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Erdbeben Basel: Bohrturm wird abgebaut

Donnerstag, 21. Dezember 2006 · 1 Kommentar

Bohrturm in Basel wird demontiert

Nach Erdbeben sollen zuerst Daten analysiert werden

Nach dem künstlichen Erdstoss in Basel wird der Geothermie-Bohrturm demontiert und allenfalls in einem anderen Projekt eingesetzt. Die Geopower AG will damit Zeit gewinnen für Analysen und Standkosten vermeiden. Sollte eine Fortsetzung der Bohrungen beschlossen werden, stünde ein neuer Turm in sechs bis neun Monaten.

(sda) Der Verwaltungsrat der Geopower Basel AG als Trägerin des Energie-Pionierprojektes «Deep Heat Mining» hat eine «zusätzliche Phase» beschlossen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei sollen die bis zum Stopp nach dem Erdstoss vom 8. Dezember gewonnenen Daten «ohne Zeit- und Kostendruck» analysiert werden.

Der stillstehende Bohrturm samt Personal kostet unter dem Strich laut Geopower-Verwaltungsratspräsident Heinrich Schwendener eine sechsstellige Summe pro Tag. Darum habe man nun Turm und Team per sofort «frei gegeben». Die Bohrfirma könne damit anderswo nach Öl oder Gas bohren; die Branche boome derzeit, sagte er auf Anfrage.

Unerwartete Stärke des Bebens  

Gründlich analysiert werden sollen die Daten aus der ersten so genannten «Stimulationsphase». Dabei war durch ein erstes Bohrloch Wasser mit Hochdruck 5000 Meter tief ins Gestein gepresst worden, um dieses so aufzubröseln, dass später genügend Wasser mit wenig Druck zu einem zweiten Bohrloch fliessen und sich erhitzen kann. Dieses Stimulieren oder «Klüften» hatte den mit einem Wert von 3,4 unerwartet starken Erdstoss ausgelöst. Zuvor habe es insgesamt rund 12′000 Erschütterungen gegeben, von denen zuvor fast keine bemerkt worden war.

Laut Schwendener ist die entscheidende Frage, ob garantiert werden kann, dass das Projekt keine starken Stösse mehr auslöst. Heikel sei dabei die Definition der Akzeptanzschwelle für die unvermeidlichen Erschütterungen, da die «gefühlte Stärke» nicht immer zum Messwert passe. Für ihn wäre eine Stärke von 2,7 zumutbar: Das entspricht dem zweitgrössten in Basel registrierten künstlichen Erdstoss, und bei dem habe niemand reklamiert.

Keine Garantie für Gelingen

Der Geopower-Verwaltungsrat gibt sich «nach wie vor vom grossen Energieversorgungspotenzial der Geothermie überzeugt». Schwendener räumt indes ein, dass es weiter keine Garantie für das Gelingen des Basler Projekts gebe. Kleinere Projekte seien andernorts gelungen, doch in Basel gehe es um das erste in kommerziellen Dimensionen.

Bis man weiss ob es klappt, muss noch zweimal geklüftet werden: Die Stimulationsphase vom ersten Bohrloch aus ist noch nicht fertig, und vom noch nicht gebohrten zweiten Loch aus muss man ebenfalls Wasser einpressen, um die Klüfte zu verbinden.

Entscheid über Fortsetzung bis Ende Januar

Bis zum 5. Januar muss Geopower nun der Regierung rapportieren. Einen Entscheid über die Fortsetzung und allfällige Auflagen erwartet Schwendener bis Ende Januar 2007. Die Projektkosten sind laut Communiqué bis und mit der neuen Phase gedeckt. Die Mittel für eine nötige Kapitalaufstockung seien bei den Aktionären bewilligt.

Die Geopower hält im Übrigen fest, dass sie eigentlich die vorgesehene zweite Tiefenbohrung starten könnte, da der Stopp nur über das Klüften verhängt worden ist. Es sei jedoch fraglich, ob das Sinn mache, bevor die Rahmenbedingungen für die Fortsetzung geklärt sind.

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