Radio B: Die Stimme der Vernunft

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Basler Kantonalbank: 40 Stellen weg bei der AAM

Donnerstag, 15. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Basler Kantonalbank halbiert Jobs der übernommenen AAM Privatbank

Die Basler Kantonalbank (BKB) streicht rund 40 der 86 Stellen bei der im Juli übernommenen AAM Privatbank. Die AAM habe zuviel Personal für ihre Kundschaft und Vermögen, bestätigte ein BKB-Sprecher am Mittwoch Angaben der „Basler Zeitung“.

Die 40 zu streichenden Stellen seien nicht mit Entlassungen gleichzusetzen; man suche individuelle interne Lösungen, sagte der Sprecher weiter. Der Abbau erfolge vor allem im Backoffice. Welcher der AAM-Standorte Basel, Bern, Genf und Zürich wie stark betroffen ist, sei noch offen. Ein Konsultativverfahren laufe.

Die Massnahme werde im Wesentlichen bis Ende des ersten Quartals 2010 vollzogen. Formell übernimmt die BKB die AAM per 1. Januar 2010 von der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Bei der Ankündigung Mitte Juli war unbeziffert von einem günstigen Kaufpreis für die auf die Vermögensverwaltung spezialisierte AAM gesprochen worden.

Die BLKB ihrerseits hatte die AAM 2001 für 350 Mio. Fr. übernommen und 2007 in eine Privatbank umgewandelt. Mit der AAM, welche 2001 als „Juwel“ bezeichnet wurde, wollte die BLKB im In- und Ausland expandieren. Das von AAM verwaltete Vermögen schmolz jedoch unter den Fittichen der BLKB von 8,4 Mrd. auf noch 3,1 Mrd. Franken.

Die Basler Kantonalbank schreibt in ihrer Medienmitteilung vom 14.Oktober 2009:
Mit dieser Integration entstehen Synergien, welche genutzt werden müssen, um die notwendige Ertragskraft nachhaltig sichern zu können. Vor diesem Hintergrund ist der angekündigte Abbau von ca. 40 Stellen bei der AAM Privatbank AG unvermeidbar. Die Folgen des Stellenabbaus sollen durch konsequente Ausnützung des konzerninternen Stellenmarktes (Basler Kantonalbank und Bank Coop) gemildert werden. Zudem wurde mit den Sozialpartnern eine sozialpartnerschaftliche Vereinbarung abgeschlossen, welche nebst einem Beratungs- und Begleitungsprozess umfassende finanzielle Leistungen vorsieht.

Nun das tönt viel besser als es wohl in Wirklichkeit ist. Der konzerninterne Stellenmarkt hilft schätzungsweise die 5 flexibelsten Mitarbeiter der AAM unterzubringen. Grösser ist der konzerninterne Stellenmarkt doch sicher nicht. Und flexibel müssen die Ex-AAM Mitarbeiter sein bezüglich Lohn und Einsatzgebiet. Hier würde mehr Transparenz auch mehr Fair-Trauen bringen. Wie gross ist der konzerninterne Stellenmarkt? Wieviele der ex-AAM Mitarbeiter finden im BKB Konzern eine Stelle und zu welchen Bedingungen?  Welches sind die konkreten ‘umfassenden finanziellen Leistungen’? Pro-Innerstadt Bons über 50Fr?

Am Ende wird’s erst richtig zynisch. Die Pressemitteilung der Basler Kantonalbank schliesst mit den Worten:
Die Basler Kantonalbank ist überzeugt, dass sie mit diesem strategischen Entscheid und den eingeleiteten Massnahmen nicht nur für ihre neue Kundschaft eine nachhaltig kompetente und verlässliche Partnerin, sondern auch für die Mitarbeitenden eine attraktive und faire Arbeitgeberin sein wird.“
Davon bin ich nicht überzeugt.

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IT Stellenabbau in der Roche

Montag, 12. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

„Grosser Stress“ für Roche-Informatiker

Informatik der beiden Sparten Pharma und Diagnostika wird zusammengelegt. Umfang des Stellenabbaus noch unklar.

Wie die ‘SonntagsZeitung’ gestern berichtete, plant der Basler Pharma-Riese Roche die Zusammenlegung der IT-Bereiche der beiden Divisionen Pharma und Diagnostika. Der Entscheid ist im September gefällt worden. Ein Lenkungsausschuss ist daran, bis September 2010 ein Konzept zu erarbeiten. Ab Januar rapportieren die beiden IT-Bereiche an die Finanzabteilung. Die Zusammenlegung der Systeme sei mit „grossem Stress“ verbunden, berichtet die Zeitung. In welchem Umfang Stellen gestrichen werden, ist nicht bekannt.

Der Konzern nutze die Generationenwechsel an der Spitze der beiden Divisionen, aber auch die Integration von Genentech, um überall die Strukturen zu vereinfachen, heisst es in der ‘SonntagsZeitung’.

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Suizidserie bei France Telecom

Dienstag, 29. September 2009 · Kommentar schreiben

Die Serie von Selbstmorden unter Mitarbeitern des französischen Telekommunikationskonzern France Telecom reißt nicht ab. Ein 51 Jahre alter Beschäftigter eines Callcenters stürzte sich am Montag bei Annecy von einer Brücke in den Tod. In einem Abschiedsbrief habe der Familienvater das Arbeitsklima in dem Konzern als Motiv für die Tat genannt, berichtete der französische Radiosender France Info. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen sich in den vergangenen eineinhalb Jahren 24 Beschäftigte des Konzerns das Leben.

Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass ein Teil der Selbstmorde direkt auf die Arbeitsbedingungen und den Konzernumbau zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahren wurden 22.000 Stellen gestrichen und 7000 Mitarbeiter versetzt. Sogar die Regierung schaltete sich schon ein. Sie forderte die Unternehmensleitung zum Dialog mit den Mitarbeitern auf. Künftig sollen die Betriebsärzte – soweit es die Schweigepflicht erlaubt – psychisch labile Mitarbeiter melden. (dpa)

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Sozialhilfe- und Armutsstatistik im Vergleich

Mittwoch, 8. April 2009 · Kommentar schreiben

Ähnliche Risikogruppen, aber Unterschiede in der zeitlichen Entwicklung

Neuchâtel, 07.04.2009 (BFS) – Die Sozialhilfe- und Armutsstatistik liefern umfassende Informationen über das Ausmass und die Struktur der Haushalte in prekären finanziellen Verhältnissen. Die beiden Statistiken beziehen sich auf ähnliche, aber nicht identische gesellschaftliche Phänomene. Die Risikogruppen gleichen sich, Niveau und Ausmass sind aber verschieden. Im betrachteten Zeitraum (1990-2006) fällt auf, dass die Sozialhilfequote tendenziell zunimmt, während die Armutsquote Schwankungen unterworfen ist. Sowohl die Sozialhilfe- als auch die Armutsquoten hängen direkt vom Verlauf der Arbeitslosigkeit ab und – mit zeitlicher Verzögerung – letztendlich von der wirtschaftlichen Entwicklung. Dies zeigen die Ergebnisse einer vertieften Analyse des Bundesamtes für Statistik BFS mit den Daten der Sozialhilfe- und Armutsstatistik.

Während die Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger mehrheitlich dieselben Merkmale aufweisen wie die von Armut betroffenen Personen, zeigen sich Unterschiede im Ausmass und in der zeitlichen Entwicklung der Quoten. Die Sozialhilfestatistik, die die bekämpfte Armut abbildet, ist daher ein guter Indikator für die Armutsproblematik im Allgemeinen. Die beiden Statistiken können als Grundlage für die Festlegung geeigneter Massnahmen zur Armutsbekämpfung dienen.


Zeitliche Entwicklung und Zusammenhänge im wirtschaftlichen Kontext

Wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Armut stehen in einem komplexen Zusammenspiel. Im Zeitraum von 1990-2006 nahm die Sozialhilfequote beinahe stetig zu, während die Armutsquote fluktuierte. Beide Quoten hängen mit der Arbeitslosenquote zusammen. Diese folgte mit einer rund zweijährigen Verzögerung dem Wirtschaftswachstum. Eine hohe Arbeitslosenquote ging mit einer hohen Zunahme der Sozialhilfequote einher. Eine tiefe Arbeitslosenquote hingegen vermochte jeweils die Zunahme der Sozialhilfequote lediglich zu bremsen. Mit Ausnahme des Jahres 2001 reduzierte sich jedoch bei positiver Arbeitsmarktentwicklung die Sozialhilfequote im betrachteten Zeitraum nie. Andere Faktoren wie beispielsweise vorgelagerte Bedarfsleistungen – insbesondere Arbeitslosenhilfen – und weitere institutionelle Gegebenheiten schwächen höchstwahrscheinlich den Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenquote und der Sozialhilfequote dermassen ab, dass nur noch ein Effekt auf die Veränderung der Sozialhilfequote messbar ist.


Haushaltstypen und individuelle Merkmale im Vergleich

Ein Vergleich der Sozialhilfebezüger/innen und der «statistischen» Armutsbevölkerung jeweils zwischen 18 und 59 Jahren zeigt das folgende Bild: Der Hauptteil (48%) der sozialhilfebeziehenden Personen wohnt alleine, während die Mehrheit (54%) der Armutsbevölkerung in Paarhaushalten mit Kindern lebt. 18- bis 29-Jährige sind in der Sozialhilfe stark übervertreten (30%), in der monetären Armut hingegen nicht. Gut 7 von 10 jungen Sozialhilfeempfängern haben weder eine Lehre noch eine höhere Ausbildung abgeschlossen. Nur eine Minderheit (32%) der Sozialhilfeempfänger ist erwerbstätig, während eine Mehrheit (59%) der Armen einen Job hat. Der Anteil der Erwerbslosen ist bei den Sozialhilfeempfängern mehr als dreimal so hoch wie bei der armen Bevölkerung (36% bzw. 12%). Hingegen sind die Nichterwerbspersonen in beiden Gruppen mit knapp einem Drittel (32% bzw. 29%) in etwa gleich stark vertreten, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (11%) jedoch dreimal so häufig. Viele dieser Unterschiede können mit der Armutslücke (Differenz zwischen Haushaltseinkommen und statistischer Armutsgrenze) erklärt werden. Ist die Armutslücke klein und leben mehrere Erwerbstätige im Haushalt, so werden Sozialhilfeleistungen seltener bezogen. Im Übrigen bezieht die grosse Mehrheit der Armutsbevölkerung eine oder mehrere öffentliche Unterstützungsleistungen, die der Sozialhilfe vorgelagert sind (wie zum Beispiel Arbeitslosenhilfe, Alimentenbevorschussung).

Armutsstatistik auf Basis der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE)

Untersuchungen zur Armut und zur Lage der Working-Poor wurden in den letzten Jahren auf der Grundlage der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) durchgeführt. Im Gegensatz zur Sozialhilfestatistik erfolgt die Datenerhebung der SAKE nicht im Rahmen eines administrativen Prozesses. Die SAKE ist eine jährliche Direktbefragung bei Haushalten, die seit 1991 auf Basis einer Stichprobe (2007: knapp 33′000 Haushalte) durchgeführt wird. Die Befragung liefert neben demografischen Merkmalen und Haushaltsangaben Informationen über Erwerbssituation, Aus- und Weiterbildung, unbezahlte Arbeit, Wohnsituation, Haushalts- und Erwerbseinkommen. Die Informationen bilden die Situation der Befragten in der Referenzwoche ab. Anhand der Einkommensangaben sind Analysen zur Einkommensarmut möglich. Der Stichprobenumfang setzt allerdings Grenzen für regionale Analysen.

Ob eine Person zur Armutspopulation gezählt wird, ist abhängig von der Unterschreitung einer vorher statistisch bestimmten und standardisiert angewendeten Armutsgrenze, die in keiner Weise einen Sozialhilfeanspruch begründet. Die hier verwendete Definition der Armut stützt sich auf das in der Sozialhilfepraxis mehrheitlich angewendete Existenzminimum gemäss SKOS-Richtlinien. Das Existenzminimum gliedert sich in drei Teile, welche zusammen die materielle Grundsicherung bestimmen: Es sind dies der Grundbedarf für den Lebensunterhalt, die Wohnkosten und die medizinische Grundversorgung. Darüber hinaus wird ein Betrag von 100 Franken pro Haushaltsmitglied über 15 Jahren hinzugefügt. Damit soll auch gewissen weiteren notwendigen Ausgaben Rechnung getragen werden, wie beispielsweise Krankenkassenfranchise, Selbstbehalt, Haftpflicht- und andere Versicherungen. 2006 betrug die so definierte Armutsgrenze im Durchschnitt 2200 Franken für Alleinstehende, 3250 Franken für eine allein erziehende Frau mit einem Kind und 4650 Franken für ein Ehepaar mit zwei Kindern. Setzt man die Armutsgrenze tiefer an, indem man die zusätzlichen 100 Franken nicht berücksichtigt, erhält man die sogenannte Grenze harter finanzieller Entbehrung. Die beiden Armutsgrenzen definieren auf diese Weise einen Armutsbereich. Für den vorliegenden Vergleich wurde die untere Grenze verwendet (ausgenommen bei der zeitlichen Entwicklung).


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Kaspar Villiger wird UBS-Verwaltungsratpräsident

Mittwoch, 4. März 2009 · Kommentar schreiben

Kaspar Villiger wird neuer UBS-Verwaltungsratspräsident
Peter Kurer tritt an Generalversammlung nicht zur Wiederwahl an

Ex-Finanzminister Kaspar Villiger soll die UBS aus der Krise führen. Der 68-jährige frühere FDP-Politiker löst Mitte April Peter Kurer als Präsidenten des Verwaltungsrats der grössten Schweizer Bank ab. Eine Woche nach der Auswechslung des Konzernchefs zieht die UBS damit einen Schlussstrich unter die Ära Ospel.

Peter Kurer wird als Verwaltungsratspräsident der UBS abgelöst, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Kurer trete an der Generalversammlung vom 15. April 2009 nicht zur Wiederwahl an. Die Nachfolge soll Alt Bundesrat Kaspar Villiger antreten, der zugleich zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen wird.

Wechsel an GV vom 15. April

Der Wechsel soll am kommenden 15. April an der Generalversammlung der UBS vollzogen werden. Kurer erklärte sich laut UBS-Communiqué mit seinem einjährigen Einsatz als UBS-Präsident «zufrieden». Er habe die meisten damit verbundenen Herausforderungen verwirklicht. Für ihn sei es aber nun an der Zeit, die eingeleitete Transformation abzuschliessen und das Amt zur Verfügung zu stellen.

UBS-Vizepräsident und Fiat-Sanierer Sergio Marchionne liess sich mit den Worten zitieren, dass Peter Kurer «viel Anerkennung und Respekt» verdiene. Kurer habe mitgeholfen, die Bank wieder auf Kurs zu bringen. «Mit Bescheidenheit und Mut hat er seine Wahl angenommen, aus Pflichtgefühl und im Dienste der Bank», erklärte Marchionne weiter. Von Marchionne waren im vergangenen Jahr wiederholt unschmeichelhafte Äusserungen über Kurer bekanntgeworden.
Zentrale Werte wieder stärken

Villiger, der von 1989 bis 2003 Mitglied des Bundesrats und zuletzt Schweizer Finanzminister gewesen war, sprach von «aussergewöhnlichen Zeiten» für die UBS und die Schweiz und begründete seine Bereitschaft zur Übernahme des Präsidiums mit Pflichtgefühl gegenüber dem Land und der Bevölkerung: «Wir müssen auf die aktuellen Herausforderungen reagieren, indem wir auf unsere zentralen Werte vertrauen: Integrität, harte Arbeit und Zuverlässigkeit. Ich glaube, dass ich mithelfen kann, diese Werte wieder verstärkt zu betonen».

«Zeichen für Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit»

Der 68-jährige ehemalige FDP-Politiker kündigte gleichzeitig an, alle übrigen Verwaltungsratsmandate abzugeben. Villiger sitzt unter anderem bei Swiss Re, NZZ und Nestlé im Verwaltungsrat. Die Nomination Villigers wurde von UBS-Verwaltungsrätin Gabrielle Kaufmann-Kohler begründet. Sie verwies auf seine Führungserfahrung und seine Kompetenzen und erklärte, der Verwaltungsrat sei überzeugt, dass Villigers Präsenz ein klares Zeichen bezüglich Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit sei.
Verteidiger des Bankgeheimnisses

Mit Villiger holt sich die UBS eine international gut vernetzte Figur sowie einen ebenso profunden Kenner wie harten Verteidiger des Bankgeheimnisses an die Spitze. Der Luzerner FDP-Magistrat war es, der bei den Verhandlungen mit der EU über die Zinsbesteuerung die Maxime herausgab: «Das Bankgeheimnis ist nicht verhandelbar.» Dieser Leitsatz ist allerdings seit der Herausgabe von 300 Kundendossiers der UBS an die US-Justiz am vergangenen 18. Februar arg ins Wanken geraten.

Kurer mit der Ära Ospel verbunden

Die Ankündigung der Ablösung Kurers folgt knapp eine Woche auf die Auswechslung von Konzernchef Marcel Rohner durch den früheren Credit-Suisse-CEO Oswald Grübel. Dass sich die UBS auch von Kurer trennt, kommt nicht überraschend. Er war in der Ära Ospel zum Chefjuristen der Bank aufgestiegen und ist auch in der Steueraffäre in den USA stark exponiert.

Villiger war in den vergangenen Tagen als möglicher Kurer-Nachfolger gehandelt worden, ebenso wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Dieser hatte aber schon mehrmals abgewinkt.

Parteipräsidenten trauen Villiger einiges zu

Die Parteipräsidenten von FDP, CVP und SP erwarten, dass der designierte neue UBS-Präsidenten Kaspar Villiger dazu beitragen kann, das Vertrauen in die Grossbank wieder herzustellen.
Villiger sei sehr verantwortungsbewusst und könne sicher dazu beitragen, in den USA und in der Schweiz die Vertrauenskrise zu überwinden, sagte FDP-Präsident Fulvio Pelli in den Nachrichten von Schweizer Radio DRS.

CVP-Präsident Christophe Darbellay bezeichnete die Wahl von Villiger als eine gute Lösung. Villiger habe die notwendige Erfahrung, sei sehr gut vernetzt in der Wirtschaft und der Finanzwelt und habe auch die notwendige Ruhe, diese sehr wichtige Funktion zu übernehmen.

SP zeigt sich skeptisch

SP-Präsident Christian Levrat begrüsste den bevorstehenden Wechsel im UBS-Präsidium. Der Wechsel an der Spitze der UBS sei notwendig gewesen, um das Vertrauen in die Bank wieder herstellen zu können. Die SP zeigte sich aber auch skeptisch gegenüber der Person Villigers. Dieser habe zwei Gesichter, sagte Levrat auf Anfrage. Villiger sei Teil des alten «FDP-Filzes». Der 68-Jährige sei zudem kein Mann der Erneuerung und habe etwa bei der Rettung der Swissair nicht souverän agiert. Auch sei die Swiss Re während seiner Zeit als Verwaltungsrat eine aggressive Strategie gefahren, die ins Debakel geführt habe.

Andererseits ist Villiger ein Mann mit Verständnis für den Werkplatz Schweiz, wie Levrat sagte. Er müsse die dringend nötige Brücke zwischen Politik sowie Bevölkerung und Wirtschaft bauen. In Sachen Bankgeheimnis erwarte die SP, dass Villiger nicht in seinem alten Denkmuster verharre.

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UBS kommt ins Grübeln

Donnerstag, 26. Februar 2009 · 1 Kommentar

Die Schweizer Grossbank UBS wechselt den Konzernchef aus: Der frühere Credit-Suisse-CEO Oswald J. Grübel löst mit sofortiger Wirkung Marcel Rohner ab.

Oswald Grübel, der frühere Chef von der Credit Suisse, wird neuer Chef der Großbank. Damit vollzieht die Bank einen weitern Schritt, um das Vertrauen wiederherzustellen. Marcel Rohner sei zurückgetreten. Grübel erklärte, er sei überzeugt, dass es auf dem Schweizer Finanzplatz mehr als eine globale Großbank brauche. Die UBS mit ihrer einzigartigen Kundenbasis im Wealth Management, Investment Banking und Asset Management zu führen, bedeute eine faszinierende Herausforderung. Die UBS signalisiert damit, dass sie keine Übernahme Kandidatin ist oder zumindest sein will.

Dies gab die von der Finanzkrise und einer Steueraffäre in den USA gebeutelte Bank heute Donnerstag in Zürich bekannt. Die UBS hat im vergangenen Jahr mit einem Minus von knapp 20 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro) den grössten Verlust in der Firmengeschichte erlitten. Als Konsequenz kündigte die Bank vor zwei Wochen den Abbau von 2000 Stellen sowie eine strategische Neuausrichtung an.

Mit dem Wechsel hofft der UBS-Verwaltungsrat, das Vertrauen in die Bank wiederherzustellen. Der UBS-Verwaltungsrat habe Grübel «mit sofortiger Wirkung» zum Konzernchef ernannt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Marcel Rohner sei «von seiner Funktion zurückgetreten». Marcel Rohner übernahm den Chefposten der UBS im Juli 2007 von Peter Wuffli. Zuvor leitete er fünf Jahre lang das Wealth Management der Bank, nachdem er Group Chief Risk Officer und Chef der Kontrolle von Marktrisiken gewesen war. Der Aargauer ist promovierter Ökonom der Universität Zürich.

Bei der Credit Suisse erfolgreich

Oswald Grübels «grosse Erfahrung im Bankgeschäft und seine Führungseigenschaften auch in Phasen der Transformation» würden für die UBS in «diesem anspruchsvollen Umfeld von unschätzbarem Wert» sein, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei seinem früheren Arbeitgeber Credit Suisse habe Grübel in einer Zeit der Umwälzungen das Unternehmen erfolgreich in die Gewinnzone zurückgeführt und das Vertrauen wiederhergestellt. Von 2003 bis Frühjahr 2007 war er Co-Chef beziehungsweise Konzernchef der CS Group.

Grübel wurde 1943 im Osten Deutschlands geboren. Er verlor seine Eltern im Krieg und wuchs zunächst bei seiner Grossmutter in Thüringen auf, später bei Verwandten in Frankfurt. Danach machte er eine steile Karriere als Banker: nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank kam er 1970 zu dem zur Credit Suisse Group gehörenden Investmenthaus White Weld Securities in London, wo er nach verschiedenen Tätigkeiten 1978 als CEO die Leitung übernahm.

Auch seine weitere Laufbahn verlief von da an innerhalb der Credit Suisse Group. 1985 wurde er Mitglied des Group Executive Board der Financière Credit Suisse First Boston in Zug. Auch seine weitere Karriere machte Grübel bei der CS: 1998 übernahm er als CEO die Verantwortung des Bereichs CS Private Banking, bis er zum CEO der Credit Suisse aufstieg.

Die Neubesetzung des Postens des Konzernchefs bei der UBS ist im Departement von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz am Donnerstag als positives Signal gewertet worden.

Der neue CEO verfüge über eine grosse Erfahrung, eine hohe Glaubwürdigkeit und habe in seiner früheren Funktion die Fähigkeit bewiesen, in schwierigen Zeiten eine Grossbank zu führen, sagte Roland Meier, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), auf Anfrage. Das EFD sei deshalb zuversichtlich, dass mit dieser Wahl ein Beitrag zur Stabilisierung der Bank geleistet werde und das Vertrauen zurückgewonnen werden könne.

Bundespräsident Merz hatte bereits am 19. Februar bei der Bekanntgabe des Bundesratsbeschlusses im Zusammenhang mit der Herausgabe von UBS-Kundendaten an die US-Justiz gesagt, dass die Affäre auch eine personelle Aufarbeitung bei der vom Bund unterstützten Grossbank nötig mache. Keine Stellungnahme zum Personalentscheid an der UBS-Spitze gab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma ab. Man sei aber über den Wechsel informiert gewesen, sagte Finma-Sprecher Alain Bichsel.

Leuthard begrüsst UBS-Chefwechsel

Wirtschaftsministerin Doris Leuthard hat den Chefwechsel bei der UBS begrüsst. «Ich glaube, es ist eine gute Entscheidung des Verwaltungsrats», sagte sie am Donnerstag vor Journalisten in Zürich. Die Bundesrätin gab sich zuversichtlich, dass das Vertrauen in die Grossbank zurückkehre, angesichts der Situation, in der sich das Institut befinde. Auf die Person von Oswald Grübel angesprochen, verwies Leuthard auf die internationale Vernetzung des früheren Credit-Suisse-Chefs.

FDP-Präsident Pelli erfreut über Ernennung von Grübel

FDP-Präsident Fulvio Pelli hat sich erfreut über die Ernennung von Oswald Grübel zum neuen UBS-Konzernchef gezeigt. Der Wechsel an der Spitze der Bank überrasche ihn nicht, sagte Pelli in einem Beitrag von Schweizer Radio DRS4 News. Der abtretende CEO Marcel Rohner habe die Aufgabe in einer schwierigen Phase nach der Krise im vergangenen Jahr eher im Sinne eines Provisoriums übernommen. Die Suche der UBS nach einem neuen Konzernchef sei seit langem im Gange gewesen. Mit Grübel habe die UBS eine Person gefunden, die sehr viel Kompetenz und Erfahrung sowie auch die notwendige Ruhe besitze, sagte der Tessiner Nationalrat.

SVP: Einsatz für Bankenplatz Schweiz

SVP-Präsident Toni Brunner sieht das Comeback des ehemaligen Credit-Suisse-Chefs Oswald Grübel bei der UBS als Zeichen seines Einsatzes für eine Stärkung des Bankenplatzes Schweiz. Der Rücktritt von UBS-Konzernchef Marcel Rohner sei nicht sehr überraschend, sagte Brunner auf Anfrage. So wolle die UBS nun alles unternehmen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Der Wechsel an der Spitze der Bank sei als vertrauensbildende Massnahme anzusehen. Die Bank wolle ein Zeichen setzen und mit einem neuen unbelasteten CEO die herrschende Krise bewältigen. Vor dem Hintergrund, dass die Credit Suisse und die UBS immer grosse Konkurrenten gewesen seien, sei die Übernahme der Konzernleitung durch Grübel eine Überraschung. Sein Amtsantritt sei als Zeichen dafür zu sehen, dass es jetzt um den Bankenplatz Schweiz gehe und Animositäten zurückgestellt würden. Die fachlichen Qualitäten von Grübel seien unbestritten. Er müsse nun alles dazu beitragen, dass das Vertrauen in den Bankenplatz Schweiz zurück gewonnen werden kann.

SP: Richtig und überfällig

SP-Präsident Christian Levrat hat den Wechsel an der UBS-Spitze als richtig und überfällig bezeichnet. Marcel Rohner wollte und konnte den nötigen Kulturwechsel nicht herbeiführen, wie Levrat auf Anfrage der AP sagte. Für SP-Nationalrätin Fässler ist auch ein Rücktritt von Verwaltungsratspräsident Peter Kurer nötig.

Rohner scheine von der Krise getrieben worden zu sein, statt diese zu managen. Zudem ist nicht auszuschliessen, dass der abtretende UBS-CEO wegen der laufenden Steuerfluchtverfahren schon bald ins Visier der Justiz gerate. Mit Oswald Grübel erhielten die verunsicherten UBS-Mitarbeitenden einen international anerkannten Bankexperten. Auf ihn warten laut Levrat grosse Aufgaben. So müsse er die UBS wieder in erfolgreicheres Fahrwasser bringen sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Kundschaft zurückgewinnen. Dafür brauche es einen deutlichen Kulturwechsel, wofür Grübel selbst auch umdenken müsse. So habe es Grübel selbstverständlich gefunden, dass Topmanager wie er selbst während der fetten Jahre zweistellige Millionensaläre kassierten hätten, weil der Markt das so verlangt habe. Er bekomme nun offenbar drei Millionen Franken im Jahr, was unverständlich sei für ein Unternehmen, das Staatshilfe erhalte, sagte Levrat. Die Löhne der Topkader von Banken, die Steuergelder erhielten, sollten nicht höher sein als bei bundesnahen Unternehmungen wie Post oder SBB, forderte der SP-Chef.

Die St. Galler SP-Nationalrätin Hildegard Fässler zeigte sich von dem Rücktritt von Rohner nicht überrascht. Überrascht sei sie einzig darüber, dass es keinen Zweierrücktritt gegeben habe, sagte Fässler in einem Beitrag von Schweizer Radio DRS4 News. Vielleicht sei dies aber in Stufen geplant. So müsse an der Spitze etwas passieren, da die jetzige Crew das Vertrauen nicht habe aufbauen können. Ein Wechsel sei dringend nötig, erklärte sie.

UBS-Aktie zieht nach Rohners Abgang um 15 Prozent an

Sofort nach Handelsbeginn heute Morgen legte die UBS-Aktie zu. Auch der SMI befindet sich im Aufwind.

Der Kurs von UBS stand um 9 Uhr bei 11,60 Franken. Das sind 14,9 Prozent mehr als gestern bei Handelsschluss, als die Aktie bei 10,10 Franken stand. Nach zehn Minuten notierte die Aktie bei 11,33 Fr. mit 12,2 Prozent im Plus. Im Handel wurde auf den hervorragenden Leistungsausweis von Oswald Grübel bei der Credit Suisse verwiesen.

Der Swiss Market Index (SMI) lag zur Handelseröffnung bei 4776,38 Punkten und damit um 1,57 Prozent im Plus.

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UBS Aktie deutlich unter 10 CHF

Dienstag, 24. Februar 2009 · Kommentar schreiben

UBS-Aktie unter 9.50 Franken

Die Aktie der angeschlagenen Grossbank findet keinen Boden. Heute Morgen 24.02.2009 fiel sie erstmals in der über zehnjährigen Geschichte der Bank unter den Wert von 10 Franken.

Die Aktie der UBS eröffnete den Handel bei 9.98 Franken, nachdem sie am Montag bei just 10 Franken geschlossen hatte. Zeitweise sackte das Papier bis auf 9.36 Franken ab. Um 12 Uhr lag die Aktie bei 9.49 Franken. Zum Vergleich: Im Februar 2007 war die UBS-Aktie noch knapp 72 Franken wert. Oder wie Victor Giacobbo es ausdrückt: „Wenn die UBS ein Ross wäre, würde man sie jetzt erschiessen.“

Gedrückt wird die UBS-Aktie derzeit vor allem wegen der Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Steueraffäre in den USA. Der UBS wird vorgeworfen, Amerikanern in grossem Stil geholfen zu haben, den Fiskus zu betrügen. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise, die das Geschäft der Banken bremst.

Weiter abwärts ging es auch mit der UBS-Konkurrentin Credit Suisse. Deren Aktie verlor bis 10 Uhr um 7,5 Prozent auf 24.10 Franken. Auch der Gesamtmarkt büsste weiter an Terrain ein: Der Swiss Market Index (SMI) lag nach der ersten Handelsstunde um 1,6 Prozent im Minus.

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US Regierung rettet Banken auf Kosten der Steuerzahler

Freitag, 19. September 2008 · 1 Kommentar

Gewinne werden kapitalisiert – Verluste werden sozialisiert

Das geplante Programm der amerikanischen Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise könnte die Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Analytiker der Commerzbank verwiesen auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern.

Das geplante Programm der amerikanischen Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise könnte die amerikanischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Analytiker der Commerzbank verwiesen auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern. «In Schweden kostete die Rettung der Banken Anfang der neunziger Jahre den Staat 6% des BIP.»
Schätzungen für die Kosten der Stützung des japanischen Bankensystems in den neunziger Jahren gehen den Frankfurter Bankern zufolge sogar auf 20% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Sollte es den amerikanischen Staat, wie bei der schwedischen Rettungsaktion, 6 Prozent kosten, würde das einer Summe von etwa 850 Mrd. Dollar entsprechen. Daher drohe dem Steuerzahler für eine «grosse Lösung eine erhebliche Rechnung».

Gemäss den Commerzbank-Analytikern ist eine Alternative zu dem geplanten Programm nicht auszumachen: «Immerhin könnte die Auffanggesellschaft die erworbenen Papiere bis zur Fälligkeit halten.» Da kaum zu erwarten sei, dass die Anleihen alle komplett ausfallen, könne sich die Rechnung für die Steuerzahler zumindest verringern: «Einmal mehr ist damit das geringere Übel gewählt.» Weiteres Abwarten und eine Verschärfung der Krise könnte noch teurer werden.

Die Hoffnung auf eine Auffanglösung für die stark angeschlagenen Finanzinstitute in den USA hat an den Börsen ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Grosse Gewinner waren die zuletzt arg gebeutelten Bankwerte. Die UBS machte einen Kurssprung von mehr als einem Drittel. Das Börsenbarometer SMI schoss zunächst um 6,9 Prozent nach oben. Um 11 Uhr stand der Index immer noch über 5 Prozent im Plus.

Die Hoffnung auf eine Auffanglösung zur Behebung der Finanzkrise hat an der Schweizer Börse zum Handelsauftakt für geradezu explodierende Kurse gesorgt. Die Aktie der Grossbank UBS schoss am Freitagmorgen bis um 36,6% auf 21.78 Fr. in die Höhe. Am späteren Vormittag notierte die UBS-Aktie, die am vergangenen Dienstag noch auf ein Allzeittief von 15,18 Franken gefallen war, immer noch 27,7% höher bei 20.36 Franken.

Credit Suisse und die Vermögensverwaltungsbank Julius Bär verbesserten sich um 15,3% beziehungsweise 14,7 Prozent. Markante Kursgewinne gab es auch für die Versicherungswerte: Swiss Re legten um 8,4% zu, Zürich-Versicherungen um 5,2% und Swiss Life um 9,6 Prozent.

Die Euphorie erfasste aber auch andere Bereiche. Die Aktie des Luxusgüterkonzerns Richemont stieg um 5,2 Prozent, jene von Swatch Group um 6,5 Prozent. ABB verbesserten sich um 6,9 Prozent.

Rekordhoher Anstieg bei Handelsbeginn

Der SMI notierte kurz nach der Eröffnung um 6,9 Prozent höher auf 7074 Punkten. «Dies dürfte einer der stärksten, wenn nicht der stärkste Anstieg der Schweizer Börse sein», sagte dazu ein Händler. Um 11 Uhr stand er immer noch 5,24% im Plus bei 6970,16 Punkten. Der breitere SPI-Index legte zuächst 5,8 Prozent auf 5904 Zähler zu.

Befreiungsschlag aus dem Finanzministerium

Das Kursfeuerwerk an den internationalen Börsen hatte am Donnerstagabend begonnen, als der Dow-Jones-Index mit einem Plus von 410,03 Zählern oder 3,86% auf 11′019,69 Punkten geschlossen hatte. Anschliessend reagierten die Börsen in Lateinamerika und Asien in der Nacht zum Freitag daraufhin mit teils kräftigen Gewinnen. Der Hongkonger Aktienindex Hang Seng verzeichnete einen Anstieg von 7,7%. An der Börse in Schanghai stiegen die Kurse sogar um über 9 Prozent.

Auslöser der massiv gestiegenen Börsenkurse ist die Ankündigung eines umfassenden Paketes zur Auffanglösung für Bankschulden in den USA. Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke wollen am Wochenende mit dem Kongress entsprechende Gespräche führen und erwägen dabei auch die Schaffung einer staatlichen Behörde für die Abwicklung fauler Kredite.

Hoffnung auf Nachhaltigkeit

«Damit würden die Probleme aus dem Markt genommen», sagte ein Händler. «Das Paket ist das einzige, was den Markt heute wirklich interessiert», sagte ein anderer Börsianer. «Sollte die amerikanische Regierung damit durchkommen, dürfte die Erholung nachhaltig sein», sagte ein anderer Händler.

Neuer Anlauf von Japans Notenbank

Die japanische Zentralbank hat am Freitag den vierten Tag in Folge eingegriffen, um die Märkte zu stabilisieren. Die Bank of Japan pumpte weitere drei Billionen Yen (rund 31,5 Mrd. Franken) in den Geldmarkt des Landes. Bereits an den drei vorangegangenen Tagen hatte die Zentralbank schrittweise mehrere Milliarden in den Markt gegeben.

Handel in Moskau wieder eröffnet

Nach zweitägiger Pause wegen der Turbulenzen im internationalen Aktienhandel hat die Moskauer Börse am Freitag den Handel wieder aufgenommen. Unter dem Eindruck der Erholung an der Wall Street begann der Handel mit steigenden Kursen. Der RTS-Index stieg um 5,8 Prozent, der MICEX-Index um 7,1 Prozent. Vor der Einstellung des Aktienhandels am Mittwoch waren die Kurse drastisch gesunken, was Erinnerungen an den Finanzkollaps in Russland im Jahr 1998 geweckt hatte.

siehe auch die Fortsetzung http://radiob.wordpress.com/2008/09/29/rettungsplan-fur-finanzmarkte-uberraschend-gescheitert/

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BASF schluckt Ciba

Montag, 15. September 2008 · Kommentar schreiben

Das Beste für alle? Abbau von 2500 Stellen bei Ciba!

Die deutsche BASF kauft Ciba für 6,1 Milliarden Franken in bar. Das entspricht 50 Franken je Aktie und einem ein Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Samstag. Der Ciba-Verwaltungsrat steht hinter der Offerte und empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen.

Die geplante Übernahme wird auch mit einem weiteren Stellenabbau verbunden sein. BASF-Chef Jürgen Hambrecht erklärte vor den Medien, im Rahmen der Integration von Ciba werde es «wohl harte Einschnitte» geben. Restrukturierungen führten normalerweise zu einem Stellenabbau. Für Details sei es aber zu früh, frühestens Ende Jahr könne man zum Abbau Genaueres sagen. Der im August 2006 mit der so genannten operativen Agenda angekündigte Abbau von 2500 Stellen bis Ende 2009 gehe unabhängig von der Übernahme weiter.

Käuferin BASF garantierte Ciba jedoch am Standort Basel den Hauptsitz einer globalen Geschäftseinheit anzusiedeln. «Ein solcher ist bei uns sicher so gross wie heute Ciba alleine», erklärte Hambrecht.

Meyer: BASF kennt Ciba

Angesichts der zunehmend schwierigen Bedingungen der Branche sei die Übernahme für Ciba eine ansprechende Lösung zu einem fairen Preis, sagte Ciba-Verwaltungsratspräsident Armin Meyer. «BASF ist seit Jahren ein Kunde und Lieferant von Ciba.» «BASF kennt unsere Mitarbeiter und unser Geschäft.» Die Aufgabe der Eigenständigkeit sei jedoch durchaus schwer gefallen.

Die Übernahme durch BASF schaffe für Ciba aber nun eine langfristige Perspektive für profitables Wachstum, sowohl in Basel, als auch für Niederlassungen in der ganzen Welt.

Übertrag im ersten Quartal 2009

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 unter Dach und Fach sein, wie es weiter hiess. Die Angebotsfrist beginne voraussichtlich am 1. Oktober. BASF und Ciba unterzeichneten gestern Sonntag den Transaktionsvertrag, der die Bedingungen des Übernahmeangebots festlegt und Zusicherungen für den Standort Schweiz und den Erhalt der Marke Ciba für gewisse Produkte erhält.

Ciba will eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, an der die Aktionäre über die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung sowie die Eintragung im Aktienregister entscheiden. BASF macht die Übernahme davon abhängig, mindestens zwei Drittel der Ciba-Aktien angedient zu erhalten.

Seit Monaten Spekulationen

Die Ciba-Aktie verhält sich seit Monaten turbulent und hat kontinuierlich an Wert verloren. Am Markt kursierten Spekulationen über mögliche Käufer. Zuletzt war der Name Clariant im Gespräch: Als Clariant-Konzernchef Jan Secher letzte Woche überraschend seinen Hut nahm, wurde als Grund genannt, Clariant bastle an einer Fusion mit Ciba.

Gleichzeitig wurden schon damals Gerüchte laut, dass es auch bei Ciba bald zu einem Wechsel im Management kommen werde. Vor allem die Position des Verwaltungsrats-Präsidenten Armin Meyer wurde besonders oft genannt – und in diesem Zusammenhang war auch Jan Secher als möglicher Nachfolger genannt worden. «Solche Gerüchte tauchen immer wieder auf», sagte Ciba damals.

Meyer geht Anfang 2009

Schon mehrere Monate halten auch schon die Rücktrittsforderungen an Verwaltungsratspräsident Meyer an. Dieser erübrigt sich nun. «Wenn die Transaktion abgeschlossen ist, ist meine Arbeit erledigt», erklärte gestern Meyer.

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Bank of America kauft Merrill Lynch

Montag, 15. September 2008 · Kommentar schreiben

Bank of America kauft Merrill Lynch für 50 Milliarden Dollar

Die Bank of America übernimmt ihre Rivalin Merrill Lynch. Die Übernahme habe einen Wert von 50 Mrd. Dollar, teilte die Bank of America am Morgen mit. Die Bank of America will den Preis in Aktien bezahlen. Die Transaktion solle im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden.

Die zu den führenden US-Banken zählende Bank of America galt zuletzt auch als möglicher Käufer der vor dem Aus stehenden viertgrössten US-Investmentbank Lehman Brothers. Die das ganze Wochenende über laufenden Gespräche scheiterten Medien zufolge auch an der Weigerung der US-Regierung, staatliche Hilfen zu geben.

Merrill Lynch war zuletzt wegen Milliardenverlusten und einem dramatischen Kursverfall immer stärker unter Druck geraten. Die rettende Übernahme durch die Bank of America sei in fieberhaften Verhandlungen binnen 48 Stunden ausgehandelt worden, so das „Wall Street Journal“.

Die Bank of America bietet 0,8595 Stammaktien für jede Merrill-Lynch-Stammaktie, was 29 Dollar pro Papier entspricht. Das ist ein Aufschlag von gut 70 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Im Mai dieses Jahres war das Merrill-Papier noch 50 Dollar wert, im Januar 2007 sogar 90 Dollar.

Erst vor sechs Monaten hatte die Investmentbank Bear Stearns wegen der Kreditkrise ihrem Zwangsverkauf an den Finanzkonzern J.P. Morgan Chase zustimmen müssen.

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