und 456 in Elsass – gehe es etwas langsamer voran: Mit 749
Fällen (398 D, 351 F) seien gut zwei Drittel erledigt. Laut
Geopower-Anwalt Daniel Gebhardt unterscheide sich das Landesrecht; so
müsse etwa in Frankreich primär die Gebäudeversicherung zahlen.

Entgegenkommen

Normalerweise müsse in der Schweiz ein Geschädigter dem Verursacher
erst Verschulden nachweisen; bei den Erdbebenschäden übernehme aber
Geopower auch die Kosten der Abklärungen durch ein Ingenieurbüro. Dort
und bei der Versicherung arbeiten laut Schwendener insgesamt gegen 35
Personen an der Erdbeben-Abwicklung.

Die Schaden-Gesamtkosten schätzt Schwendener auf 7 bis 9 Mio.
Franken. Dabei ist noch unklar, wer am Ende wieviel davon tragen muss:
Das Verhältnis sei noch nicht geklärt, sagte Gebhardt. Im Vordergrund
stehe zuerst Klarheit für die Betroffenen. Der Schaden überschreite die
Versicherungssumme jedenfalls mit Abstand nicht.

Bei einer Fortsetzung des Geothermie-Projektes werde jedenfalls eine
neue Versicherungs-Police auszuhandeln sein. Ob diese angesichts der
Vorgeschichte teurer wird, wusste Gebhardt nicht.

Individuelle Frist

Geopower weist auch Vorwürfe von Hauseigentümerseite von sich, sich
mit der Verjährung nach einem Jahr um Abgeltungen drücken zu wollen.
Wer seinen Schaden schriftlich angemeldet hat, aber noch keinen
Bescheid erhalten hat, soll auch nach dem Jahrestag des ersten
stärkeren Erdstosses vom 8. Dezember entschädigt werden.

Laut Schwendener endet der Verjährungs-Verzicht einen Monat nach
Erhalt eines endgültigen Erledigungsbescheids der Versicherung.
Massgeblich ist gemäss Gebhardt zudem nicht das Datum des ersten
Bebens; die Jahresfrist beginne vielmehr im Moment der Feststellung des
Schadens und der möglichen Ursache, also teils Monate später.

Im Übrigen haben sich neben den vielen echten Betroffenen auch
einige Schlaumeier gemeldet: In manchen Mauer-Rissen fanden die
Experten alten Staub oder Moos – jene Schäden dürften klar älter sein.
Den Anteil solcher Versuche mochte Gebhardt nicht beziffern.

Kategorien: Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · Politik · earthquake · geothermie

Arbeit – Bedrohung oder Quelle der Gesundheit?

Donnerstag, 29. November 2007 · Kommentar schreiben

Arbeit – Bedrohung oder Quelle der Gesundheit?

Die Beziehung von Arbeit und Gesundheit ist uns vor allem aus einer Perspektive vertraut: Belastende Arbeitstätigkeiten und -bedingungen können unsere Gesundheit beeinträchtigen und Krankheiten verursachen. Die Diskussion krankt aber verbreitet an einem eingeschränkten Blickwinkel: Zum einen wird Arbeit hauptsächlich von ihrem gesundheitsschädigenden Potential her betrachtet, zum andern liegt oft ein wenig reflektiertes Verständnis von Gesundheit vor, das einseitig nach Ursachen von Krankheiten sucht. Spätestens seit den Befunden einer massiven Bedrohung der Gesundheit durch den Skandal der Arbeitslosigkeit stellen sich neue Fragen: Was erhält Menschen eigentlich gesund? Welches sind sozusagen „Ressourcen“ von Gesundheit? Und: Gehört zu diesen Ressourcen nicht auch unsere tägliche Arbeit?

By Ueli Kraft *

Wer arbeitet, kennt die beiden Seiten: Arbeit kann bereicherndes Tun sein, das unserem Leben Sinn gibt – sie kann aber auch eine Last sein. Den Aspekt der Sinnstiftung hat der Schriftsteller Ludwig Hohl auf den Punkt gebracht: Er nennt Arbeiten ein eigenes Tun, zu dem uns nicht fremde, äussere, sondern innere Gewalten nötigen, »das einzige, was Leben gibt, was retten kann« (1944). Und Max Frisch formuliert: »Erst in Zeiten, wo die Arbeit uns wieder verlassen hat, zeigt es sich deutlicher, warum man, wenn irgend es geht, überhaupt arbeitet; es ist das einzige, was uns am Morgen, wenn man jäh und wehrlos erwacht, vor dem Schrecken bewahrt; was uns in dem Labyrinth, das uns umgibt, weitergehen lässt; es ist der Faden der Ariadne.« (1950). Hier wird Arbeit als eigentlichste Lebensäusserung verstanden, als Verwirklichung und Weiterentwicklung des Menschen – ausgeprägt in der Form einer meditativen Versenkung in eine Tätigkeit, das selbstbestimmte und zugleich selbstvergessene Einswerden mit ihr und der Welt, wie wir es aus dem Umfeld etwa des Zen-Buddhismus kennen. Aber auch unsere Kultur liefert entsprechende Beispiele: Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen bewahrt Bilder und Gerüche einer Sattlerwerkstatt im Dorf meiner Grosseltern: die offene Tür zur Werkstatt, der kleine Bach vor dem Haus, auf der Schwelle spielende Kinder, der gottesfürchtige Mann bei seiner Arbeit, ruhig und stetig. Diese Verschränkung von Arbeiten, Leben und Wohnen gerät uns natürlich leicht zur Idylle. Die Idealisierung solchen Arbeitens ist aber Symptom, sie kennzeichnet insbesondere auch „Aussteiger“, die in „Alternativbetrieben“ wirklich vieles auf sich nehmen, um selbstbestimmt arbeiten zu können.

Diesem Ideal gegenüber liegt ein durch Fremdbestimmung und Zwang geprägtes Arbeiten. Für die extremste Form mögen die Pyramiden, die Grosse Mauer in China, Kanäle und Bahnlinien in Sibirien stehen. Sie wurden nicht von Despoten erbaut, sondern von Heeren von Sklaven, Verurteilten oder Unterdrückten, die bis zum Umfallen schuften mussten. »Arbeit macht frei« stand als zynisches Memento über dem Eingangstor von Auschwitz. – Aber auch die Gegenwart kennt genügend Beispiele: Die Arbeiter in den Minen Südafrikas, auf den Plantagen Mittel- und Südamerikas, zeitweise auch die Emigranten auf den Baustellen Europas riskieren – fern von ihren Familien – nach wie vor ihre Gesundheit in Arbeitsverhältnissen, die nur jemand eingeht, den die nackte Not dazu zwingt. Solche Gegebenheiten sind verbunden mit der Leistungsgesellschaft, die die Arbeit nach Macht und Besitz organisiert. Im Zuge der Industrialisierung haben sich die seit jeher bestehenden Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Herrschenden und Untertanen in solche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewandelt. Und aus dem »liberté, égalité, fraternité«, das noch heute die französischen Münzen ziert, hat die bürgerliche Gesellschaft ein „freie Bahn dem Tüchtigen“ gemacht – im so genannten „freien“ Markt fressen die Stärkeren die Schwächeren nicht nur gnadenlos, sondern auch noch in der Überzeugung eigener Tüchtigkeit. Und wer arm ist, ist selber schuld, dass er schweisstreibende Arbeit verrichten muss. Die Fremdbestimmung in der Arbeit, die Trennung von Kopf und Hand erfährt heute durch die zunehmende Überführung menschlichen „Produktionswissens“ in die Maschinen eine neue Blüte. Und vielerorts steckt hinter diesen Bemühungen die technokratische Vision menschenentleerter Produktionshallen.

Wo unsere Arbeit auf der Achse zwischen selbstbestimmtem Wollen und fremdbestimmtem Sollen zu liegen kommt, hängt unter den gegenwärtig gegebenen Verhältnissen von verschiedenen Faktoren ab – von unserer sozialen Herkunft, vom Geschlecht, vom Bildungsstand, von der Wirtschaftslage, von regionalen Besonderheiten des Arbeitsmarktes. Schon bei der Berufswahl steht dem Versprechen einer Selbstverwirklichung im Beruf der zeitweilig barsche Wind der Arbeitswelt gegenüber, die Zuweisungen nach ihren Bedürfnissen vornimmt. Die Rollen, die angeboten werden, werden von den einen bewusst und gerne gewählt, von anderen unter Zwängen und nur zögernd „geschluckt“. Und: Die einen können ihre Arbeit als wesentlichen Bestandteil der eigenen Identität verstehen, den anderen bleibt sie fremd und äusserlich.

Gesundheit: Zustand oder Prozess?

Unser Alltagsverständnis von Gesundheit orientiert sich zwar weitgehend an der Abwesenheit von Krankheitssymptomen, schliesst aber über soziales und psychisches Befinden die Ahnung ein, dass die Sache etwas komplizierter sein dürfte – eine Einsicht, die auch in der Wissenschaft langsam Fuss fasst. Die ursprünglich unterschiedlichen Zugänge der Medizin, der Biologie und der Psychologie verdichten sich seit einigen Jahren zu einer „ökologischen“ Sichtweise, die das technokratische Denken vieler Schulmediziner zu relativieren versucht. Der Grundgedanke liegt darin, dass wir potentiell krankmachenden Belastungen der physikalischen, biologischen und sozialen Umwelt eigentlich dauernd ausgesetzt sind, und es stellt sich die Frage, wie und womit wir diesen begegnen können. Es handelt sich nach diesem Verständnis um ein – gelingendes und misslingendes – Wechselspiel zwischen den die Gesundheit bedrohenden Faktoren und Schutzmechanismen. Gesundheit ist damit nicht einfach da, sie muss von uns sozusagen immer wieder hergestellt werden.

Wo wir Gesundheit nicht mehr lediglich körperlich verstehen, müssen wir nach den verschiedenen Faktoren fragen, die uns helfen, gesund zu bleiben oder unsere Gesundheit wieder zu erlangen. Solche Ressourcen liegen in der Umwelt – Stichworte: saubere Luft, Wohnsituation -, in unserem eigenen Gesundheitsverhalten – Stichworte: gesunde Ernährung, Vermeidung oder Reduzierung potentiell schädigender Genussmittel und ausreichende Bewegung. Sie liegen in der Arbeit, sofern uns diese von der Sache und von der sozialen Seite her „etwas bringt“; sie liegen in uns selber, wo wir – basierend auf unserem Selbstwertgefühl und einer positiven Haltung dem Leben, den anderen Menschen, unseren Gefühlen und unserer Arbeit gegenüber – sinnvolle Strategien im Umgang mit Belastungen verfügen oder solche entwickeln können; sie liegen in den sozialen Beziehungen in der Familie, unter Bekannten und am Arbeitsplatz, wo wir auf Verständnis und Unterstützung treffen können.

Die in uns liegenden persönlichen und die sozialen Ressourcen können zusammenfassend als psychosoziales Immunsystem verstanden werden, das eng mit dem biochemischen System „zusammenarbeitet“. Wer einen Raubbau an diesen Ressourcen begeht – etwa indem Beziehungen zur Lebenspartnerin oder zum Lebenspartner nur „ausgebeutet“ und nicht gepflegt werden -, schädigt sich über kurz oder lang selber, indem wesentliche Bestandteile des so verstandenen Immunsystems geschwächt werden.

Arbeit: Belastung oder Ressource von Gesundheit?

Obwohl wir in der Schweiz eine der höchsten durchschnittlichen Lebenserwartungen haben, sind offenbar die wenigsten Menschen in einem umfassenden Sinne gesund. Die Prämien der Krankenkassen steigen und steigen; Hausärztinnen und Hausärzte sehen sich zunehmend mit psychosomatischen Störungen konfrontiert – die Psyche macht sozusagen nicht mehr mit und sucht sich in der physischen Erkrankung ein gesellschaftlich anerkanntes Mittel zur Entlastung. Das ständige Getrieben-Sein in unserer Leistungsgesellschaft zeigt mannigfache physische, psychische und soziale Folgen – wir nennen einen Teil davon Ziviliationskrankheiten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebsleiden oder Allergien aller Art sind physische Signale dafür, dass unsere Abwehr überlastet wird; Abhängigkeiten von Genussmitteln, Drogen und Medikamenten Zeichen von untauglichen Versuchen, mit dem subjektiv als massiv erlebten Druck fertig zu werden. Eine Sinnkrise spiegelt sich in Selbstmordraten und in der Raserei auf den Strassen. Der Boom pseudo-psychotherapeutischer Angebote ist ebenso Symptom wie die rasant steigenden Umsätze mit esoterischen Schriften und Gerätschaften. Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen, sind einsam, fühlen sich bedroht, haben Angst. Das gehetzte Funktionieren in einer technokratischen Welt geht offenbar einher mit einer emotionalen und sozialen Verkümmerung, auf Kosten von Lebendigkeit und Gelassenheit.

Nun wäre es etwas gar plump, die Produktionsverhältnisse der Wirtschaft pauschal zur allein Schuldigen zu stempeln. Aber wir können uns fragen, welche Vorkehrungen in den Betrieben getroffen werden könnten, damit nicht lediglich negative Auswirkungen der Arbeit vermieden, sondern positive gefördert werden. Die Arbeitspsychologie hätte auf beiden Seiten einiges zu bieten.

Eine lange Tradition hat die Forschung zur Belastungsvermeidung, die das Phänomen Stress mittlerweile sehr gut versteht: Wo in der Arbeitswelt Planung, Ausführung und Kontrolle einer Tätigkeit auseinandergerissen worden sind, wo in ausgeklügelten Hierarchien der eine über den anderen verfügt, wo einzelne vereinzelt „gegen“ fremdgesetzte Termine kämpfen, sind Voraussetzungen zur Entstehung von Gefühlen eines Kontrollverlustes und von Ohnmacht gegeben – unabhängig von der Persönlichkeit der Arbeitenden selbst. Als spezifische Stressfaktoren können verschiedenste Merkmale der täglichen Arbeit in Betracht kommen. Ähnlich der Formulierung des Paracelsus, wonach ein jedes Ding – je nach Dosierung – Gift oder nicht Gift ist, kann ein Zuviel einzelner oder mehrerer Belastungsaspekte Stress auslösen: Alleinsein kann sehr angenehm, Isolation hingegen sehr belastend sein. Kontakt mit Menschen zu haben, entspricht einem verbreiteten Bedürfnis, anderen nicht mehr ausweichen zu können, kann Stressreaktionen provozieren. Zeitdruck kann als Herausforderung wirken, wo wir auf die entsprechenden Faktoren keinen Einfluss haben, kann er uns lähmen. Zuwenig Bewegung ist so ungünstig wie zuviel körperliche Belastung, Unterforderung so schlecht wie klare Überforderung. Das je günstige oder erträgliche Mass variiert natürlich – wir Menschen sind halt verschieden. Die allgemein ungünstigen gesundheitlichen Auswirkungen solcher Belastungen in Kombination mit geringen bis fehlenden Kontrollmöglichkeiten sind durch die Forschung aber hinreichend belegt. Die Arbeitspsychologie hat auf solche Ergebnisse mit Versuchen geantwortet, auf die Gestaltung von einzelnen Arbeitsaufgaben und ganzen Organisationen einzuwirken. Vielerorts hat dies auch bewirkt, dass solche Belastungen allgemein reduziert worden sind – ganze Berufsgruppen oder bestimmte Funktionen leiden aber nach wie vor darunter, dass hohen Anforderungen mittels geringsten Spielräumen und Entscheidungsbefugnissen genügt werden soll.

Die Möglichkeiten einer Gesundheitsförderung durch die Betriebe erschöpfen sich nicht in gutgemeinten Aktionen wie Gymnastik vor den Bildschirmen. Nach dem oben skizzierten Verständnis von Arbeit hätten Arbeitspsychologie und Betriebe Möglichkeiten, die aus ihren eigentlichen Feldern stammen und die so neu gar nicht sind. Konzepte zur Motivationsförderung, zur persönlichkeitsförderlichen Gestaltung von Arbeitstätigkeiten und zur Förderung eines sozial unterstützenden Arbeitsklimas können auch als Konzepte zur Erhaltung der Gesundheit verstanden werden. Die Arbeit birgt in sich ja auch das Versprechen, dass wir davon etwas haben könnten: Befriedigung, Selbstbestätigung, Anregung zur Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit. Arbeit kann dann Ressource sein, wenn sie unseren Fähigkeiten entspricht und diese auch steigert, wenn sie sozusagen „ganzheitlich“ ist, das heisst, wenn wir selber planen, ausführen und kontrollieren können, wenn wir Entscheidungen selber treffen oder mitbestimmen können, wenn wir mit anderen Menschen kooperieren können – die aufgezählten Punkte entsprechen alten Forderungen der Arbeitspsychologie. Solche Arbeit „schütteln wir nicht aus dem Ärmel“, sie fordert uns heraus und strengt auch an. Aus der Motivationsforschung wissen wir, dass so erbrachte Leistungen uns – direkt über die Sache selbst und indirekt über soziale Anerkennung – belohnen, unser Selbstwertgefühl stützen und steigern.

Wir sehen also: Fremdbestimmte, uns „äusserlich“ bleibende Arbeit kann zwar so gestaltet werden, dass die damit verbundenen Belastungen erträglich bleiben und zu keinen Beschwerden führen. Viele Menschen haben sich in derartigen Arbeitsverhältnissen arrangiert und geben sich damit auch leidlich zufrieden. Damit Arbeit aber auch Ressource von physischer, psychischer und sozialer Gesundheit und von wirklichem Wohlbefinden sein kann, muss mehr gegeben sein: Zum einen Möglichkeiten, die Arbeitssituation nach eigenen Vorstellungen zu beeinflussen – formulieren wir es ruhig als Selbst- oder Mitbestimmung über Ziele und Wege; zum anderen soziale Unterstützung – sei es in Form direkter Hilfen oder als emotionale Stütze. Erst dann kann sie das werden, was sie potentiell sein kann: Ansatzpunkt persönlicher Entwicklung, zentrale Stütze unserer Identität, Sinnstiftung in unserem Leben, der Faden der Ariadne…

Arbeit zur Ressource machen!

  • Arbeit ist nicht an sich beglückend oder mühsam. Was und wie wir arbeiten, ist durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse in mehr oder minder grossem Masse mitgeprägt. Selbstverwirklichung und Fremdbestimmung stehen zwar als Endpunkte einer Skala, beide sind aber in unterschiedlichsten Kombinationen miteinander verschränkt und bilden ein Spannungsfeld, dem die meisten von uns ausgesetzt sind. Wo die verfügbaren Berufsrollen mit unseren Interessen vereinbar sind, kann die Arbeit sinnstiftend wirken und unser Selbstvertrauen stärken. Wo diese auseinanderklaffen, kann sie fremd bleiben und äusserlich.
  • Gesundheit ist eine Leistung des ganzheitlich verstandenen Organismus: Wir sind dauernd Belastungen der physikalischen, biologischen und sozialen Umwelt ausgesetzt, die potentiell krank machen können. Diesen Belastungen begegnen wir aber mit Hilfe von Ressourcen, die in uns selber, in sozialen Beziehungen, in unserer Arbeit und unserer Umwelt liegen. Solange das biochemische und psychosoziale Immunsystem dieses Gleichgewicht aufrecht erhalten kann, stellen wir Gesundheit also immer wieder her. Wenn dies nicht mehr gelingt, werden wir krank.
  • Unsere Arbeit kann unsere Gesundheit belasten oder fördern. Wo sie uns entfremdet wird, unsere Bedürfnisse nicht befriedigt, uns auslaugt und subjektiv als nicht mehr zum eigentlichen Leben gehörig empfunden wird, fehlt sie nicht nur als wichtige Ressource, sondern belastet unseren Organismus. Wo wir unter geringen Entscheidungsbefugnissen hohen Anforderungen genügen sollen, drohen Gefühle von Überforderung und Kontrollverlust, die zu Stressreaktionen mit potentiell ernsthaften Folgen für die Gesundheit führen können. Arbeit wird dann zur Ressource, wenn sie uns anregt, bestätigt, herausfordert und uns in diesem Sinne beweglich und „lebendig“ erhält. Eine sinnstiftende Arbeit trägt nicht nur zu körperlichem, sozialem und psychischem Wohlbefinden bei; sie festigt auch unsere Identität – was uns wiederum hilft, Belastungen zu bewältigen und gesund zu bleiben.

*Ueli Kraft, 1951, Psychologe, Dr. phil. Langjährige Forschungstätigkeit zu Fragen der Berufsbildung (Uni Zürich) und der Arbeitspsychologie (ETH Zürich). 1994-96 Studienleiter am Schweizerischen Institut für Berufspädagogik. Gegenwärtig: selbständige Tätigkeit in der Schulung von Lehrenden in Betrieben, Lehrwerkstätten und Berufsschulen.

Kategorien: Arbeit · Armut · Ausländer · Basel · Drugs - Drogen · Energie · Gewalt · IV · Krankheit · Medikament · Psychopharmaka · Therapie · radio

Schäden bis 5 Mio durch Geothermie in Basel

Montag, 25. Juni 2007 · Kommentar schreiben

Schäden bis 5 Millionen durch Geothermieprojekt in Basel

2300 Meldungen eingegangen

Die Schäden, die durch das Basler Erdwärme- Pilotprojekt verursacht worden sind, belaufen sich auf 3 bis 5 Millionen Franken. Bei der Projektbetreiberin gingen 2300 Schadensmeldungen aus der ganzen Region ein.

30 bis 40 Personen sind seit Monaten mit der Aufnahme und Bearbeitung der Gebäudeschäden beschäftigt. (sda) Sechs Monate nach dem ersten Beben seien rund 1100 Schadensmeldungen bearbeitet, sagte René Kindhauser, Sprecher der Projektbetreiberin Geopower AG, zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag». 500 Dossiers seien der Versicherung weitergeleitet worden. Diese habe in den vergangenen Wochen rund 20 Geschädigten einen Betrag ausbezahlt.

Einfacheres Verfahren für kleinere Schäden

Die durchschnittliche Schadenssumme der bisher bearbeiteten Fällen liegt bei rund 1000 Franken. Für die Aufnahme der Gebäudeschäden engagierte die Geopower AG ein spezialisiertes Ingenieurbüro. Kleinere Schäden sollen künftig durch ein vereinfachtes Verfahren erledigt werden.

Das erste Erdbeben erschütterte die Region am 8. Dezember 2006. Die Beben wurden ausgelöst, weil Wasser in eine Tiefe von 5000 Metern gepresst wurde. Damit sollte das Gestein zerklüftet werden. Die Erdbeben erreichten eine Stärke bis zur Magnitude 3,4 auf der Richterskala.

Artikel stammt aus der NZZ.

Kategorien: Arbeit · Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · earthquake · geothermie

Erneut Erdbeben in Basel

Mittwoch, 21. März 2007 · Kommentar schreiben

Erdbeben Basel 21.3.2007 ML 2.7Um 17:45h hat hier in Basel die Erde wieder gut spürbar gebebt. Die Seismogramme des SED wurden (automatisch ausgewertet) mit einer Magnitude von 2.7 versehen. Leider wird die offizielle Seite des SED zum DHM Projekt nicht mehr sehr aktuell nachgeführt.

Erst rund eine Stunde nach dem Beben, wurde vom Erdbebendienst eine manuell überprüfte Magnitude von 2.8-2.9 angegeben mit einem Epizentrum in der Nähe des Bohrlochs des Deep Heat Mining Projekts.  Epizentrum Karte

Kategorien: Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · earthquake · geothermie

Pilotprojekt Erdwärme in Luzern

Freitag, 16. März 2007 · Kommentar schreiben

Bebt die Erde bald im Kanton Luzern?

Die Zuger Firma Geohil Engineering AG plant im luzernischen Perlen ein Pilotprojekt für die Gewinnung von Erdwärme.

Wie
der Luzerner FDP-Nationalrat und Geohil-Berater Georges Theiler in
einem Interview der «Neuen Luzerner Zeitung» (Freitagausgabe) sagte,
wird bis Ende dieses Jahres eine Baubewilligung angestrebt. Mit dem
Projekt soll vorerst Dampf für die Papierfabrik Perlen gewonnen werden.
Eine Erdbebengefahr bestehe bei dem Projekt nicht, sagte Theiler. Denn
es sei ein ganz anderes System als bei dem in Basel abgebrochenen
Vorhaben vorgesehen. In Perlen werde nur gebohrt, während in Basel der
Fels mit hohem Wasserdruck aufgebrochen worden sei. Bei der Bohrung auf
eine Tiefe von 7000 bis 7500 Meter werde kein zusätzlicher Druck
erzeugt. Die Kosten des Vorhabens werden laut Theiler auf 40 bis 50
Millionen Franken geschätzt. Perlen gilt wegen des grossen Strombedarfs
der Papierfabrik bereits als Standort für ein mögliches
Gaskombikraftwerk. Beide Vorhaben schliessen sich gemäss Theiler nicht
aus. Das Basler Geothermieprojekt wurde im Januar dieses Jahres auf
unbestimmte Zeit sistiert, nachdem eine Serie von Erdbeben die
Bevölkerung aufgeschreckt und Schäden angerichtet hatte.

Kategorien: Arbeit · Basel · Deep Heat Mining · Energie · Erdbeben · Politik · earthquake · geothermie