Radio B: Die Stimme der Vernunft

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Basler Kantonalbank: 40 Stellen weg bei der AAM

Donnerstag, 15. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Basler Kantonalbank halbiert Jobs der übernommenen AAM Privatbank

Die Basler Kantonalbank (BKB) streicht rund 40 der 86 Stellen bei der im Juli übernommenen AAM Privatbank. Die AAM habe zuviel Personal für ihre Kundschaft und Vermögen, bestätigte ein BKB-Sprecher am Mittwoch Angaben der „Basler Zeitung“.

Die 40 zu streichenden Stellen seien nicht mit Entlassungen gleichzusetzen; man suche individuelle interne Lösungen, sagte der Sprecher weiter. Der Abbau erfolge vor allem im Backoffice. Welcher der AAM-Standorte Basel, Bern, Genf und Zürich wie stark betroffen ist, sei noch offen. Ein Konsultativverfahren laufe.

Die Massnahme werde im Wesentlichen bis Ende des ersten Quartals 2010 vollzogen. Formell übernimmt die BKB die AAM per 1. Januar 2010 von der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Bei der Ankündigung Mitte Juli war unbeziffert von einem günstigen Kaufpreis für die auf die Vermögensverwaltung spezialisierte AAM gesprochen worden.

Die BLKB ihrerseits hatte die AAM 2001 für 350 Mio. Fr. übernommen und 2007 in eine Privatbank umgewandelt. Mit der AAM, welche 2001 als „Juwel“ bezeichnet wurde, wollte die BLKB im In- und Ausland expandieren. Das von AAM verwaltete Vermögen schmolz jedoch unter den Fittichen der BLKB von 8,4 Mrd. auf noch 3,1 Mrd. Franken.

Die Basler Kantonalbank schreibt in ihrer Medienmitteilung vom 14.Oktober 2009:
Mit dieser Integration entstehen Synergien, welche genutzt werden müssen, um die notwendige Ertragskraft nachhaltig sichern zu können. Vor diesem Hintergrund ist der angekündigte Abbau von ca. 40 Stellen bei der AAM Privatbank AG unvermeidbar. Die Folgen des Stellenabbaus sollen durch konsequente Ausnützung des konzerninternen Stellenmarktes (Basler Kantonalbank und Bank Coop) gemildert werden. Zudem wurde mit den Sozialpartnern eine sozialpartnerschaftliche Vereinbarung abgeschlossen, welche nebst einem Beratungs- und Begleitungsprozess umfassende finanzielle Leistungen vorsieht.

Nun das tönt viel besser als es wohl in Wirklichkeit ist. Der konzerninterne Stellenmarkt hilft schätzungsweise die 5 flexibelsten Mitarbeiter der AAM unterzubringen. Grösser ist der konzerninterne Stellenmarkt doch sicher nicht. Und flexibel müssen die Ex-AAM Mitarbeiter sein bezüglich Lohn und Einsatzgebiet. Hier würde mehr Transparenz auch mehr Fair-Trauen bringen. Wie gross ist der konzerninterne Stellenmarkt? Wieviele der ex-AAM Mitarbeiter finden im BKB Konzern eine Stelle und zu welchen Bedingungen?  Welches sind die konkreten ‘umfassenden finanziellen Leistungen’? Pro-Innerstadt Bons über 50Fr?

Am Ende wird’s erst richtig zynisch. Die Pressemitteilung der Basler Kantonalbank schliesst mit den Worten:
Die Basler Kantonalbank ist überzeugt, dass sie mit diesem strategischen Entscheid und den eingeleiteten Massnahmen nicht nur für ihre neue Kundschaft eine nachhaltig kompetente und verlässliche Partnerin, sondern auch für die Mitarbeitenden eine attraktive und faire Arbeitgeberin sein wird.“
Davon bin ich nicht überzeugt.

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Kaspar Villiger wird UBS-Verwaltungsratpräsident

Mittwoch, 4. März 2009 · Kommentar schreiben

Kaspar Villiger wird neuer UBS-Verwaltungsratspräsident
Peter Kurer tritt an Generalversammlung nicht zur Wiederwahl an

Ex-Finanzminister Kaspar Villiger soll die UBS aus der Krise führen. Der 68-jährige frühere FDP-Politiker löst Mitte April Peter Kurer als Präsidenten des Verwaltungsrats der grössten Schweizer Bank ab. Eine Woche nach der Auswechslung des Konzernchefs zieht die UBS damit einen Schlussstrich unter die Ära Ospel.

Peter Kurer wird als Verwaltungsratspräsident der UBS abgelöst, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Kurer trete an der Generalversammlung vom 15. April 2009 nicht zur Wiederwahl an. Die Nachfolge soll Alt Bundesrat Kaspar Villiger antreten, der zugleich zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen wird.

Wechsel an GV vom 15. April

Der Wechsel soll am kommenden 15. April an der Generalversammlung der UBS vollzogen werden. Kurer erklärte sich laut UBS-Communiqué mit seinem einjährigen Einsatz als UBS-Präsident «zufrieden». Er habe die meisten damit verbundenen Herausforderungen verwirklicht. Für ihn sei es aber nun an der Zeit, die eingeleitete Transformation abzuschliessen und das Amt zur Verfügung zu stellen.

UBS-Vizepräsident und Fiat-Sanierer Sergio Marchionne liess sich mit den Worten zitieren, dass Peter Kurer «viel Anerkennung und Respekt» verdiene. Kurer habe mitgeholfen, die Bank wieder auf Kurs zu bringen. «Mit Bescheidenheit und Mut hat er seine Wahl angenommen, aus Pflichtgefühl und im Dienste der Bank», erklärte Marchionne weiter. Von Marchionne waren im vergangenen Jahr wiederholt unschmeichelhafte Äusserungen über Kurer bekanntgeworden.
Zentrale Werte wieder stärken

Villiger, der von 1989 bis 2003 Mitglied des Bundesrats und zuletzt Schweizer Finanzminister gewesen war, sprach von «aussergewöhnlichen Zeiten» für die UBS und die Schweiz und begründete seine Bereitschaft zur Übernahme des Präsidiums mit Pflichtgefühl gegenüber dem Land und der Bevölkerung: «Wir müssen auf die aktuellen Herausforderungen reagieren, indem wir auf unsere zentralen Werte vertrauen: Integrität, harte Arbeit und Zuverlässigkeit. Ich glaube, dass ich mithelfen kann, diese Werte wieder verstärkt zu betonen».

«Zeichen für Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit»

Der 68-jährige ehemalige FDP-Politiker kündigte gleichzeitig an, alle übrigen Verwaltungsratsmandate abzugeben. Villiger sitzt unter anderem bei Swiss Re, NZZ und Nestlé im Verwaltungsrat. Die Nomination Villigers wurde von UBS-Verwaltungsrätin Gabrielle Kaufmann-Kohler begründet. Sie verwies auf seine Führungserfahrung und seine Kompetenzen und erklärte, der Verwaltungsrat sei überzeugt, dass Villigers Präsenz ein klares Zeichen bezüglich Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit sei.
Verteidiger des Bankgeheimnisses

Mit Villiger holt sich die UBS eine international gut vernetzte Figur sowie einen ebenso profunden Kenner wie harten Verteidiger des Bankgeheimnisses an die Spitze. Der Luzerner FDP-Magistrat war es, der bei den Verhandlungen mit der EU über die Zinsbesteuerung die Maxime herausgab: «Das Bankgeheimnis ist nicht verhandelbar.» Dieser Leitsatz ist allerdings seit der Herausgabe von 300 Kundendossiers der UBS an die US-Justiz am vergangenen 18. Februar arg ins Wanken geraten.

Kurer mit der Ära Ospel verbunden

Die Ankündigung der Ablösung Kurers folgt knapp eine Woche auf die Auswechslung von Konzernchef Marcel Rohner durch den früheren Credit-Suisse-CEO Oswald Grübel. Dass sich die UBS auch von Kurer trennt, kommt nicht überraschend. Er war in der Ära Ospel zum Chefjuristen der Bank aufgestiegen und ist auch in der Steueraffäre in den USA stark exponiert.

Villiger war in den vergangenen Tagen als möglicher Kurer-Nachfolger gehandelt worden, ebenso wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Dieser hatte aber schon mehrmals abgewinkt.

Parteipräsidenten trauen Villiger einiges zu

Die Parteipräsidenten von FDP, CVP und SP erwarten, dass der designierte neue UBS-Präsidenten Kaspar Villiger dazu beitragen kann, das Vertrauen in die Grossbank wieder herzustellen.
Villiger sei sehr verantwortungsbewusst und könne sicher dazu beitragen, in den USA und in der Schweiz die Vertrauenskrise zu überwinden, sagte FDP-Präsident Fulvio Pelli in den Nachrichten von Schweizer Radio DRS.

CVP-Präsident Christophe Darbellay bezeichnete die Wahl von Villiger als eine gute Lösung. Villiger habe die notwendige Erfahrung, sei sehr gut vernetzt in der Wirtschaft und der Finanzwelt und habe auch die notwendige Ruhe, diese sehr wichtige Funktion zu übernehmen.

SP zeigt sich skeptisch

SP-Präsident Christian Levrat begrüsste den bevorstehenden Wechsel im UBS-Präsidium. Der Wechsel an der Spitze der UBS sei notwendig gewesen, um das Vertrauen in die Bank wieder herstellen zu können. Die SP zeigte sich aber auch skeptisch gegenüber der Person Villigers. Dieser habe zwei Gesichter, sagte Levrat auf Anfrage. Villiger sei Teil des alten «FDP-Filzes». Der 68-Jährige sei zudem kein Mann der Erneuerung und habe etwa bei der Rettung der Swissair nicht souverän agiert. Auch sei die Swiss Re während seiner Zeit als Verwaltungsrat eine aggressive Strategie gefahren, die ins Debakel geführt habe.

Andererseits ist Villiger ein Mann mit Verständnis für den Werkplatz Schweiz, wie Levrat sagte. Er müsse die dringend nötige Brücke zwischen Politik sowie Bevölkerung und Wirtschaft bauen. In Sachen Bankgeheimnis erwarte die SP, dass Villiger nicht in seinem alten Denkmuster verharre.

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UBS kommt ins Grübeln

Donnerstag, 26. Februar 2009 · 1 Kommentar

Die Schweizer Grossbank UBS wechselt den Konzernchef aus: Der frühere Credit-Suisse-CEO Oswald J. Grübel löst mit sofortiger Wirkung Marcel Rohner ab.

Oswald Grübel, der frühere Chef von der Credit Suisse, wird neuer Chef der Großbank. Damit vollzieht die Bank einen weitern Schritt, um das Vertrauen wiederherzustellen. Marcel Rohner sei zurückgetreten. Grübel erklärte, er sei überzeugt, dass es auf dem Schweizer Finanzplatz mehr als eine globale Großbank brauche. Die UBS mit ihrer einzigartigen Kundenbasis im Wealth Management, Investment Banking und Asset Management zu führen, bedeute eine faszinierende Herausforderung. Die UBS signalisiert damit, dass sie keine Übernahme Kandidatin ist oder zumindest sein will.

Dies gab die von der Finanzkrise und einer Steueraffäre in den USA gebeutelte Bank heute Donnerstag in Zürich bekannt. Die UBS hat im vergangenen Jahr mit einem Minus von knapp 20 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro) den grössten Verlust in der Firmengeschichte erlitten. Als Konsequenz kündigte die Bank vor zwei Wochen den Abbau von 2000 Stellen sowie eine strategische Neuausrichtung an.

Mit dem Wechsel hofft der UBS-Verwaltungsrat, das Vertrauen in die Bank wiederherzustellen. Der UBS-Verwaltungsrat habe Grübel «mit sofortiger Wirkung» zum Konzernchef ernannt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Marcel Rohner sei «von seiner Funktion zurückgetreten». Marcel Rohner übernahm den Chefposten der UBS im Juli 2007 von Peter Wuffli. Zuvor leitete er fünf Jahre lang das Wealth Management der Bank, nachdem er Group Chief Risk Officer und Chef der Kontrolle von Marktrisiken gewesen war. Der Aargauer ist promovierter Ökonom der Universität Zürich.

Bei der Credit Suisse erfolgreich

Oswald Grübels «grosse Erfahrung im Bankgeschäft und seine Führungseigenschaften auch in Phasen der Transformation» würden für die UBS in «diesem anspruchsvollen Umfeld von unschätzbarem Wert» sein, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei seinem früheren Arbeitgeber Credit Suisse habe Grübel in einer Zeit der Umwälzungen das Unternehmen erfolgreich in die Gewinnzone zurückgeführt und das Vertrauen wiederhergestellt. Von 2003 bis Frühjahr 2007 war er Co-Chef beziehungsweise Konzernchef der CS Group.

Grübel wurde 1943 im Osten Deutschlands geboren. Er verlor seine Eltern im Krieg und wuchs zunächst bei seiner Grossmutter in Thüringen auf, später bei Verwandten in Frankfurt. Danach machte er eine steile Karriere als Banker: nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank kam er 1970 zu dem zur Credit Suisse Group gehörenden Investmenthaus White Weld Securities in London, wo er nach verschiedenen Tätigkeiten 1978 als CEO die Leitung übernahm.

Auch seine weitere Laufbahn verlief von da an innerhalb der Credit Suisse Group. 1985 wurde er Mitglied des Group Executive Board der Financière Credit Suisse First Boston in Zug. Auch seine weitere Karriere machte Grübel bei der CS: 1998 übernahm er als CEO die Verantwortung des Bereichs CS Private Banking, bis er zum CEO der Credit Suisse aufstieg.

Die Neubesetzung des Postens des Konzernchefs bei der UBS ist im Departement von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz am Donnerstag als positives Signal gewertet worden.

Der neue CEO verfüge über eine grosse Erfahrung, eine hohe Glaubwürdigkeit und habe in seiner früheren Funktion die Fähigkeit bewiesen, in schwierigen Zeiten eine Grossbank zu führen, sagte Roland Meier, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), auf Anfrage. Das EFD sei deshalb zuversichtlich, dass mit dieser Wahl ein Beitrag zur Stabilisierung der Bank geleistet werde und das Vertrauen zurückgewonnen werden könne.

Bundespräsident Merz hatte bereits am 19. Februar bei der Bekanntgabe des Bundesratsbeschlusses im Zusammenhang mit der Herausgabe von UBS-Kundendaten an die US-Justiz gesagt, dass die Affäre auch eine personelle Aufarbeitung bei der vom Bund unterstützten Grossbank nötig mache. Keine Stellungnahme zum Personalentscheid an der UBS-Spitze gab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma ab. Man sei aber über den Wechsel informiert gewesen, sagte Finma-Sprecher Alain Bichsel.

Leuthard begrüsst UBS-Chefwechsel

Wirtschaftsministerin Doris Leuthard hat den Chefwechsel bei der UBS begrüsst. «Ich glaube, es ist eine gute Entscheidung des Verwaltungsrats», sagte sie am Donnerstag vor Journalisten in Zürich. Die Bundesrätin gab sich zuversichtlich, dass das Vertrauen in die Grossbank zurückkehre, angesichts der Situation, in der sich das Institut befinde. Auf die Person von Oswald Grübel angesprochen, verwies Leuthard auf die internationale Vernetzung des früheren Credit-Suisse-Chefs.

FDP-Präsident Pelli erfreut über Ernennung von Grübel

FDP-Präsident Fulvio Pelli hat sich erfreut über die Ernennung von Oswald Grübel zum neuen UBS-Konzernchef gezeigt. Der Wechsel an der Spitze der Bank überrasche ihn nicht, sagte Pelli in einem Beitrag von Schweizer Radio DRS4 News. Der abtretende CEO Marcel Rohner habe die Aufgabe in einer schwierigen Phase nach der Krise im vergangenen Jahr eher im Sinne eines Provisoriums übernommen. Die Suche der UBS nach einem neuen Konzernchef sei seit langem im Gange gewesen. Mit Grübel habe die UBS eine Person gefunden, die sehr viel Kompetenz und Erfahrung sowie auch die notwendige Ruhe besitze, sagte der Tessiner Nationalrat.

SVP: Einsatz für Bankenplatz Schweiz

SVP-Präsident Toni Brunner sieht das Comeback des ehemaligen Credit-Suisse-Chefs Oswald Grübel bei der UBS als Zeichen seines Einsatzes für eine Stärkung des Bankenplatzes Schweiz. Der Rücktritt von UBS-Konzernchef Marcel Rohner sei nicht sehr überraschend, sagte Brunner auf Anfrage. So wolle die UBS nun alles unternehmen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Der Wechsel an der Spitze der Bank sei als vertrauensbildende Massnahme anzusehen. Die Bank wolle ein Zeichen setzen und mit einem neuen unbelasteten CEO die herrschende Krise bewältigen. Vor dem Hintergrund, dass die Credit Suisse und die UBS immer grosse Konkurrenten gewesen seien, sei die Übernahme der Konzernleitung durch Grübel eine Überraschung. Sein Amtsantritt sei als Zeichen dafür zu sehen, dass es jetzt um den Bankenplatz Schweiz gehe und Animositäten zurückgestellt würden. Die fachlichen Qualitäten von Grübel seien unbestritten. Er müsse nun alles dazu beitragen, dass das Vertrauen in den Bankenplatz Schweiz zurück gewonnen werden kann.

SP: Richtig und überfällig

SP-Präsident Christian Levrat hat den Wechsel an der UBS-Spitze als richtig und überfällig bezeichnet. Marcel Rohner wollte und konnte den nötigen Kulturwechsel nicht herbeiführen, wie Levrat auf Anfrage der AP sagte. Für SP-Nationalrätin Fässler ist auch ein Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Peter Kurer nötig.

Rohner scheine von der Krise getrieben worden zu sein, statt diese zu managen. Zudem ist nicht auszuschliessen, dass der abtretende UBS-CEO wegen der laufenden Steuerfluchtverfahren schon bald ins Visier der Justiz gerate. Mit Oswald Grübel erhielten die verunsicherten UBS-Mitarbeitenden einen international anerkannten Bankexperten. Auf ihn warten laut Levrat grosse Aufgaben. So müsse er die UBS wieder in erfolgreicheres Fahrwasser bringen sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Kundschaft zurückgewinnen. Dafür brauche es einen deutlichen Kulturwechsel, wofür Grübel selbst auch umdenken müsse. So habe es Grübel selbstverständlich gefunden, dass Topmanager wie er selbst während der fetten Jahre zweistellige Millionensaläre kassierten hätten, weil der Markt das so verlangt habe. Er bekomme nun offenbar drei Millionen Franken im Jahr, was unverständlich sei für ein Unternehmen, das Staatshilfe erhalte, sagte Levrat. Die Löhne der Topkader von Banken, die Steuergelder erhielten, sollten nicht höher sein als bei bundesnahen Unternehmungen wie Post oder SBB, forderte der SP-Chef.

Die St. Galler SP-Nationalrätin Hildegard Fässler zeigte sich von dem Rücktritt von Rohner nicht überrascht. Überrascht sei sie einzig darüber, dass es keinen Zweierrücktritt gegeben habe, sagte Fässler in einem Beitrag von Schweizer Radio DRS4 News. Vielleicht sei dies aber in Stufen geplant. So müsse an der Spitze etwas passieren, da die jetzige Crew das Vertrauen nicht habe aufbauen können. Ein Wechsel sei dringend nötig, erklärte sie.

UBS-Aktie zieht nach Rohners Abgang um 15 Prozent an

Sofort nach Handelsbeginn heute Morgen legte die UBS-Aktie zu. Auch der SMI befindet sich im Aufwind.

Der Kurs von UBS stand um 9 Uhr bei 11,60 Franken. Das sind 14,9 Prozent mehr als gestern bei Handelsschluss, als die Aktie bei 10,10 Franken stand. Nach zehn Minuten notierte die Aktie bei 11,33 Fr. mit 12,2 Prozent im Plus. Im Handel wurde auf den hervorragenden Leistungsausweis von Oswald Grübel bei der Credit Suisse verwiesen.

Der Swiss Market Index (SMI) lag zur Handelseröffnung bei 4776,38 Punkten und damit um 1,57 Prozent im Plus.

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UBS Aktie deutlich unter 10 CHF

Dienstag, 24. Februar 2009 · Kommentar schreiben

UBS-Aktie unter 9.50 Franken

Die Aktie der angeschlagenen Grossbank findet keinen Boden. Heute Morgen 24.02.2009 fiel sie erstmals in der über zehnjährigen Geschichte der Bank unter den Wert von 10 Franken.

Die Aktie der UBS eröffnete den Handel bei 9.98 Franken, nachdem sie am Montag bei just 10 Franken geschlossen hatte. Zeitweise sackte das Papier bis auf 9.36 Franken ab. Um 12 Uhr lag die Aktie bei 9.49 Franken. Zum Vergleich: Im Februar 2007 war die UBS-Aktie noch knapp 72 Franken wert. Oder wie Victor Giacobbo es ausdrückt: „Wenn die UBS ein Ross wäre, würde man sie jetzt erschiessen.“

Gedrückt wird die UBS-Aktie derzeit vor allem wegen der Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Steueraffäre in den USA. Der UBS wird vorgeworfen, Amerikanern in grossem Stil geholfen zu haben, den Fiskus zu betrügen. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise, die das Geschäft der Banken bremst.

Weiter abwärts ging es auch mit der UBS-Konkurrentin Credit Suisse. Deren Aktie verlor bis 10 Uhr um 7,5 Prozent auf 24.10 Franken. Auch der Gesamtmarkt büsste weiter an Terrain ein: Der Swiss Market Index (SMI) lag nach der ersten Handelsstunde um 1,6 Prozent im Minus.

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Rettungsplan für Finanzmärkte überraschend gescheitert

Montag, 29. September 2008 · 1 Kommentar

Der Rettungsplan für die Finanzmärkte ist geplatzt

Keine Mehrheit im amerikanischen Repräsentantenhaus

Dramatik pur im US-Kongress und an der Wall Street: Das umstrittene 700-Milliarden-Dollar-Paket zur Rettung der Finanzmärkte ist bei der Abstimmung im Repräsentantenhaus überraschend gescheitert.  Der mühsam ausgehandelte Kompromiss über den Rettungsplan für die US-Finanzbranche ist gescheitert. Das Abgeordnetenhaus lehnt das 700 Milliarden Dollar schwere Paket ab.

228 Abgeordnete stimmten nach dreistündiger Debatte gegen das Hilfspaket, nur 205 Abgeordnete votierten dafür. Vor allem Republikaner, die staatliche Eingriffe grundsätzlich ablehnen, votierten gegen das Programm. Die Demokraten stimmten in ihrer Mehrheit dafür.

Die Aktienkurse an der Wall Street reagierten mit einem dramatischen Absturz von zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent.

Bush reagierte nach Angaben eines Sprechers mit „grosser Enttäuschung“ auf die Niederlage. Er wolle bereits in Kürze mit seinen engsten Beratern zusammentreffen, um weitere Schritte zu beraten.

Ziel des Programms war es, den praktisch eingefrorenen Kreditfluss wieder in Gang zu setzen und weitere Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu verhindern. Experten hatten immer wieder gewarnt, falls Washington nicht ein klares Zeichen setzt, drohten Panik und weltweite Kettenreaktionen auf den Märkten.

Ein erster Entwurf der Regierung war bereits am Donnerstag auf Ablehnung gestossen. Bush hatte noch kurz vor der Abstimmung eindringlich dazu aufgerufen, dem am Wochenende von Spitzenpolitikern ausgehandelten Plan zuzustimmen.

Auch zahlreiche Abgeordnete hatten eindringlich vor einem Scheitern des Gesetzes gewarnt. „Wenn wir diese Gesetz nicht verabschieden, wäre dies ein sehr schlechter Tag für den Finanzsektor und die amerikanische Wirtschaft“, sagte der demokratische Abgeordnete Barney Frank.

Doch vor allem Republikaner hatten grundsätztliche Bedenken, staatliche Hilfen für Privatfirmen seien „sozialistisch und un-amerikanisch“, hiess es mehrfach. Nach Medienberichten waren ungefähr die Hälfte der 199 republikanischen Abgeordneten grundsätzlich gegen staatliche Eingriffe in den Privatsektor.

Trotz aller Appelle von US-Präsident George W. Bush und führenden Politikern beider Parteien gab es am Montag keine Mehrheit für das bei den Wählern höchst unpopuläre Programm, mit dem das Chaos an den Finanzmärkten eingedämmt werden sollte. Das Repräsentantenhaus votierte mit 228 zu 205 Stimmen gegen den Plan. Experten erwarten nun weitere heftige Turbulenzen an den Finanzmärkten.

An der Wall Street ging die nackte Angst um. Erste Nachrichten von dem Scheitern des Rettungsprojekts liessen den Dow-Jones-Index zeitweise um 700 Punkte einbrechen. Auch wenn der Plan unpopulär war, sahen führende Finanzexperten und Politiker doch keine Alternative zu dem Rettungspaket.

«Dann hilf uns Gott»

In einer leidenschaftlichen Rede erklärte der republikanische Abgeordnete Paul Ryan vor der Abstimmung: «Wir haben alle Angst, unseren Job zu verlieren». Die meisten Kollegen seien zwar der Ansicht, das Paket müsse verabschiedet werden – «aber bitte ohne mich». Und er fügte hinzu: «Wenn es uns nicht gelingt, das Richtige zu tun, dann hilf uns Gott.»

Die beiden Präsidentschaftskandidaten hatten vor der Abstimmung vorsichtige Zustimmung zu dem Plan signalisiert. Bushs Parteifreund John McCain sagte, die Option, nichts zu tun, sei schlicht keine akzeptable Option. Mit Hilfe des Pakets werde Vertrauen wiederhergestellt, und das Wirtschaftssystem komme wieder in Fahrt.

Keine andere Wahl

Der demokratische Kandidat Barack Obama erklärte, er neige dazu, das Rettungspaket zu unterstützen, da die Finanzkrise mittlerweile von der Wall Street bei den normalen Verbrauchern angekommen sei. Washington habe keine andere Wahl als zu handeln, wenngleich es empörend sei, «dass wir gezwungen werden, ihren Schlamassel aufzuräumen». Zugleich hoben beide Kandidaten ihren Anteil an dem Rettungsplan hervor.

Der Rettungsplan sollte die Mittel für den Aufkauf sogenannter fauler Hypothekenpapiere freigeben. Ausgezahlt sollte die Riesensumme aber nicht auf einen Schlag werden, sondern schrittweise. Die erste Hälfte von 350 Milliarden Dollar sollte zur Verfügung gestellt werden, sobald dies vom Präsidenten beantragt wird. Die weiteren Mittel sollten von der Zustimmung des Kongresses abhängig sein. Im Gegenzug sollte der Staat Aktienoptionsscheine der Finanzgesellschaften erhalten, die bei entsprechender Kursentwicklung eingelöst werden können, um die Belastung für die Staatskasse aufzufangen.

siehe auch http://radiob.wordpress.com/2008/09/19/us-regierung-rettet-banken-auf-kosten-der-steuerzahler/

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US Regierung rettet Banken auf Kosten der Steuerzahler

Freitag, 19. September 2008 · 1 Kommentar

Gewinne werden kapitalisiert – Verluste werden sozialisiert

Das geplante Programm der amerikanischen Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise könnte die Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Analytiker der Commerzbank verwiesen auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern.

Das geplante Programm der amerikanischen Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise könnte die amerikanischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Analytiker der Commerzbank verwiesen auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern. «In Schweden kostete die Rettung der Banken Anfang der neunziger Jahre den Staat 6% des BIP.»
Schätzungen für die Kosten der Stützung des japanischen Bankensystems in den neunziger Jahren gehen den Frankfurter Bankern zufolge sogar auf 20% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Sollte es den amerikanischen Staat, wie bei der schwedischen Rettungsaktion, 6 Prozent kosten, würde das einer Summe von etwa 850 Mrd. Dollar entsprechen. Daher drohe dem Steuerzahler für eine «grosse Lösung eine erhebliche Rechnung».

Gemäss den Commerzbank-Analytikern ist eine Alternative zu dem geplanten Programm nicht auszumachen: «Immerhin könnte die Auffanggesellschaft die erworbenen Papiere bis zur Fälligkeit halten.» Da kaum zu erwarten sei, dass die Anleihen alle komplett ausfallen, könne sich die Rechnung für die Steuerzahler zumindest verringern: «Einmal mehr ist damit das geringere Übel gewählt.» Weiteres Abwarten und eine Verschärfung der Krise könnte noch teurer werden.

Die Hoffnung auf eine Auffanglösung für die stark angeschlagenen Finanzinstitute in den USA hat an den Börsen ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Grosse Gewinner waren die zuletzt arg gebeutelten Bankwerte. Die UBS machte einen Kurssprung von mehr als einem Drittel. Das Börsenbarometer SMI schoss zunächst um 6,9 Prozent nach oben. Um 11 Uhr stand der Index immer noch über 5 Prozent im Plus.

Die Hoffnung auf eine Auffanglösung zur Behebung der Finanzkrise hat an der Schweizer Börse zum Handelsauftakt für geradezu explodierende Kurse gesorgt. Die Aktie der Grossbank UBS schoss am Freitagmorgen bis um 36,6% auf 21.78 Fr. in die Höhe. Am späteren Vormittag notierte die UBS-Aktie, die am vergangenen Dienstag noch auf ein Allzeittief von 15,18 Franken gefallen war, immer noch 27,7% höher bei 20.36 Franken.

Credit Suisse und die Vermögensverwaltungsbank Julius Bär verbesserten sich um 15,3% beziehungsweise 14,7 Prozent. Markante Kursgewinne gab es auch für die Versicherungswerte: Swiss Re legten um 8,4% zu, Zürich-Versicherungen um 5,2% und Swiss Life um 9,6 Prozent.

Die Euphorie erfasste aber auch andere Bereiche. Die Aktie des Luxusgüterkonzerns Richemont stieg um 5,2 Prozent, jene von Swatch Group um 6,5 Prozent. ABB verbesserten sich um 6,9 Prozent.

Rekordhoher Anstieg bei Handelsbeginn

Der SMI notierte kurz nach der Eröffnung um 6,9 Prozent höher auf 7074 Punkten. «Dies dürfte einer der stärksten, wenn nicht der stärkste Anstieg der Schweizer Börse sein», sagte dazu ein Händler. Um 11 Uhr stand er immer noch 5,24% im Plus bei 6970,16 Punkten. Der breitere SPI-Index legte zuächst 5,8 Prozent auf 5904 Zähler zu.

Befreiungsschlag aus dem Finanzministerium

Das Kursfeuerwerk an den internationalen Börsen hatte am Donnerstagabend begonnen, als der Dow-Jones-Index mit einem Plus von 410,03 Zählern oder 3,86% auf 11′019,69 Punkten geschlossen hatte. Anschliessend reagierten die Börsen in Lateinamerika und Asien in der Nacht zum Freitag daraufhin mit teils kräftigen Gewinnen. Der Hongkonger Aktienindex Hang Seng verzeichnete einen Anstieg von 7,7%. An der Börse in Schanghai stiegen die Kurse sogar um über 9 Prozent.

Auslöser der massiv gestiegenen Börsenkurse ist die Ankündigung eines umfassenden Paketes zur Auffanglösung für Bankschulden in den USA. Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke wollen am Wochenende mit dem Kongress entsprechende Gespräche führen und erwägen dabei auch die Schaffung einer staatlichen Behörde für die Abwicklung fauler Kredite.

Hoffnung auf Nachhaltigkeit

«Damit würden die Probleme aus dem Markt genommen», sagte ein Händler. «Das Paket ist das einzige, was den Markt heute wirklich interessiert», sagte ein anderer Börsianer. «Sollte die amerikanische Regierung damit durchkommen, dürfte die Erholung nachhaltig sein», sagte ein anderer Händler.

Neuer Anlauf von Japans Notenbank

Die japanische Zentralbank hat am Freitag den vierten Tag in Folge eingegriffen, um die Märkte zu stabilisieren. Die Bank of Japan pumpte weitere drei Billionen Yen (rund 31,5 Mrd. Franken) in den Geldmarkt des Landes. Bereits an den drei vorangegangenen Tagen hatte die Zentralbank schrittweise mehrere Milliarden in den Markt gegeben.

Handel in Moskau wieder eröffnet

Nach zweitägiger Pause wegen der Turbulenzen im internationalen Aktienhandel hat die Moskauer Börse am Freitag den Handel wieder aufgenommen. Unter dem Eindruck der Erholung an der Wall Street begann der Handel mit steigenden Kursen. Der RTS-Index stieg um 5,8 Prozent, der MICEX-Index um 7,1 Prozent. Vor der Einstellung des Aktienhandels am Mittwoch waren die Kurse drastisch gesunken, was Erinnerungen an den Finanzkollaps in Russland im Jahr 1998 geweckt hatte.

siehe auch die Fortsetzung http://radiob.wordpress.com/2008/09/29/rettungsplan-fur-finanzmarkte-uberraschend-gescheitert/

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BASF schluckt Ciba

Montag, 15. September 2008 · Kommentar schreiben

Das Beste für alle? Abbau von 2500 Stellen bei Ciba!

Die deutsche BASF kauft Ciba für 6,1 Milliarden Franken in bar. Das entspricht 50 Franken je Aktie und einem ein Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Samstag. Der Ciba-Verwaltungsrat steht hinter der Offerte und empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen.

Die geplante Übernahme wird auch mit einem weiteren Stellenabbau verbunden sein. BASF-Chef Jürgen Hambrecht erklärte vor den Medien, im Rahmen der Integration von Ciba werde es «wohl harte Einschnitte» geben. Restrukturierungen führten normalerweise zu einem Stellenabbau. Für Details sei es aber zu früh, frühestens Ende Jahr könne man zum Abbau Genaueres sagen. Der im August 2006 mit der so genannten operativen Agenda angekündigte Abbau von 2500 Stellen bis Ende 2009 gehe unabhängig von der Übernahme weiter.

Käuferin BASF garantierte Ciba jedoch am Standort Basel den Hauptsitz einer globalen Geschäftseinheit anzusiedeln. «Ein solcher ist bei uns sicher so gross wie heute Ciba alleine», erklärte Hambrecht.

Meyer: BASF kennt Ciba

Angesichts der zunehmend schwierigen Bedingungen der Branche sei die Übernahme für Ciba eine ansprechende Lösung zu einem fairen Preis, sagte Ciba-Verwaltungsratspräsident Armin Meyer. «BASF ist seit Jahren ein Kunde und Lieferant von Ciba.» «BASF kennt unsere Mitarbeiter und unser Geschäft.» Die Aufgabe der Eigenständigkeit sei jedoch durchaus schwer gefallen.

Die Übernahme durch BASF schaffe für Ciba aber nun eine langfristige Perspektive für profitables Wachstum, sowohl in Basel, als auch für Niederlassungen in der ganzen Welt.

Übertrag im ersten Quartal 2009

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 unter Dach und Fach sein, wie es weiter hiess. Die Angebotsfrist beginne voraussichtlich am 1. Oktober. BASF und Ciba unterzeichneten gestern Sonntag den Transaktionsvertrag, der die Bedingungen des Übernahmeangebots festlegt und Zusicherungen für den Standort Schweiz und den Erhalt der Marke Ciba für gewisse Produkte erhält.

Ciba will eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, an der die Aktionäre über die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung sowie die Eintragung im Aktienregister entscheiden. BASF macht die Übernahme davon abhängig, mindestens zwei Drittel der Ciba-Aktien angedient zu erhalten.

Seit Monaten Spekulationen

Die Ciba-Aktie verhält sich seit Monaten turbulent und hat kontinuierlich an Wert verloren. Am Markt kursierten Spekulationen über mögliche Käufer. Zuletzt war der Name Clariant im Gespräch: Als Clariant-Konzernchef Jan Secher letzte Woche überraschend seinen Hut nahm, wurde als Grund genannt, Clariant bastle an einer Fusion mit Ciba.

Gleichzeitig wurden schon damals Gerüchte laut, dass es auch bei Ciba bald zu einem Wechsel im Management kommen werde. Vor allem die Position des Verwaltungsrats-Präsidenten Armin Meyer wurde besonders oft genannt – und in diesem Zusammenhang war auch Jan Secher als möglicher Nachfolger genannt worden. «Solche Gerüchte tauchen immer wieder auf», sagte Ciba damals.

Meyer geht Anfang 2009

Schon mehrere Monate halten auch schon die Rücktrittsforderungen an Verwaltungsratspräsident Meyer an. Dieser erübrigt sich nun. «Wenn die Transaktion abgeschlossen ist, ist meine Arbeit erledigt», erklärte gestern Meyer.

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Börsenschock: Banken unter Druck

Montag, 15. September 2008 · Kommentar schreiben

Rund um den Globus: Banken unter Druck

Der Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers hat am Montag die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. In der Schweiz war die UBS der grosse Verlierer, an der Wallstreet ist der Versicherer AIG unter Druck.

In Europa lag die UBS mit einem Kursverlust von zeitweise über 21 Prozent an der Spitze der am stärksten gebeutelten Finanztitel. Die Notenbanken pumpten Liquidität in den Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) sackte am Nachmittag auf 6827,52 Punkte ab. Das waren 5,38 Prozent weniger als Ende letzter Woche. Einen dramatischen Kurszerfall erlebte die UBS. Die Aktie fiel bis auf 18,44 Franken und damit 21,6 Prozent unter den Schlussstand vom vergangenen Freitag. Massiv unter Verkaufsdruck gerieten auch die Aktien des weltgrössten Rückversicherers Swiss Re, die bis 14,9 Prozent auf 57,55 Franken abstürzten. Credit Suisse sanken bis 10,6 Prozent auf 47,04 Franken. Waren es bei den Grossbanken die sich überstürzenden Nachrichten aus den USA über die Zuspitzung der Finanzkrise, die den Rückschlag auslösten, kamen bei Swiss Re die Folgen des Wirbelsturms «Ike» in den USA hinzu.

Beruhigende Stimmen von der Nationalbank und der Eidgenössischen Bankenkommission konnten den Ausverkauf an der Börse zunächst nicht stoppen. Zu dramatisch waren die Nachrichten von der Wall Street.

Zentralbanken in Europa pumpten insgesamt gut 36 Milliarden Euro frisches Kapital in die verunsicherten Finanzmärkte. 30 Milliarden Euro stellte die Europäische Zentralbank zur Verfügung, umgerechnet 6,4 Milliarden Euro (5 Milliarden Pfund) die Bank of England in London. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellte den Märkten frische Liquidität bereit. Es wurde so genanntes Overnight-Geld zum Satz von 1,9 Prozent angeboten.

Mit dem Niedergang der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Übernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America hatte sich die Lage an der Finanzmärkten erneut zugespitzt. Die fieberhaften Rettungsbemühungen für die viertgrösste US-Investmentbank Lehman Brothers scheiterten am Wochenende. Die Bank beantragte am Montag vor einem Gericht in New York Gläubigerschutz. Derweil kauft die Bank of America das ebenfalls schwer angeschlagene Traditionshaus Merrill Lynch für 50 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Das Beben zwingt auch den weltgrössten Versicherer, die American International Group, zu einer umfassenden Umstrukturierung.

Auch auf den anderen europäischen Handelsplätzen lagen die wichtigsten Börsenindizes am Nachmittag vier bis fünf Prozent im Minus. In Frankfurt brachen Commerzbank um fast zwölf Prozent ein, Deutsche Bank verloren 8,5 Prozent und Allianz 7,9 Prozent. In Asien waren die wichtigsten Börsenplätze in Japan, Hongkong und Südkorea wegen eines Feiertags geschlossen. Doch alle Märkte, die geöffnet waren, rutschten tief in die roten Zahlen. In Indien sanken die Kurse um 5,6 Prozent, in Taiwan um 4,1. Australiens Leitindex sank um zwei Prozent, in Singapur waren es 2,9 Prozent.

Der New Yorker Aktienmarkt reagierte am Montag ebenfalls mit einem deutlichen Rückgang auf den Konkurs von Lehman Brothers. Binnen weniger Minuten nach Handelsbeginn sackte der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte am Montag um über 300 Punkte oder 2,6 Prozent auf 11 121,88 Zähler ab. Nach einer halben Stunde stand der Dow-Jones-Index bei 11 085,48 Punkten und um 3,0 Prozent im Minus.

Die Börsen in Asien und Europa brachen nach den zahlreichen Hiobsbotschaften aus dem US-Finanzsystem um drei bis fünf Prozent ein. Die Schweizer Börse SWX schloss mit einem Minus von 3,8 Prozent bei 6939 Punkten.

Nach vergeblichen Rettungsversuchen ist die über 150 Jahre alte Bank Lehman Brothers, die viertgrösste Investmentbank der USA, zahlungsunfähig. Die Nummer drei der Branche, Merrill Lynch, wird von der Bank of America aufgekauft.

Das Gesicht der US-Finanzbranche hat sich damit schlagartig verändert: An der Wall Street gibt es mit Goldman Sachs und Morgan Stanley nur noch zwei unabhängige Investmentbanken statt fünf wie noch vor einem halben Jahr.

UBS massiv eingebrochen

UBS Aktie verlor bis Handelsschluss 14,5 Prozent, zeitweise war das Papier 21 Prozent im Minus. Auch andere Finanztitel verloren kräftig: CS – 5,9 Prozent, Swiss Re – 8 Prozent.

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Bank of America kauft Merrill Lynch

Montag, 15. September 2008 · Kommentar schreiben

Bank of America kauft Merrill Lynch für 50 Milliarden Dollar

Die Bank of America übernimmt ihre Rivalin Merrill Lynch. Die Übernahme habe einen Wert von 50 Mrd. Dollar, teilte die Bank of America am Morgen mit. Die Bank of America will den Preis in Aktien bezahlen. Die Transaktion solle im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden.

Die zu den führenden US-Banken zählende Bank of America galt zuletzt auch als möglicher Käufer der vor dem Aus stehenden viertgrössten US-Investmentbank Lehman Brothers. Die das ganze Wochenende über laufenden Gespräche scheiterten Medien zufolge auch an der Weigerung der US-Regierung, staatliche Hilfen zu geben.

Merrill Lynch war zuletzt wegen Milliardenverlusten und einem dramatischen Kursverfall immer stärker unter Druck geraten. Die rettende Übernahme durch die Bank of America sei in fieberhaften Verhandlungen binnen 48 Stunden ausgehandelt worden, so das „Wall Street Journal“.

Die Bank of America bietet 0,8595 Stammaktien für jede Merrill-Lynch-Stammaktie, was 29 Dollar pro Papier entspricht. Das ist ein Aufschlag von gut 70 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Im Mai dieses Jahres war das Merrill-Papier noch 50 Dollar wert, im Januar 2007 sogar 90 Dollar.

Erst vor sechs Monaten hatte die Investmentbank Bear Stearns wegen der Kreditkrise ihrem Zwangsverkauf an den Finanzkonzern J.P. Morgan Chase zustimmen müssen.

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ZKB und BCV brechen gemeinsames IT Projekt ab

Sonntag, 31. August 2008 · Kommentar schreiben

Das gemeinsame Projekt von BCV und ZKB für die Zusammenarbeit in den Bereichen Informatik und Backoffice wird beendet

Im April 2007 haben die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Banque
Cantonale Vaudoise (BCV) bekannt gegeben, ihre Informatik- und Backoffice-Ressourcen zusammenzulegen und in ein neues Dienstleistungszentrum (DLZ) einzubringen, das auf der Informatik-Plattform der ZKB aufbauen sollte.

Wie sich nun in der Planungsphase gezeigt hat, wäre die ZKB-Plattform nicht bereit gewesen, um die IT der BCV termingerecht zu integrieren. Diese Verzögerung hätte einen erheblichen finanziellen Mehraufwand verursacht und wäre mit einiger Ungewissheit über den erfolgreichen Projektabschluss verbunden gewesen. Unter diesen Umständen wird die gemeinsame Arbeit der beiden Banken an diesem Projekt beendet.

Die ZKB wie die BCV sind von der strategischen Option eines gemeinsamen Dienstleistungszentrums nach wie vor überzeugt und bedauern, dass dieses Vorhaben unter den erwähnten Umständen nicht realisierbar ist. Die in verschiedensten Bankbereichen bestehende Zusammenarbeit zwischen der ZKB und der BCV ist vom Abbruch dieses Projektes nicht betroffen.

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